29.09.2022

Verdunstungskühlung und Wasserrückhalt durch Keyline Design

ELER-Projekt des Monats September

Müncheberg – Wassermanagement, insbesondere in der Landbewirtschaftung, ist im trockenen Brandenburg ein immer wichtigeres Thema. Nach den letzten Dürrejahren fehlt der Landwirtschaft vielerorts noch immer das Wasser in der Tiefe, gleichzeitig kann Niederschlagswasser häufig nicht ausreichend gespeichert werden. Hier setzt das Vernetzungsprojekt „NetzwerkWasserAgri“ an. Auf dem Waldpferdehof bei Müncheberg setzt das Netzwerk unter anderem auf das Gestaltungkonzept Keyline Design, um die Wasserhaltefähigkeit der Landschaft und das Mikroklima zu verbessern. Gefördert wird das „NetzwerkWasserAgri“ über den Europäischen ELER-Fonds. Es ist für das Agrar-Umweltministerium das ELER-Projekt des Monats September.

Die Klimakrise stellt die Landwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen – insbesondere bei der Verfügbarkeit von Wasser. Hier sind gut durchdachte Maßnahmen gefragt, um Niederschlagsphasen zu nutzen und mehr Wasser längerfristig in der Landschaft zu halten. Deshalb hat sich das das NetzwerkWasserAgri geründet. Darin zeigen seit August 2021 insgesamt zwölf Akteurinnen und Akteure aus Landwirtschaft und Gartenbau, einer Baumschule, einem Waldgarten-Projekt sowie Natur- und Umweltschutzvereinen in sechs Landkreisen unter Leitung der gemeinnützigen Klimapraxis schon bestehende Lösungen zum sparsamen, intelligenten und nachhaltigen Umgang mit Wasser auf. Bei Vernetzungstreffen tauschen sie sich aus, auf Feldtagen und in Workshops präsentieren sie Interessierten die Ergebnisse und gewonnenen Erkenntnisse. Bereitgestellt werden diese ach auf der Website www.wasser-retention.de.

Ein Leuchtturmprojekt des „NetzwerkWasserAgri“ entstand auf dem Waldpferdehof bei Müncheberg. Der Hof liegt im östlichen Brandenburg und betreibt auf 50 Hektar hauptsächlich Ackerbau, aber auch eine Solidarische Landwirtschaft (SoLawi) für Gemüse. Der Betrieb liegt in einer der trockensten Regionen Deutschlands und hat sich entschlossen, zur Dürreprävention ein Agroforstsystem im Keyline Design umzusetzen, wodurch mehr Wasser in der Landschaft gehalten werden soll. Das Keyline Design ist ein Gestaltungskonzept, das die Wasserhaltefähigkeit und das Mikroklima entlang sogenannter Schlüssellinien verbessern soll – in diesem Fall durch geplante Gehölzpflanzungen. Dabei werden die natürlichen Gefälle von Hängen genutzt, um Wasser dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird. Gräben ohne Gefälle in Verbindung mit einem Pflanzmuster verhindern den Oberflächenabfluss, so dass Niederschläge bestmöglich versickern. Das Wasser bleibt auf der Fläche, versorgt die Pflanzen und steht für die Grundwasserneubildung zur Verfügung. Erstellt wurde das Design vom Keyline-Planer Dr. Philipp Gerhardt. Nachzuschauen ist das Projekt im Videoclip.

Die Gesamtausgaben für das Vernetzungsprojekt „NetzwerkWasserAgr“ von 2021 bis 2024 betragen 199.134 Euro. Die Zuwendung beläuft sich auf 198.792 Euro, davon aus ELER-Mitteln 159.022 Euro, aus Landesmitteln 15.902 Euro und aus Bundesmitteln 23.853 Euro. Der Förderung lag die Richtlinie des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz zur Förderung der konzeptionellen Zusammenarbeit für eine markt- und standortangepasste Landbewirtschaftung (Teil A II.2.2) zugrunde.

Zuwendungsempfänger:

Klimapraxis gUG
Dr. Sassa Franke
Marienstraße19/20
10117 Berlin
Telefon: 0179 6641649
klimapraxis.de