23.03.2022

Erster Radelfrühling am Großräschener See steht an – Ilse-Radweg ist ELER-Projekt des Monats im März

Großräschen – Über Jahrzehnte prägte der Tagebau Meuro den Alltag in Großräschen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Heute steht die Stadt nicht mehr für den Kohlebergbau, sondern für die Wiedergewinnung einer Landschaft im Zuge der Rekultivierung. Auf der Grundlage der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler Land wird in der Region aus zehn ehemaligen Tagebauen das Lausitzer Seenland geschaffen. Drum herum werden Freizeitangebote entwickelt wie der Ilse-Radweg am Großräschener See, der im Herzen des neuen Seenlands liegt. Das Projekt, für das das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium Fördermittel aus dem EU-Agrarfonds ELER in Höhe von 199.000 Euro bereitgestellt hat, ist das ELER-Projekt des Monats.

Baden kann man in dem 789 Hektar Seefläche einnehmenden Gewässer noch nicht, aber eben zum ersten Mal im Frühling drum herumfahren. Bis zum 9. September 2011 hieß der Großräschener See noch Ilsesee, daher der Name für den Radweg, der jetzt seinen ersten Radelfrühling erlebt.

2021 entstand der neue Radweg Ilse am Hafen von Großräschen. Die Gesamtausgaben umfassten 272.000 Euro, die förderfähigen Ausgaben 266.000 Euro. Die Zuwendung aus ELER-Mitteln belief sich auf 199.000 Euro, weitere 73.000 Euro wurden aus Eigenmitteln bestritten. Der 420 Meter lange Radweg Ilse verbindet die Seestraße mit der Hafenstraße der ehemaligen Bergbaustadt. Die Strecke stellt einen Bypass zum überregionalen Radwegenetz (Seenlandroute) dar und schließt ein weiteres Teilstück des geplanten Radrundwegs um den gesamten See.

Mit dem Radweg Ilse wurde eine barrierefreie Aufenthalts- und Flaniermeile mit LED-Beleuchtung, begrünten Randflächen und Radreparaturstation geschaffen. An der kompakten Säule kann man das Rad aufhängen. Im Inneren liegen Werkzeuge bereit. Über einen QR-Code bekommt man Anleitungen direkt aufs Handy. Ein zusätzlicher Strompoller dient als Ladestation für E-Bikes und Handys. Den Schlüssel für die Säule und den Poller erhalten Radler im direkt dahinter liegenden Bett & Bike „Haus Vier“, wo man auch einem Snack mit der Aussicht auf den See genießen kann.

Der Förderung lag die Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft zur Förderung der ländlichen Entwicklung im Rahmen von LEADER zugrunde.

Mit den IBA-Terrassen und dem Seehotel hat hier die touristische Entwicklung bereits vor über 20 Jahren begonnen. Seit 2007 wird der Großräschener See geflutet. Er unterliegt der Bergaufsicht und ist noch nicht zur Nutzung freigegeben. Der Strand wird gerade gebaut. Schwimmen und alle Arten von Wassersport sind aus Sicherheitsgründen verboten. Voraussichtlich 2023 wird der See seinen endgültigen Pegel erreichen.

Schon jetzt ist das Panorama über den 790 Hektar großen See spektakulär. Die Seebrücke wurde aus dem letzten Tagebaugroßgerät gefertigt, als der Großräschener See noch der Tagebau Meuro war.

Zuwendungsempfänger:

Stadt Großräschen
Seestraße 16
01983 Großräschen
Telefon: 035753 27613
E-Mail: mheyde@grossraeschen.de