Projekt des Monats April

Schäfer schützen: Existenzen sichern – Natur bewahren

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Foto © L. Röbe-Oltmanns

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Schäferinnen und Schäfer leisten einen maßgeblichen Beitrag zur biologischen Vielfalt, Landschaftspflege, regionalen Wertschöpfung und einer standort- und an den Klimawandel angepassten Landwirtschaft im Land Brandenburg. Gleichzeitig sind die ökonomischen Rahmenbedingungen schwierig: die Erlöse aus der Lammfleischerzeugung decken die Produktionskosten meist nicht. Im Durchschnitt beruhen rund zwei Drittel des Einkommens der schafhaltenden Betriebe auf Prämienzahlungen und der Vergütung von Leistungen im Rahmen der Landschaftspflege und des Naturschutzes. Nachwuchskräfte sind unter diesen Bedingungen kaum zum Schäferberuf zu motivieren.

Weitere Herausforderungen, die Anpassungen in den brandenburgischen Schafbetrieben sowie den Rahmenbedingungen unverzichtbar machen, sind Auswirkungen von klimatischen Veränderungen und die zunehmenden gesellschaftlichen Anforderungen an Landnutzung und Tierwohl. Ziel des Netzwerkes „Schäfer schützen“ ist es daher, die Schafhaltung im Land Brandenburg nachhaltig zu stärken und den Beruf der Schäferin bzw. des Schäfers wieder attraktiv zu machen.

Ein effektiver Wissensaustausch und eine verstärkte Kooperation zwischen den Betrieben bzw. zwischen Praxis, Beratung, Wissenschaft und Aus- bzw. Weiterbildung sollen zur Entwicklung von ressourcen- und klimarelevanten Innovationen bzw. deren Anpassung an die Bedingungen und deren Verbreitung im Land Brandenburg beitragen. Darüber hinaus soll die Vermarktung des erzeugten Lammfleisches unterstützt werden – etwa durch mehr Informationen und die aktive Einbindung von Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Rolle der Schafhaltung und die Erzeugung von Lammfleisch aus Weidehaltung.

Durch diese praxisorientierten Lösungsansätze sollen die Schäfereien in ihrer wirtschaftlichen Situation stabilisiert und ihre Leistungen zugunsten des Naturschutzes und der Erhaltung typischer Kulturlandschaften im Land Brandenburg sichergestellt werden. Denn nur eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Schäfereien kann ihre Existenz langfristig sichern. So birgt das Netzwerkprojekt vielfältige Chancen für die landwirtschaftlichen Betriebe mit Schafhaltung und leistet gleichzeitig einen zentralen Beitrag zum Ressourcenschutz und zur nachhaltigen ländlichen Entwicklung im Einklang mit den Klimazielen im Land Brandenburg.

(Die Kerngruppe des Netzwerkes „Schäfer schützen“ besteht aus sechs Partnern. Mit zwei Partnern hat die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) Kooperationsverträge geschlossen: mit dem Landwirt Knut Kucznik und dem Landschaftspflegeverband (LPV) Uckermark-Schorfheide. Drei bis vier weitere Landwirte aus der Uckermark sind in die Praxisstudien eingebunden. Weitere Kernpartner des Netzwerkes sind die Stiftung NaturschutzFonds Brandenburg, die berufsständische Vereinigung des Landesschafzuchtverbandes e. V. und als Bildungsakteur die Lehr- und Versuchsstation für Tierzucht und Tierhaltung e. V. (LVAT), die mit dem HNEE-Team seit vielen Jahren zu zentralen Themen der Schafhaltung im Land Brandenburg eng zusammenarbeitet. Auch der Kontakt zu anderen Landwirten, den die Einbindung des Projekts in das Innoforum Brandenburg (http://innoforum-brandenburg.de) ermöglicht, führt zu einer Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Akteuren, zur Begünstigung von Innovationen und somit auch zur Stabilisierung lokaler Ökonomien.)

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Foto © L. Röbe-Oltmanns

Förderzeitraum 2018-2022

Bewilligte Mittel für die Etablierung des Netzwerks „Schäfer schützen“ sowie von praxisorientierten Vermarktungsansätzen für Schäfereien.

  • Gesamtinvestition: 200.566 €
  • davon ELER-Mittel: 197.548 €
  • davon Landesmittel: 3.018 €

Förderrichtlinie:
Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der Zusammenarbeit für die Implementierung und Verbreitung nachhaltiger Landnutzung (Teil B)

Zuwendungsempfänger:
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)
Schicklerstraße 5,
16225 Eberswalde 
Prof. Dr. Anna Maria Häring, Projektleiterin 
Tel.: +49 (0) 3334 657 348 
Ann-Kristin.Saurma-Jeltsch@hnee.de