Projekt des Monats Juli 2009

Umweltschonende Waldbewirtschaftung - Schnitzeljagd auf dem Holzweg

Mobile Holzschnitzelproduktion (Foto: MLUV-Fotoarchiv)Neues Fenster: Bild vergrößernMobile Holzschnitzelproduktion (Foto: MLUV-Fotoarchiv) Liane und Lotte haben Verstärkung bekommen. Im Juni 2007 gründete Jan Sommer mit den beiden Kaltblutpferden im Landkreis Märkisch-Oderland einen Forstbetrieb. Liane und Lotte helfen ihm bei einer bestands- und umweltschonenden Waldbewirtschaftung, denn sie können insbesondere in sensiblen Waldstandorten schonend arbeiten. Damit kann den Wünschen von Kunden entsprochen werden, die auf die pflegliche Bewirtschaftung ihrer Wälder und Böden Wert legen.

Zuständig sind die Pferde für das Holzrücken und die Bodenvorbereitung als Pflanzvorbereitung für neue Bestände. Aus dichten Jungbeständen und nach dem Einschlag von Einzelbäumen rücken sie Stämme, Astmaterial und Kronenholz an die Waldwege.

Was sie aber nicht können: Aus den am Waldrand oder an Waldwegen gelagerten Ästen und dünnen Stämmen Holzschnitzel herstellen und zum Kunden transportieren.

Dafür musste Technik her. Mit der Anschaffung von modernen Forstmaschinen ist das Unternehmen nunmehr in der Lage, Holzschnitzel aus dem von den Pferden heran geschleppten Energieholz vor Ort im Wald zu produzieren.

Mit Hilfe des ELER, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes, konnten folgende Maschinen angeschafft werden:

  • Forstschlepper Pm-Trac mit angebautem, zapfwellengetriebenen Scheibenhacker
  • Chiptrailer - dahinter verbirgt sich ein Hochkipp-Container mit 20 m³ Fassungsvermögen auf einem 15-t-Rückeanhänger
  • Gefüttert werden Hacker und Container mit einem 10 m langen Forstkran (Pm 51100), der mit einem Energieholzaggregat Naarva Grip 1000-23 - einer Kombination von Fällkopf und Ladegreifer zum Ernten von Energieholz -, womit das Holz in den Hacker geschoben wird

Dünne Stammabschnitte mit bis zu 30 cm Durchmesser, Kronenholz und Astmaterial können so an Ort und Stelle zu qualitativ hochwertigen Hackschnitzel für kleinere und mittlere Heizungsanlagen zerkleinert werden. Die Holzschnitzel werden über die Kabine hinweg in den angehängten Container geblasen. Der Container kann also direkt im Bestand beladen werden. Anschließend werden die Hackschnitzel entweder direkt zum Kunden geliefert oder auf LKW’s überladen, die 40 m³ aufnehmen können.

Die Maschinen arbeiten mit Bioöl, haben eine druckmindernde Reifenbreite und die Kombination reicht mit dem Kran bis zu 10 m in den Bestand hinein. Damit sind die Voraussetzungen für die Zertifizierung mit dem FSC- bzw. PEFC-Siegel erfüllt, die für eine nachhaltige sozial- und umweltverträgliche Bewirtschaftung unserer Wälder steht - übrigens eine Voraussetzung für eine ELER-Förderung.