Entwicklung klimatisch angepasster Rebensorten für Brandenburg
Im Rahmen des EIP-Projekts Vitis BB wird ein klimatolerantes und modernes Rebsorten-Sortiment für Brandenburg entwickelt. Die Weinbaufläche im Land Brandenburg umfasst aktuell rund 33 Hektar und steht aufgrund des Klimawandels und häufiger auftretender Trockenheits- und Spätfrostereignisse zunehmend unter Druck.
PIWI-Sorten: Robust und pflegeleicht
PIWI steht für "pilzwiderstandsfähige Rebsorten". Diese entstanden durch die gezielte Kreuzung europäischer Weinsorten mit amerikanischen Wildreben. Sie besitzen eine natürliche Abwehr gegen Mehltau und benötigen deutlich weniger Pflanzenschutzmittel. Bekannte Vertreter sind Sorten wie ´Solaris´, ´Cabernet Cortis´, ´Johanniter´ und ´Souvignier gris´.
Für Brandenburg sind jedoch noch andere Eigenschaften wichtig: Wie gut kommen diese Sorten mit Trockenheit und Spätfrösten zurecht? Genau das untersucht das Projekt Vitis BB systematisch.
Historische Reben als Schatzkammer
Das Projekt richtet den Blick auch zurück. Über einen öffentlichen Aufruf im Jahr 2026 wurden 60 alte Rebstöcke aus Privatgärten gemeldet. Daraus konnten 17 verschiedene historische Sorten identifiziert werden. Diese alten Reben sind mehr als nur Nostalgie. Sie können wertvolle Eigenschaften besitzen: bessere Verträglichkeit von Hitze und Trockenheit, höhere Frostresistenz oder auch besondere Aromen und Farben.
Diese historischen Sorten werden derzeit hochvermehrt, um sie im nächsten Jahr auf Trockenstress testen zu können. Das Hochvermehren dient dazu, identisches, krankheitsfreies und ertragsstarkes Pflanzgut für den Weinbau zu erzeugen.
Geforscht wird auf drei Ebenen, die sich ergänzen
Im Labor werden junge Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen einem intensiven Trockenstress ausgesetzt. Gemessen wird, wie viele Triebe neu gebildet werden, wie gut die Pflanzen überleben und wie hoch der Gehalt an Prolin ist – einer Substanz, die die Pflanze als Schutzreaktion bildet.
Die Aminosäure Prolin schützt die Weinrebe vor allem vor abiotischem Umweltstress, insbesondere vor Trockenheit oder Hitze.
Die PIWI-Sorten werden im Projekt auf sieben verschiedene Unterlagen veredelt. Daraus ergeben sich insgesamt 42 verschiedene Veredlungskombinationen, die in den Gewächshaus- und Feldversuchen getestet werden.
Im Gewächshaus werden die veredelten Jungreben in Töpfen ohne Bewässerung über mehrere Wochen kultiviert. So wird über längere Zeit simuliert, wie die Pflanzen eine anhaltende Dürreperiode erleben. Es werden Chlorophyllgehalt und Photosyntheseaktivität sowie Prolin gemessen.
Im Feldversuch wurden die veredelten Versuchspflanzen 2026 in den Weinberg gepflanzt. Zwei Standorte mit unterschiedlichen Böden wurden gewählt: eine sandige Lage beim Weingut Marbachs Wolfshügel in Jerischke und eine lehmige Fläche beim Weingut Patke am Frankfurter Messeberg.
Im Rahmen des EIP-Projekts Vitis BB wird ein klimatolerantes und modernes Rebsorten-Sortiment für Brandenburg entwickelt. Die Weinbaufläche im Land Brandenburg umfasst aktuell rund 33 Hektar und steht aufgrund des Klimawandels und häufiger auftretender Trockenheits- und Spätfrostereignisse zunehmend unter Druck.
PIWI-Sorten: Robust und pflegeleicht
PIWI steht für "pilzwiderstandsfähige Rebsorten". Diese entstanden durch die gezielte Kreuzung europäischer Weinsorten mit amerikanischen Wildreben. Sie besitzen eine natürliche Abwehr gegen Mehltau und benötigen deutlich weniger Pflanzenschutzmittel. Bekannte Vertreter sind Sorten wie ´Solaris´, ´Cabernet Cortis´, ´Johanniter´ und ´Souvignier gris´.
Für Brandenburg sind jedoch noch andere Eigenschaften wichtig: Wie gut kommen diese Sorten mit Trockenheit und Spätfrösten zurecht? Genau das untersucht das Projekt Vitis BB systematisch.
Historische Reben als Schatzkammer
Das Projekt richtet den Blick auch zurück. Über einen öffentlichen Aufruf im Jahr 2026 wurden 60 alte Rebstöcke aus Privatgärten gemeldet. Daraus konnten 17 verschiedene historische Sorten identifiziert werden. Diese alten Reben sind mehr als nur Nostalgie. Sie können wertvolle Eigenschaften besitzen: bessere Verträglichkeit von Hitze und Trockenheit, höhere Frostresistenz oder auch besondere Aromen und Farben.
Diese historischen Sorten werden derzeit hochvermehrt, um sie im nächsten Jahr auf Trockenstress testen zu können. Das Hochvermehren dient dazu, identisches, krankheitsfreies und ertragsstarkes Pflanzgut für den Weinbau zu erzeugen.
Geforscht wird auf drei Ebenen, die sich ergänzen
Im Labor werden junge Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen einem intensiven Trockenstress ausgesetzt. Gemessen wird, wie viele Triebe neu gebildet werden, wie gut die Pflanzen überleben und wie hoch der Gehalt an Prolin ist – einer Substanz, die die Pflanze als Schutzreaktion bildet.
Die Aminosäure Prolin schützt die Weinrebe vor allem vor abiotischem Umweltstress, insbesondere vor Trockenheit oder Hitze.
Die PIWI-Sorten werden im Projekt auf sieben verschiedene Unterlagen veredelt. Daraus ergeben sich insgesamt 42 verschiedene Veredlungskombinationen, die in den Gewächshaus- und Feldversuchen getestet werden.
Im Gewächshaus werden die veredelten Jungreben in Töpfen ohne Bewässerung über mehrere Wochen kultiviert. So wird über längere Zeit simuliert, wie die Pflanzen eine anhaltende Dürreperiode erleben. Es werden Chlorophyllgehalt und Photosyntheseaktivität sowie Prolin gemessen.
Im Feldversuch wurden die veredelten Versuchspflanzen 2026 in den Weinberg gepflanzt. Zwei Standorte mit unterschiedlichen Böden wurden gewählt: eine sandige Lage beim Weingut Marbachs Wolfshügel in Jerischke und eine lehmige Fläche beim Weingut Patke am Frankfurter Messeberg.
Erste Ergebnisse zur Trockentoleranz der PIWI-Sorten
Erste Laborversuche liefern bereits konkrete Erkenntnisse über die Trockentoleranz der untersuchten Rebsorten. ´Solaris´ zeigte sich dabei als klarer Spitzenreiter. Bei allen vier zentralen Merkmalen – Sprosszahl, Sprosslänge, Überlebensrate und Vitalität – schnitt diese Sorte am besten ab. Selbst die stärkste Trockenbelastung überstanden die meisten Pflanzen der ersten Testreihe. Auch ´Cabernet Cortis´ erwies sich im Labor als überdurchschnittlich robust und zeigte bei Vitalität und Überlebensrate sehr gute Werte.
Die richtige Kombination stärkt die Widerstandsfähigkeit
Bei Untersuchungen der bisher im Gewächshaus getesteten Pflanzen zeigte sich schnell, dass die Unterlage einen entscheidenden Unterschied ausmacht: Erst die richtige Kombination von Sorte und Unterlage bringt das volle Potenzial zur Geltung und kann die Widerstandsfähigkeit der gesamten Pflanze erheblich stärken. Die Freilandversuche stehen noch am Anfang, lieferten aber bereits wichtige Hinweise. Im weiteren Versuchsverlauf ab 2027 werden die Stressparameter hinsichtlich Spätfrösten und Trockenheit eingestuft.
Diese Untersuchungen sind von entscheidender Bedeutung, um den langfristigen Erfolg des Weinbaus in der Region sicherzustellen und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.
Erste Ergebnisse zur Trockentoleranz der PIWI-Sorten
Erste Laborversuche liefern bereits konkrete Erkenntnisse über die Trockentoleranz der untersuchten Rebsorten. ´Solaris´ zeigte sich dabei als klarer Spitzenreiter. Bei allen vier zentralen Merkmalen – Sprosszahl, Sprosslänge, Überlebensrate und Vitalität – schnitt diese Sorte am besten ab. Selbst die stärkste Trockenbelastung überstanden die meisten Pflanzen der ersten Testreihe. Auch ´Cabernet Cortis´ erwies sich im Labor als überdurchschnittlich robust und zeigte bei Vitalität und Überlebensrate sehr gute Werte.
Die richtige Kombination stärkt die Widerstandsfähigkeit
Bei Untersuchungen der bisher im Gewächshaus getesteten Pflanzen zeigte sich schnell, dass die Unterlage einen entscheidenden Unterschied ausmacht: Erst die richtige Kombination von Sorte und Unterlage bringt das volle Potenzial zur Geltung und kann die Widerstandsfähigkeit der gesamten Pflanze erheblich stärken. Die Freilandversuche stehen noch am Anfang, lieferten aber bereits wichtige Hinweise. Im weiteren Versuchsverlauf ab 2027 werden die Stressparameter hinsichtlich Spätfrösten und Trockenheit eingestuft.
Diese Untersuchungen sind von entscheidender Bedeutung, um den langfristigen Erfolg des Weinbaus in der Region sicherzustellen und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.
