Kooperative „Grubener Kulturlandschaft & Glindower Platte“ entwickelt Maßnahmen zum Wiesenbrüterschutz

- Erschienen am 31.03.2026

Die Kooperative „Grubener Kulturlandschaft & Glindower Platte“ zeigt, wie passgenaue Maßnahmen vor allem im Wiesenbrüterschutz gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden. Die Kooperative wurde 2024 kurz nach dem Start der neuen Förderung landwirtschaftlicher Zusammenschlüsse zum Schutz des Klimas und der Biodiversität gegründet. Die vielfältige Landschaft an den Havelseen nahe Potsdam ist geprägt von Wasser und Landwirtschaft, besonders dem Obstanbau. Für das Brandenburger Landwirtschaftsministerium ist es das ELER-Projekt des Monats im März.

Dr. Olivia Kummel vom Verein für Landschaftspflege Potsdamer Kulturlandschaft e.V. ist für das Management der Kooperative „Grubener Kulturlandschaft & Glindower Platte“ verantwortlich. Inzwischen beteiligen sich 15 Betriebe. Bei den Maßnahmen stehen vor allem der Schutz von Moorböden sowie der Schutz von Insekten und Wiesenbrütern, beispielsweise dem Kiebitz, im Fokus.

Große Vorteile von Kooperativen
In den Kooperativen kommen alle Akteure an einen Tisch und entwickeln gemeinsam effektive und effiziente Agrarnaturschutzmaßnahmen. Kummel betont: „Landwirte honorieren auch die Übernahme des Antragswesens sehr, denn vielen wäre das sonst zu kompliziert. Erst über die Richtlinie zur Förderung kooperativer Maßnahmen sind die Betriebe wieder an Bord bei der Umsetzung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen.“ Das schafft mehr Zuverlässigkeit und Flexibilität und macht Umweltschutz als landwirtschaftlichen Betriebszweig attraktiv. Die Kooperative beteiligt sich zudem als Modellregion am sogenannten „KOMBI“-Projekt (Kollektive Modelle zur Förderung der Biodiversität).

Mit „Smart Fences“ Gelege schützen
Die Kooperative setzt mit Erfolg niederwilddurchlässige Zäune, sogenannte „Smart Fences“, für den Vogelschutz ein. Für deren Anschaffung wird sie vom Naturschutzfonds Brandenburg gefördert.

Nachweisbare Erfolge bei Gelegen und Jungvögeln
Da Ornithologen der NABU-Ortsgruppe Potsdam bereits vor Beginn der Maßnahme der Kooperative den Bestand an Kiebitzen gezählt haben, lassen sich die Bruterfolge vergleichen. Im Jahr 2023 wurden für die Fläche „Schlangenbruch“ sieben Bruten und sechs flügge Jungvögel dokumentiert. 2024 waren es 20 Bruten und mindestens 16 flügge Jungvögel und 2025 waren es bereits 24 Kiebitz-Gelege und 19 flügge Jungvögel. „Das ist ein schöner Erfolg für die Landwirte, den NABU und den Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL)“, sagt Olivia Kummel.

Im Land Brandenburg haben sich bereits acht sogenannte Kooperativen mit insgesamt 82 Mitgliedsbetrieben gegründet, die 2025 auf rund 8.500 Hektar Agrarnaturschutzmaßnahmen umsetzen.

Der Förderzeitraum für die Kooperative „Grubener Kulturlandschaft und Glindower Platte“ währt von 2024 bis 2028. Für das Maßnahmenjahr 2024 wurde eine Fördersumme von insgesamt 37.000 Euro (80 Prozent ELER / 20 Prozent Land) ausgezahlt. Im Jahr 2025 wurden Maßnahmen auf knapp 630 Hektar umgesetzt, für 2026 sind 818 Hektar geplant.

Aufgrund von Erweiterungen der Kooperativen, angepasste Maßnahmen oder durch zusätzliche Flächen sind jährlich Änderungen in der Zuwendungshöhe möglich. Im Durchschnitt beträgt die maximale Zuwendungshöhe 300 Euro pro Hektar. Der Förderung liegt die Richtlinie zur Förderung kooperativer Maßnahmen zur Verbesserung des Klimaschutzes und der Biodiversität auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zugrunde.

Weitere Infos zum KOMBI-Projekt:
Hier erproben und entwickeln der NABU, der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und Partner in mehreren Bundesländern spezialisierte Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität, die zu den Bedürfnissen der Landwirtschaft passen. Beteiligt sind neben Brandenburg auch Sachsen, Hessen und Baden-Württemberg. Die ökologische Begleitforschung erfolgt durch die Universität Gießen, während die Universität Kiel für die ökonomische Betrachtung und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) für die soziale Begleitforschung zuständig ist.

Zuwendungsempfänger:
Kooperative Grubener Kulturlandschaft & Glindower Platte
Verein für Landschaftspflege Potsdamer Kulturlandschaft e.V.
Dr. Olivia Kummel
Gutenbergstraße 63, 14467 Potsdam
Telefon: 0152 567 35 001

Webseiten:
https://lpv-potsdamer-kulturlandschaft.de/unsere-projekte/kombi

https://kombi-agrar.de/

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Datum
31.03.2026