Projekt des Monats - Juni 2009

Bildung und Informationen - Waldbauern drücken die Schulbank

In Dorfgasthöfen oder Landhotels macht die "Waldbauernschule Brandenburg" Station und Fachleute unterweisen in zweitägigen Seminaren die Waldbauern zu Fragen der Waldbewirtschaftung und Holzvermarktung, zu neuen rechtlichen Bestimmungen, zum Steuer- und Umweltrecht oder zu den Möglichkeiten ihres effektiveren Zusammenwirkens z. B. in Forstbetriebsgemeinschaften.

Strukturelle Nachteile des privaten Kleinwaldbesitzes sollen damit als Voraussetzung für gemeinsames erfolgreiches Wirtschaften überwunden werden.

Die Kleinwaldbesitzer oder Mitglieder ihrer Zusammenschlüsse sind fast ausnahmslos in anderen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft tätig. Sie sind Handwerker, Arbeiter oder Angestellte, Landwirte oder Lehrer - verfügen also oft nur über recht vage Vorstellungen, was sie in ihrem Wald tun können und beachten müssen. Dieses Wissensdefizit soll schrittweise überwunden werden, indem man sich zu folgenden inhaltlichen Schwerpunkten verständigt:

  • Rechtliche Grundlagen für Zusammenschlüsse und Waldbesitzer (Bundeswaldgesetz, Landeswaldgesetz, BGB)
  • Forstwirtschaftliche Aspekte (Verkehrssicherungspflicht, Waldsperrung, Kahlschlag)
  • Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
  • Rechtsformen von Forstbetriebsgemeinschaften (Genossenschaften, wirtschaftlicher Verein, Mustersatzung)
  • Standörtliche Voraussetzungen und wichtigste Wirtschaftsbaumarten (Waldgeschichte, Klima, Standortbeschreibung, forstlich relevante Baumarten und ihre Standortansprüche)
  • Waldbau (Verjüngung, Naturverjüngung, Saat, Pflanzung, Pflanzensortimente, Kostenkalkulation, Forstvermehrungsgutgesetz, Kulturpflege, Durchforstung)
  • Holzvermarktung (Rohholzaushaltung Kiefer, Sortimente, Vermessung und Sortierung, Preisentwicklung, Holzfehler)

An bisher vier Seminaren nahmen bereits über 40 Waldbesitzer teil. Die Schulungen werden von drei Regionalteams in Nordwest-, Nordost- und Südbrandenburg an jeweils zehn Orten durchgeführt.