04.03.2020

ELER-Projekt des Monats März

Unter innovativem LED-„Sonnenlicht“ wachsen Kräuter und Zierpflanzen aus dem Gewächshaus

Berlin - Das Projekt LED4Plants zeigt, wie im Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis die Produktion von Kulturen durch LED-„Sonnenlicht“ hochwertig und ganzjährig möglich wird. Das im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft für die Landwirtschaft (EIP-Agri) entwickelte Vorhaben ist in diesem März das ELER-Projekt des Monats. Brandenburgs Landwirtschaftsministerium stellt regelmäßig ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, das aus dem Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wird.

Licht steigert die Gewächshausernte. Die bislang gängige künstliche Beleuchtung mit Natrium-Hochdrucklampen oder Leuchtstoffröhren fördert das Pflanzenwachstum jedoch nicht optimal. Diese haben einen geringen Wirkungsgrad, sind nicht dimmbar. Auch können die für das Wachstum besten Wellenlängen nicht gezielt angesteuert werden. Hinzu kommt, dass durch hohe Stromkosten viele Gewächshäuser aus wirtschaftlichen Gründen im Winter nicht betrieben werden. Zudem lassen sich im Winter durch den Lichtmangel Kümmerwuchs, Krankheits­anfälligkeit und Aroma- beziehungsweise Qualitätsverlust bei den gezogenen Kräutern und Zierpflanzen beobachten.

Kürzere und ganzjährige Kulturzeit möglich

Um dem Lichtmangel zu begegnen, werden im Rahmen eines EIP-Agri-Projekts von 2016 bis 2020 modulare, kostengünstige und pflanzenbedarfsgerechte LED-Lichtsysteme für den Einsatz im Gewächshaus entwickelt. Ziele sind dabei eine höhere Qualität der Kulturen, ein höherer Ertrag sowie eine kürzere und ganzjährige Kulturzeit. Erreicht wird dies mit einer „Zukunftsfarm“ mit vertikalen und horizontalen LED-Lichtsystemen. Diese kommen nicht nur über Pflanztischen, sondern auch in Anzuchtregalen mit bis zu fünf Etagen zum Einsatz. An ausgewählten Kulturen wie Basilikum, Kurkuma und Edellieschen werden die verschiedenen LED-Lichtregime getestet und weiter verbessert.

Die Produktion von Kräutern und Zierpflanzen mit LED-Systemen wird ganzjährig getestet. Hierbei werden die optimalen kulturspezifischen LED-Lichtspektren in Bezug auf Wachstum, Resistenz und Qualität datenbankgestützt vermessen und bonitiert. Durch Workshops wird der Wissenstransfer in die Praxis gewährleistet.

Unter der Leitung der FUTURELED GmbH besteht das Projekt-Team aus dem Julius-Kühn-Institut Quedlinburg, der Lebenswissenschaftlichen Fakultät Humboldt-Universität zu Berlin, der Biokräutergärtnerei Oderbruch-Müller in Hohenwutzen, der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH Biesenthal, dem Kräuter Lounge Landwirtschaftsbetrieb Christine Wandke Altlandsberg sowie der Lenné-Akademie für Gartenbau und Gartenkultur.

Die Gesamtkosten belaufen sich für den Zeitraum von 2016 bis 2019 auf 1.221.017 Euro. Die Zuwendung beträgt 1.102.009 Euro. Davon stammen 881.607 Euro aus der ELER-Förderung, weitere 220.402 Euro aus Landesmitteln. Grundlage ist die Richtlinie zur Förderung von Projekten im Rahmen von EIP „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“.

Zuwendungsempfänger
FUTURELED GmbH
Holzhauser Straße 139
13509 Berlin
Koordinator: Oliver Arnold
Telefon: + 49 30 577 089 20
E-Mail: o.arnold@futureled.de
Website:  www.futureled.de
Website EIP: eip-agri.brandenburg.de