Portraits (Archiv)

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Portrait Alfred Hesse
© Angelika Hesse

Alfred Hesse, Forstberater (2023)

Alfred Hesse ist im Barnim geboren und aufgewachsen. Nach seinem Bachelor als Forstwissenschaftler, betreute er zunächst zwei Jahre für die Forstliche Versuchsanstalt Baden-Württemberg Waldversuchsflächen im Ländle. Parallel dazu machte er sich als Förster selbstständig und arbeitete später auch im angewandten Naturschutz. Seinen Master Forstwissenschaften schloss er 2020 ab und kehrte nach Berlin und Brandenburg zurück, wo er heute als freiberuflicher Förster berät, Forstplanungen durchführt und auch eine kirchliche Waldgemeinschaft/FBG mitbetreut.

Seit wann sind Sie als Forstberater im Land Brandenburg tätig? Was prägt Ihre Arbeit? Und seit wann sind Sie mit den Fördermöglichkeiten für die Forstwirtschaft über den ELER vertraut?
Ich berate Forstbetriebe in Brandenburg seit 2019. Nach der Akkreditierung begann zunächst die Akquise von beratungsbedürftigen Waldbesitzern. Nicht alle haben Lust, sich mit ihrem Wald zu beschäftigen. Da ist einige Überzeugungsarbeit notwendig gewesen, aber doch: nach und nach kamen Interessierte auch auf mich zu. Oft habe ich im Vorfeld ein persönliches Kennenlerngespräch geführt und die Vorteile und Möglichkeiten der geförderten Beratung erklärt. Es geht immer auch darum, das Vertrauen der Waldbesitzer zu gewinnen - dabei begegneten mir die verschiedensten Charaktere.

Ich finde es immer wieder spannend einem Menschen in seinem Wald zu begegnen und herauszufinden, was für Wald und Besitzenden gut und richtig sein könnte. Viele planen, ihren Wald klimastabil zu gestalten. Die nötigen Mittel für die Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft werden über das Land Brandenburg bereitgestellt - die Vorhaben sind dann EU-kofinanziert, aber das muss man erst mal herausfinden und dann das WIE.

Schon früher hatte ich mit der Beantragung zu ELER-Mitteln zu tun. Für die Beratenden habe ich dann von Anfang an passende Förderanträge ausgewählt und begleitet. Von der Idee bis zum geförderten Vorhaben vergehen aber gern zwei Jahre und mehr. Aufgrund der Fristen und der natürlichen Bedingungen (Bäume pflanzt man im Herbst oder Frühjahr) sind die Beratungszeiträume sehr lang. Häufig kommen auch nach den beendeten Beratungen wichtige Fragen auf, was aufgrund der komplexen Förderverfahren für mich gut nachvollziehbar ist. Ich versuche für alle von mir angefangenen Projekte Lösungen und Antworten auf die jeweiligen Fragen zu finden - oft im engen Austausch mit den zuständigen Behörden. Bemerkenswert ist der Kooperationswille und die Hilfsbereitschaft, die die Mitarbeiter der Bewilligungsbehörde Forst und die Hoheitsförster an den Tag legen.

Welche Fördermaßnahmen haben Sie bereits angewendet bzw. als Forstberater Waldbesitzern oder Forstbetriebsgemeinschaften (FBGn) nahegebracht?
Ein Schwerpunkt der Forstlichen Beratung ist das Thema Naturschutz im Wald. Ich habe gezielt die Beantragung von Fördermitteln für Vertragsnaturschutzmaßnahmen beworben, weil ich es eine tolle Sache finde. Waldbesitzer mit besonders schützenswerten Beständen bekommen Prämien für eine schonende Bewirtschaftung oder sogar den Verzicht der Bewirtschaftung. Oft sind die Bestände gerade deshalb so wertvoll, weil die Axt nur selten im Walde war - also ist es eine Art Belohnung, obwohl andersherum gedacht – nämlich für die Unterlassung in Zukunft. Das ist nett, weil die Eigentümer so auch ein Gefühl für den Wert der alten Bäume bekommen.

Ein Kernthema ist in vielen Beratungen der Waldumbau von Kiefernreinbeständen oder die Etablierung von Waldrändern. Oft geht das nur mit Zaun, Pflug und Spaten – das bedeutet: das verbeißende Wild fernhalten, den Boden verwunden und wenn eine Naturverjüngung nicht zu erwarten ist, eben Bäume pflanzen. Gerade beim Waldumbau ist aber auch zukünftig eine regelmäßige Pflege notwendig, das müssen die Waldbesitzer im Blick behalten. Die waldbauliche Planung, welches Verfahren, welche Baumart: für mich ist das immer spannend!

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Hemmnisse im Waldumbau? Wie können Fördermaßnahmen einen Beitrag zum Waldumbau leisten?
Ich bin immer wieder beeindruckt von der Schönheit der Natur und von der Komplexität unserer Waldökosysteme. Wenn es mir gelingt, Waldbesitzern bei der Entwicklung ihrer Bestände zu helfen, und dadurch die unbezahlbaren Leistungen unserer Wälder zu sichern, ist das für mich eine große Motivation.

Zukünftige gesunde Wälder in Brandenburg sind bunt. Ohne Eiche und Buche geht es kaum, das zeigen die sich derzeit bewahrheitenden Prognosen übereinstimmend. Aber es braucht auch die Nebenbaumarten. Linde, Aspe, Ahorn oder Wildbirne – unsere Wälder müssen diverser werden. Alles einzäunen und pflanzen geht nicht, obwohl das häufig förderfähig ist, können wir aufgrund der fehlenden Arbeitskräfte und der Dringlichkeit gar nicht alles schaffen.

Deshalb ist und bleibt die waldbauorientierte Jagd so wichtig. Aber es ist ein komplizierter Prozess, bis überall die Wilddichten eine Eichennaturverjüngung zulassen. Bis dahin bleibt der geförderte Waldumbau vielerorts notwendig. Es wurden wichtige Schritte unternommen, um das Antragsverfahren für den Waldumbau zukunftsfähig zu machen. Digitalisierung und Vereinheitlichung der Formulare und eine zukunftsweisende Baumartenempfehlung sind seit letztem Jahr gültig. Fördermittel für den Waldumbau scheint es derzeit genügend zu geben, es wird aber auch langfristig eine erfahrene Bewilligungsbehörde gebraucht. Zu diesem wichtigen Zeitpunkt, wo der Klimawandel sich mit aller Wucht in unseren Wäldern bemerkbar macht, darf es keine Abschaffung von funktionierenden Kompetenzen geben. Die Bedingung für die Nutzung aller Fördermittel ist eine funktionierende, transparente und möglichst einfache Antragstellung, diese muss erhalten und weiterentwickelt werden.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit, Ihr eindrucksvollstes Projekt?
Gemeinsam mit engagierten Waldbesitzern konnten wir im Kleinprivatwald ein paar schöne Maßnahmen realisieren. 2019 konnte ich mehrere Förderanträge für Zaunbauten unter uralten Buchenbeständen in Märkisch-Oderland fördern lassen. Da war der Boden kahl. Sonst wurde dort nichts gemacht. Heute ist flächig Buche zu sehen – wie gesät. Nur weil die Rehe und Hirsche des umgebenden Adelswaldes nicht mehr rankommen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode in Bezug auf den Waldumbau?
Ein Wunsch ist im vergangenen Jahr wahr geworden: ein moderner Förderkatalog mit fairen Fördersätzen. Je nach Standort können jetzt sogar Nusskulturen gefördert werden, das ist super. Heute wünsche ich mir, dass die behördlichen Kapazitäten erhalten werden. Ohne ortskundige Hoheitsförster und fachkundige Sachbearbeiter kommt man nicht weit. Das gewonnene Vertrauen kann so erhalten werden und das ist extrem wichtig. Zudem wünsche ich mir, dass es mehr waldbauliche Jagd gibt, damit wir nicht jeden Baum erst pflanzen müssen, denn das schaffen wir nicht.

Mehr unter www.forst-hesse.de

Portrait Alfred Hesse
© Angelika Hesse

Alfred Hesse, Forstberater (2023)

Alfred Hesse ist im Barnim geboren und aufgewachsen. Nach seinem Bachelor als Forstwissenschaftler, betreute er zunächst zwei Jahre für die Forstliche Versuchsanstalt Baden-Württemberg Waldversuchsflächen im Ländle. Parallel dazu machte er sich als Förster selbstständig und arbeitete später auch im angewandten Naturschutz. Seinen Master Forstwissenschaften schloss er 2020 ab und kehrte nach Berlin und Brandenburg zurück, wo er heute als freiberuflicher Förster berät, Forstplanungen durchführt und auch eine kirchliche Waldgemeinschaft/FBG mitbetreut.

Seit wann sind Sie als Forstberater im Land Brandenburg tätig? Was prägt Ihre Arbeit? Und seit wann sind Sie mit den Fördermöglichkeiten für die Forstwirtschaft über den ELER vertraut?
Ich berate Forstbetriebe in Brandenburg seit 2019. Nach der Akkreditierung begann zunächst die Akquise von beratungsbedürftigen Waldbesitzern. Nicht alle haben Lust, sich mit ihrem Wald zu beschäftigen. Da ist einige Überzeugungsarbeit notwendig gewesen, aber doch: nach und nach kamen Interessierte auch auf mich zu. Oft habe ich im Vorfeld ein persönliches Kennenlerngespräch geführt und die Vorteile und Möglichkeiten der geförderten Beratung erklärt. Es geht immer auch darum, das Vertrauen der Waldbesitzer zu gewinnen - dabei begegneten mir die verschiedensten Charaktere.

Ich finde es immer wieder spannend einem Menschen in seinem Wald zu begegnen und herauszufinden, was für Wald und Besitzenden gut und richtig sein könnte. Viele planen, ihren Wald klimastabil zu gestalten. Die nötigen Mittel für die Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft werden über das Land Brandenburg bereitgestellt - die Vorhaben sind dann EU-kofinanziert, aber das muss man erst mal herausfinden und dann das WIE.

Schon früher hatte ich mit der Beantragung zu ELER-Mitteln zu tun. Für die Beratenden habe ich dann von Anfang an passende Förderanträge ausgewählt und begleitet. Von der Idee bis zum geförderten Vorhaben vergehen aber gern zwei Jahre und mehr. Aufgrund der Fristen und der natürlichen Bedingungen (Bäume pflanzt man im Herbst oder Frühjahr) sind die Beratungszeiträume sehr lang. Häufig kommen auch nach den beendeten Beratungen wichtige Fragen auf, was aufgrund der komplexen Förderverfahren für mich gut nachvollziehbar ist. Ich versuche für alle von mir angefangenen Projekte Lösungen und Antworten auf die jeweiligen Fragen zu finden - oft im engen Austausch mit den zuständigen Behörden. Bemerkenswert ist der Kooperationswille und die Hilfsbereitschaft, die die Mitarbeiter der Bewilligungsbehörde Forst und die Hoheitsförster an den Tag legen.

Welche Fördermaßnahmen haben Sie bereits angewendet bzw. als Forstberater Waldbesitzern oder Forstbetriebsgemeinschaften (FBGn) nahegebracht?
Ein Schwerpunkt der Forstlichen Beratung ist das Thema Naturschutz im Wald. Ich habe gezielt die Beantragung von Fördermitteln für Vertragsnaturschutzmaßnahmen beworben, weil ich es eine tolle Sache finde. Waldbesitzer mit besonders schützenswerten Beständen bekommen Prämien für eine schonende Bewirtschaftung oder sogar den Verzicht der Bewirtschaftung. Oft sind die Bestände gerade deshalb so wertvoll, weil die Axt nur selten im Walde war - also ist es eine Art Belohnung, obwohl andersherum gedacht – nämlich für die Unterlassung in Zukunft. Das ist nett, weil die Eigentümer so auch ein Gefühl für den Wert der alten Bäume bekommen.

Ein Kernthema ist in vielen Beratungen der Waldumbau von Kiefernreinbeständen oder die Etablierung von Waldrändern. Oft geht das nur mit Zaun, Pflug und Spaten – das bedeutet: das verbeißende Wild fernhalten, den Boden verwunden und wenn eine Naturverjüngung nicht zu erwarten ist, eben Bäume pflanzen. Gerade beim Waldumbau ist aber auch zukünftig eine regelmäßige Pflege notwendig, das müssen die Waldbesitzer im Blick behalten. Die waldbauliche Planung, welches Verfahren, welche Baumart: für mich ist das immer spannend!

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Hemmnisse im Waldumbau? Wie können Fördermaßnahmen einen Beitrag zum Waldumbau leisten?
Ich bin immer wieder beeindruckt von der Schönheit der Natur und von der Komplexität unserer Waldökosysteme. Wenn es mir gelingt, Waldbesitzern bei der Entwicklung ihrer Bestände zu helfen, und dadurch die unbezahlbaren Leistungen unserer Wälder zu sichern, ist das für mich eine große Motivation.

Zukünftige gesunde Wälder in Brandenburg sind bunt. Ohne Eiche und Buche geht es kaum, das zeigen die sich derzeit bewahrheitenden Prognosen übereinstimmend. Aber es braucht auch die Nebenbaumarten. Linde, Aspe, Ahorn oder Wildbirne – unsere Wälder müssen diverser werden. Alles einzäunen und pflanzen geht nicht, obwohl das häufig förderfähig ist, können wir aufgrund der fehlenden Arbeitskräfte und der Dringlichkeit gar nicht alles schaffen.

Deshalb ist und bleibt die waldbauorientierte Jagd so wichtig. Aber es ist ein komplizierter Prozess, bis überall die Wilddichten eine Eichennaturverjüngung zulassen. Bis dahin bleibt der geförderte Waldumbau vielerorts notwendig. Es wurden wichtige Schritte unternommen, um das Antragsverfahren für den Waldumbau zukunftsfähig zu machen. Digitalisierung und Vereinheitlichung der Formulare und eine zukunftsweisende Baumartenempfehlung sind seit letztem Jahr gültig. Fördermittel für den Waldumbau scheint es derzeit genügend zu geben, es wird aber auch langfristig eine erfahrene Bewilligungsbehörde gebraucht. Zu diesem wichtigen Zeitpunkt, wo der Klimawandel sich mit aller Wucht in unseren Wäldern bemerkbar macht, darf es keine Abschaffung von funktionierenden Kompetenzen geben. Die Bedingung für die Nutzung aller Fördermittel ist eine funktionierende, transparente und möglichst einfache Antragstellung, diese muss erhalten und weiterentwickelt werden.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit, Ihr eindrucksvollstes Projekt?
Gemeinsam mit engagierten Waldbesitzern konnten wir im Kleinprivatwald ein paar schöne Maßnahmen realisieren. 2019 konnte ich mehrere Förderanträge für Zaunbauten unter uralten Buchenbeständen in Märkisch-Oderland fördern lassen. Da war der Boden kahl. Sonst wurde dort nichts gemacht. Heute ist flächig Buche zu sehen – wie gesät. Nur weil die Rehe und Hirsche des umgebenden Adelswaldes nicht mehr rankommen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode in Bezug auf den Waldumbau?
Ein Wunsch ist im vergangenen Jahr wahr geworden: ein moderner Förderkatalog mit fairen Fördersätzen. Je nach Standort können jetzt sogar Nusskulturen gefördert werden, das ist super. Heute wünsche ich mir, dass die behördlichen Kapazitäten erhalten werden. Ohne ortskundige Hoheitsförster und fachkundige Sachbearbeiter kommt man nicht weit. Das gewonnene Vertrauen kann so erhalten werden und das ist extrem wichtig. Zudem wünsche ich mir, dass es mehr waldbauliche Jagd gibt, damit wir nicht jeden Baum erst pflanzen müssen, denn das schaffen wir nicht.

Mehr unter www.forst-hesse.de

Portraitfoto von Björn Wiese
© Stefan Escher/Agentur One

Björn Wiese, Geschäftsführer Wiese Backwaren GbR (2022)

Björn Wiese ist in Eberswalde geboren, im nahegelegenen Dorf Britz aufgewachsen und hat eine Ausbildung zum Bäcker in Eberswalde absolviert. Bereits sein Großvater und Vater haben eine Bäckerei in Britz geführt. 1994 legte er seine Meisterprüfung im Bäckerhandwerk ab und gründete 1998 zusammen mit seiner Schwester die Wiese Backwaren GbR. Dabei wird großer Wert auf regionale Wertschöpfungsketten und die Verarbeitung natürlicher, möglichst biologischer Zutaten gelegt.

Welche Backverfahren und Traditionen pflegen Sie?

Wir backen mit Sauerteig. Früher backten die Bäcker so, weil es nicht anders ging. Sie mischten Mehl aus der Mühle nebenan mit Wasser und bekamen Sauerteig. Sie fütterten den Teig weiter mit Mehl und Wasser. Sie kneteten ihn mit aller Kraft, die sie hatten. Sie falteten ihn und ließen ihn lange ruhen. Irgendwann war der Teig so stabil, dass sie Brot backen konnten. Hefe gab es nicht. Und Strom auch nicht.

Heute backen wir so, weil wir ein natürliches Lebensmittel anbieten wollen. Wir backen vor allem Roggenbrot, weil der Roggen mit dem Brandenburger Sandboden zufrieden ist. Wir können ihn regional einkaufen.

Wir arbeiten und backen inzwischen auch viel am Tag. Die meisten Brote wandern gegen 6 Uhr in den Ofen und liegen ab 9 Uhr im Regal. Unsere Bäckerinnen und Bäcker stehen nicht mehr mitten in der Nacht auf, denn unsere Brote müssen nicht alle im Laden liegen, wenn wir um 5 Uhr die Türe öffnen. Die ersten Kleingebäcke und Brötchen backen wir dagegen sehr früh. Die Seelen zum Beispiel gegen 4 Uhr. Einen Teil unserer Brote backen wir sogar auch erst am Vormittag. Das Beutebrot, die Altwiener Kruste und Roggen Dinkel zum Beispiel  backen wir direkt vor den Augen der Kundschaft in der Backwerkstatt.

Durch vermehrte Verlagerung der Arbeitszeiten in den Tag hinein, sind die Arbeitszeiten für die Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter attraktiver. Auch haben wir dadurch eine gestiegene Nachfrage an Ausbildungsplätzen.

Was motiviert Sie besonders bei Ihrer Arbeit, was sind Ihre Spezialitäten, was machen Sie anders als andere Bäckereien?

Mich motiviert bei der täglichen Arbeit, dass wir aus einfachen Rohstoffen tolle Produkte herstellen. Das Wissen über die handwerkliche Herstellung von Backwaren, welches wir uns über die Jahre erarbeitet haben, geben wir in der Ausbildung an junge Menschen weiter. Immer wieder junge motivierte Menschen zu finden, die an unserem Handwerk interessiert sind, ist unser größter Schatz und auch meine Motivation.

Unsere Spezialität ist es, sehr viele Backwaren mit Hilfe von Sauerteig herzustellen, nicht nur Brot, sondern auch Kleingebäck und sogar süße Gebäcke. Ich habe vor vier Jahren mein eigenes Auto abgeschafft und bin auf ein Lastenrad umgestiegen, mit dem ich auch ausliefere. Nicht zuletzt ist eines der ältesten Lastenräder das Bäckerrad! Dadurch hat sich mein Blick auf die Mobilität verändert. Die täglichen Fahrten mit dem Lastenrad sind für mich ein Ausgleich und Motivation zugleich.

Mit wie vielen Leuten haben Sie und Ihre Schwester Birte 1998 begonnen und wie hat sich das Unternehmen bis heute entwickelt? Welche Rolle spielten dabei Fördergelder, etwa LEADER? Wie haben Sie von LEADER-Mitteln erfahren?

Wir haben 1998 mit acht Mitarbeitenden angefangen, heute arbeiten bei uns 60 Menschen in Voll-/Teilzeit und Ausbildung. Für uns als regionales KMU kommen oft andere Fördermittel (wie z.B. GRW Mittel) nicht in Betracht, deshalb sind wir sehr froh jetzt Mittel aus dem LEADER-Programm erhalten zu haben. Wir haben davon von unserem Betriebsberater erfahren, welcher auch bei der umfangreichen Antragstellung geholfen hat.

Diese Mittel sind für uns als Unterstützung wichtig, um die regionalen Wertschöpfungsketten auszubauen, in zeitgemäße Technologien und auch in Ausbildung zu investieren, um damit unsere Fachkräftesicherung durchzuführen und das Unternehmen für die Zukunft sicher aufzustellen. Wir betreiben heute mehrere Verkaufsstellen in Eberswalde und eine Produktionsstätte im nahegelegenen Dorf Britz.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit dem Förderprozess und was wurde gefördert?

Die Beantragung und der Förderprozess bei LEADER sind schon sehr umfangreich. Deshalb lohnt sich dieser nur bei größeren Vorhaben. Wir haben deshalb bei unserem Vorhaben einen Betriebsberater mit eingebunden, der schon aus anderen LEADER-Anträgen Erfahrungen mitbrachte.

Gefördert wurde ein Etagenbackofen mit Tuffstein als Wärmespeicher. Der neue Ofen unterstützt mehr Handarbeit, mehr Regionalität und die Verarbeitung kleinerer Chargen. Gleichzeitig werden die Produkte mit Speicherwärme und dadurch kürzerer Backzeit produziert.

Wie stark beeinträchtigt Sie der aktuelle Anstieg der Energiekosten und wie gehen Sie damit um?

Auch wir sind, wie alle anderen Branchen, von der Erhöhung der Energiepreise betroffen. Bei Gas haben wir zum Glück noch einen Vertrag bis Ende 2023. Bei Strom leider nicht. Die genauen Stromkosten für 2023 können wir deshalb noch nicht genau kalkulieren. Die kommenden Preisdeckel werden hoffentlich etwas Entspannung bringen.

Wir haben zum 1. Oktober 2022 unsere Preise um 10 Prozent erhöht, um auch die Löhne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 10 Prozent zu erhöhen. Damit wollten wir diesen vor allem einen Inflationsausgleich geben. Enthalten ist auch ein Puffer für gestiegene Rohstoffpreise und Energiekosten. Im Frühjahr 2023 werden wir sehen, wie sich diese Veränderungen in unserer Erlös- und Kostenstruktur auswirken. Danach wird entschieden, ob weitere Maßnahmen nötig sind.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Werden Sie versuchen, weitere Projekte mit Unterstützung von ELER-Mitteln umzusetzen?

Wir wollen weiter in Ausbildung und die Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe investieren. Auch das Thema alternative Versorgung mit Energie ist bei uns ein Thema.

Eine Idee, die gerade in einem Projekt von Studierenden der HNE Eberswalde untersucht wird, ist die Anschaffung von Reinigungs- und Vermahlungstechnik. Wenn wir die Ergebnisse analysiert haben, werden wir schauen, ob und wie wir ELER-Mittel zur Umsetzung in die Finanzierung mit einbauen können. Ohne diese Fördermittel ist es für uns als KMU im Bereich Lebensmittelverarbeitung schwierig, Innovationen umzusetzen.

www.wiese-brot.de

Portraitfoto von Björn Wiese
© Stefan Escher/Agentur One

Björn Wiese, Geschäftsführer Wiese Backwaren GbR (2022)

Björn Wiese ist in Eberswalde geboren, im nahegelegenen Dorf Britz aufgewachsen und hat eine Ausbildung zum Bäcker in Eberswalde absolviert. Bereits sein Großvater und Vater haben eine Bäckerei in Britz geführt. 1994 legte er seine Meisterprüfung im Bäckerhandwerk ab und gründete 1998 zusammen mit seiner Schwester die Wiese Backwaren GbR. Dabei wird großer Wert auf regionale Wertschöpfungsketten und die Verarbeitung natürlicher, möglichst biologischer Zutaten gelegt.

Welche Backverfahren und Traditionen pflegen Sie?

Wir backen mit Sauerteig. Früher backten die Bäcker so, weil es nicht anders ging. Sie mischten Mehl aus der Mühle nebenan mit Wasser und bekamen Sauerteig. Sie fütterten den Teig weiter mit Mehl und Wasser. Sie kneteten ihn mit aller Kraft, die sie hatten. Sie falteten ihn und ließen ihn lange ruhen. Irgendwann war der Teig so stabil, dass sie Brot backen konnten. Hefe gab es nicht. Und Strom auch nicht.

Heute backen wir so, weil wir ein natürliches Lebensmittel anbieten wollen. Wir backen vor allem Roggenbrot, weil der Roggen mit dem Brandenburger Sandboden zufrieden ist. Wir können ihn regional einkaufen.

Wir arbeiten und backen inzwischen auch viel am Tag. Die meisten Brote wandern gegen 6 Uhr in den Ofen und liegen ab 9 Uhr im Regal. Unsere Bäckerinnen und Bäcker stehen nicht mehr mitten in der Nacht auf, denn unsere Brote müssen nicht alle im Laden liegen, wenn wir um 5 Uhr die Türe öffnen. Die ersten Kleingebäcke und Brötchen backen wir dagegen sehr früh. Die Seelen zum Beispiel gegen 4 Uhr. Einen Teil unserer Brote backen wir sogar auch erst am Vormittag. Das Beutebrot, die Altwiener Kruste und Roggen Dinkel zum Beispiel  backen wir direkt vor den Augen der Kundschaft in der Backwerkstatt.

Durch vermehrte Verlagerung der Arbeitszeiten in den Tag hinein, sind die Arbeitszeiten für die Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter attraktiver. Auch haben wir dadurch eine gestiegene Nachfrage an Ausbildungsplätzen.

Was motiviert Sie besonders bei Ihrer Arbeit, was sind Ihre Spezialitäten, was machen Sie anders als andere Bäckereien?

Mich motiviert bei der täglichen Arbeit, dass wir aus einfachen Rohstoffen tolle Produkte herstellen. Das Wissen über die handwerkliche Herstellung von Backwaren, welches wir uns über die Jahre erarbeitet haben, geben wir in der Ausbildung an junge Menschen weiter. Immer wieder junge motivierte Menschen zu finden, die an unserem Handwerk interessiert sind, ist unser größter Schatz und auch meine Motivation.

Unsere Spezialität ist es, sehr viele Backwaren mit Hilfe von Sauerteig herzustellen, nicht nur Brot, sondern auch Kleingebäck und sogar süße Gebäcke. Ich habe vor vier Jahren mein eigenes Auto abgeschafft und bin auf ein Lastenrad umgestiegen, mit dem ich auch ausliefere. Nicht zuletzt ist eines der ältesten Lastenräder das Bäckerrad! Dadurch hat sich mein Blick auf die Mobilität verändert. Die täglichen Fahrten mit dem Lastenrad sind für mich ein Ausgleich und Motivation zugleich.

Mit wie vielen Leuten haben Sie und Ihre Schwester Birte 1998 begonnen und wie hat sich das Unternehmen bis heute entwickelt? Welche Rolle spielten dabei Fördergelder, etwa LEADER? Wie haben Sie von LEADER-Mitteln erfahren?

Wir haben 1998 mit acht Mitarbeitenden angefangen, heute arbeiten bei uns 60 Menschen in Voll-/Teilzeit und Ausbildung. Für uns als regionales KMU kommen oft andere Fördermittel (wie z.B. GRW Mittel) nicht in Betracht, deshalb sind wir sehr froh jetzt Mittel aus dem LEADER-Programm erhalten zu haben. Wir haben davon von unserem Betriebsberater erfahren, welcher auch bei der umfangreichen Antragstellung geholfen hat.

Diese Mittel sind für uns als Unterstützung wichtig, um die regionalen Wertschöpfungsketten auszubauen, in zeitgemäße Technologien und auch in Ausbildung zu investieren, um damit unsere Fachkräftesicherung durchzuführen und das Unternehmen für die Zukunft sicher aufzustellen. Wir betreiben heute mehrere Verkaufsstellen in Eberswalde und eine Produktionsstätte im nahegelegenen Dorf Britz.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit dem Förderprozess und was wurde gefördert?

Die Beantragung und der Förderprozess bei LEADER sind schon sehr umfangreich. Deshalb lohnt sich dieser nur bei größeren Vorhaben. Wir haben deshalb bei unserem Vorhaben einen Betriebsberater mit eingebunden, der schon aus anderen LEADER-Anträgen Erfahrungen mitbrachte.

Gefördert wurde ein Etagenbackofen mit Tuffstein als Wärmespeicher. Der neue Ofen unterstützt mehr Handarbeit, mehr Regionalität und die Verarbeitung kleinerer Chargen. Gleichzeitig werden die Produkte mit Speicherwärme und dadurch kürzerer Backzeit produziert.

Wie stark beeinträchtigt Sie der aktuelle Anstieg der Energiekosten und wie gehen Sie damit um?

Auch wir sind, wie alle anderen Branchen, von der Erhöhung der Energiepreise betroffen. Bei Gas haben wir zum Glück noch einen Vertrag bis Ende 2023. Bei Strom leider nicht. Die genauen Stromkosten für 2023 können wir deshalb noch nicht genau kalkulieren. Die kommenden Preisdeckel werden hoffentlich etwas Entspannung bringen.

Wir haben zum 1. Oktober 2022 unsere Preise um 10 Prozent erhöht, um auch die Löhne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 10 Prozent zu erhöhen. Damit wollten wir diesen vor allem einen Inflationsausgleich geben. Enthalten ist auch ein Puffer für gestiegene Rohstoffpreise und Energiekosten. Im Frühjahr 2023 werden wir sehen, wie sich diese Veränderungen in unserer Erlös- und Kostenstruktur auswirken. Danach wird entschieden, ob weitere Maßnahmen nötig sind.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Werden Sie versuchen, weitere Projekte mit Unterstützung von ELER-Mitteln umzusetzen?

Wir wollen weiter in Ausbildung und die Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe investieren. Auch das Thema alternative Versorgung mit Energie ist bei uns ein Thema.

Eine Idee, die gerade in einem Projekt von Studierenden der HNE Eberswalde untersucht wird, ist die Anschaffung von Reinigungs- und Vermahlungstechnik. Wenn wir die Ergebnisse analysiert haben, werden wir schauen, ob und wie wir ELER-Mittel zur Umsetzung in die Finanzierung mit einbauen können. Ohne diese Fördermittel ist es für uns als KMU im Bereich Lebensmittelverarbeitung schwierig, Innovationen umzusetzen.

www.wiese-brot.de

Portraitfoto von Dr. Lutz Kraushaar
© Manuela Kettenbach-Basler
Dr. Lutz Kraushaar (2022)

Dr. Lutz Kraushaar, geboren in Berlin, lebt und arbeitet bis heute in der Hauptstadt. Nach seiner Ausbildung als Gärtner für Zierpflanzen- und Gemüsebau schlossen sich mehrere Jahre Berufspraxis an. Es folgten ein Hochschulstudium zum Diplomagraringenieurökonom und die Promotion. 1992 machte er sich mit der Gründung eines Gartenbauberatungs- und Investitionsbetreuungsbüros selbständig und erhielt die Zulassung als erster auf den Gartenbau spezialisierter Betreuer landwirtschaftlicher Förderverfahren. Zudem ist er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für verschiedene Gebiete des Gartenbaus und ist für die landwirtschaftliche Energieberatung zugelassen. 

Seit wann stehen Sie mit dem ELER in Verbindung? Welche Projekte aus dem Bereich Gartenbau haben Sie dabei betreut / unterstützt?

Mein beruflicher Werdegang brachte es mit sich, dass mich der ELER von Anfang an in meiner Arbeit begleitete und ich die vorhandenen Finanzierungsinstrumente in den von mir betreuten Vorhaben aktiv nutze.

Einen Schwerpunkt meiner beruflichen Tätigkeit machte von Anfang an die fördertechnische Betreuung einzelbetrieblicher Investitionsvorhaben im Gartenbau aus. Begonnen hat alles im Land Brandenburg. Um zukunftsseitig marktwirtschaftlich bestehen zu können, mussten sich in den 90er Jahren alle gartenbaulichen Unternehmen in unserer Region durch Maßnahmen der Umstrukturierung und Modernisierung über Investitionen neu aufstellen.  

Alle von mir betreuten Vorhaben und Projekte haben sich ausnahmslos erfolgreich wirtschaftlich entwickelt. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der gemeinsamen Agrarpolitik. Dabei ging es mir immer darum, der gesamten Branche verlässlicher Ansprechpartner zu sein und keine Unterschiede zwischen den vielen kleineren, familiär geführten Betrieben und großen Unternehmen zu machen.

Die meisten von mir betreuten Vorhaben wurden unter anteiliger Einbindung von ELER-Mitteln gefördert. Ein Beispiel ist das ELER-Projekt des Monats April 2013  „Bildungsarbeit für die acht besten Einzelhandelsgärtnereien (www.gaertnerei-erleben.de ) im Land Brandenburg“, welches seither jährlich fortgesetzt wurde.

Ohne diese Fördermittel wären die Vorhaben umfänglich gar nicht oder nur in abgespeckter Form realisiert worden. Zwischen Zuwendungsgeber und Zuwendungsempfänger trug ich als Betreuer dieser Vorhaben im Verlauf meines Berufslebens Verantwortung für schätzungsweise mehrere Hundert Millionen Euro, die den Zuwendungsempfängern als anteilige Finanzierungsmittel ausgezahlt wurden.

Wie bewerten Sie als Mitglied des gemeinsamen Begleitausschusses (BGA) das Instrument „BGA“ für die Umsetzung der Partnerschaft der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds im Hinblick auf Berlin und Brandenburg? Wie bewerten Sie den partnerschaftlichen Prozess und die Zusammenarbeit mit der VB ELER?

Ich bin seit 2014 als Wirtschaftspartner Mitglied im BGA und vertrete, entsandt von den Berliner Landwirtschafts- und Gartenbaubetrieben, deren Interessen.   

Da die Gartenbauunternehmen der Bundesländer Berlin und Brandenburg aber in einem gemeinsamen Gartenbauverband Berlin-Brandenburg e.V. organisiert und vereint sind und gleichgelagerte berufsständische Interessen der Betriebe in Berlin und Brandenburg bestehen, berücksichtige ich in meiner Arbeit im BGA und in meinem Abstimmungsverhalten stets die berufsständische Sicht der Gartenbauunternehmen beider Bundesländer.

Da dem BGA in der Beratung, im Austausch und bei Beschlussfassungen sowohl Vertreter oder Vertreterinnen der Verwaltungsbehörden der EU-Fonds, der zuständigen Stellen der Landesregierung(en), der Bundesministerien und der Wirtschafts- und Sozialpartner angehören ist eine Arbeit „auf Augenhöhe“ gewünscht und auch möglich.

Alle Verwaltungsbehörden legen auf die Meinung und Einschätzungen der einzelnen Wirtschafts- und Sozialpartner im BGA großen Wert, haben diese doch sehr guten Einblick in die praktische Umsetzung der Fördermaßnahmen vor Ort und auch in die dabei auftretenden Probleme.

Den partnerschaftlichen Prozess und die Zusammenarbeit mit der ELER-Verwaltungsbehörde, koordiniert durch die Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) bewerte ich als vorbildlich und beispielgebend. Die ELER-Verwaltungsbehörde informiert und kommuniziert stets rechtzeitig, offen und transparent und fördert den informellen Austausch und Netzwerkgedanken zwischen der ELER-VB und den Partnern.
Deshalb ist es richtig, dass an dem bewährten Partnerschaftsprinzip zumindest informell festgehalten wird, da sich in Zukunft zu treffende Entscheidungen auch der Wirtschafts- und Sozialpartner bezüglich des ELER in der neuen Förderperiode durch den auf nationaler Ebene zu beschließenden GAP-Strategieplan verlagern werden.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit? Wo gibt es aus Ihrer Sicht Optimierungsbedarf?

Die Motivation ergibt sich für mich aus der Verantwortung, die ich mit Entsendung in den BGA für die landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Unternehmen trage.

Aus der Kenntnis der über die Arbeit im BGA bereitgestellten Informationen möchte ich einen Beitrag leisten, dass die zur Verfügung stehenden Finanzmittel von den Unternehmen der Landwirtschaft und des Gartenbaus aktiv eingesetzt und effizient genutzt werden können. Die Mitglieder des BGA werde ich auch zukünftig über Erfahrungen und auftretende Probleme in der Förderpraxis berichten.
Optimierungspotenzial gibt es insbesondere in der Weiterentwicklung / Ausgestaltung der Allgemeinen Nebenbedingungen und den formulierten Anforderungen und Auflagen einer Projektförderung. Diese müssen zwar den Rahmen der einzuhaltenden Rechtsvorschriften und die Bedingungen der zu gewährenden Förderungen abbilden, dürfen unter den sich laufend verändernden gesellschaftlichen Bedingungen jedoch nicht zu Hemmnissen in der Nutzung der entsprechenden Förderprogramme führen. Ein besserer Zugang zu den Fördermöglichkeiten ist durch Vereinfachungen und eine weitere Entbürokratisierung der Förderverfahren von der Antragstellung bis zum Verwendungsnachweis / der Auszahlung der Mittel, insbesondere für kleinere Unternehmen, zu erreichen. Dabei ist man trotz Willensbekundung auf den verschiedenen Ebenen in den letzten Jahren noch nicht entschieden genug vorangekommen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in den letzten Jahren / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Für mich sind bisher alle von mir betreuten Projekte auf unterschiedliche Art und Weise beeindruckend gewesen. Kleine Projekte sind mir genauso wichtig wie große Vorhaben. Als Betreuer nimmt man eine Mittlerfunktion zwischen Zuwendungsgeber und Zuwendungsempfänger ein. Es handelt sich um eine beratend begleitende Dienstleistung. Ohne aktiv umsetzende Unternehmer:innen bleiben Betriebsentwicklungskonzepte jedoch Makulatur. Deshalb übernehme ich nur Aufträge, bei denen mich insbesondere die Unternehmerpersönlichkeiten überzeugen.

Durch meine langjährige Tätigkeit haben sich zu vielen Unternehmen dauerhafte Dienstleistungsverhältnisse ergeben. Viele Unternehmen begleite ich seit Anfang der 90er Jahre. Sie  investieren unter meiner Betreuung schon seit Jahrzehnten immer wieder in die Modernisierung und Erweiterung ihrer Unternehmen, manche schöpfen dabei die in der jeweiligen Förderperiode projektbezogen zur Verfügung stehenden Förderhöchstbeträge aus.

So sind in unserer Region prägende Gartenbaubetriebe entstanden (Beispiel: Projekt des Monats Juli 2022). Sie leisten einen wichtigen Beitrag in der regionalen Wertschöpfungskette, sind wettbewerbsfähig und bieten den Familien, Inhabern, Gesellschaftern und Beschäftigten über die dauerhafte Schaffung von Arbeitsplätzen gesicherte Einkommen.    

Es freut mich, welche Entwicklung viele gartenbauliche Unternehmen von den Anfängen der Wiedereinrichtung und Modernisierung bis heute genommen haben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Meine gesamte Berufstätigkeit war und ist so ausgerichtet, stets einen aktiven Beitrag zur Entwicklung des Gartenbaus zu leisten. Der gärtnerische Berufsstand steht in Anbetracht der gegenwärtigen Situation vor großen Herausforderungen. Vor allem die Lage der Unterglas-Betriebe spitzt sich rasant zu, aber auch Freilandbetriebe sind insbesondere durch die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen betroffen.
Die Kostenexplosionen im Energie- und Rohstoffmarkt, die Einführung der CO2-Bepreisung, Lieferengpässe bzw. Ausfälle der Lieferketten machen den Gartenbaubetrieben aller Produktionsrichtungen zu schaffen. Aber auch der gärtnerische Fachhandel und Dienstleistungsbereich sind betroffen.

Die erheblichen Mehrkosten (ab Oktober steigen zudem die Mindestlöhne) können nicht ausreichend oder gar flächendeckend über den Markt kompensiert werden. Es wird in vielen Betrieben zu Einschnitten in den Betriebsergebnissen kommen.

Schon jetzt zeigt sich, dass die inflationären Entwicklungen die gesamten Wertschöpfungsketten im Gartenbau beeinflussen und Kunden sich selbst beim Obst und Gemüse und erst recht beim Kauf von Zierpflanzen zurückhalten.

Der Gartenbau in Brandenburg konnte mit vergleichsweise sehr guten Ergebnissen die zwei Corona-Jahre 2020 und 2021 abschließen. Diese Ergebnisse werden bereits 2022 nicht mehr erreicht.

Unternehmen äußern sich, dass sie geplante Investitionsmaßnahmen oder andere Maßnahmen bzw. Projekte zurückstellen wollen, weil sie sich liquiditätsseitig gegen Unwägbarkeiten absichern müssen.
Ich wünsche mir, dass diese Entwicklung zeitlich begrenzt ist und sich die landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Unternehmen unserer Region dann wieder weiterentwickeln. Ich hoffe nicht, dass gerade kleinere familiengeführte Unternehmen bei fehlender Betriebsnachfolge die Aufgabe ihrer Betriebe erklären.

Trotzdem bin und bleibe ich für die neue Förderperiode optimistisch. Ich verfolge die laufenden Vorbereitungen zur Inkraftsetzung des gemeinsamen GAP-Strategieplanes auf nationaler Ebene. Die ELER-Verwaltungsbehörde hat dazu alle Interessierte stets aktuell informiert. Die Arbeit wird dabei auf Bewährtem aufbauen, Vereinfachungen sollen eingeführt werden.
Auch in der nächsten Förderperiode möchte ich den Betrieben verlässlich ein aktiv begleitender Berater und Betreuer ihrer ELER-unterstützen Vorhaben und Projekte sein.
Weitere Informationen unter www.dr-kraushaar.de und www.gaertnerei-erleben.de

Portraitfoto von Dr. Lutz Kraushaar
© Manuela Kettenbach-Basler
Dr. Lutz Kraushaar (2022)

Dr. Lutz Kraushaar, geboren in Berlin, lebt und arbeitet bis heute in der Hauptstadt. Nach seiner Ausbildung als Gärtner für Zierpflanzen- und Gemüsebau schlossen sich mehrere Jahre Berufspraxis an. Es folgten ein Hochschulstudium zum Diplomagraringenieurökonom und die Promotion. 1992 machte er sich mit der Gründung eines Gartenbauberatungs- und Investitionsbetreuungsbüros selbständig und erhielt die Zulassung als erster auf den Gartenbau spezialisierter Betreuer landwirtschaftlicher Förderverfahren. Zudem ist er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für verschiedene Gebiete des Gartenbaus und ist für die landwirtschaftliche Energieberatung zugelassen. 

Seit wann stehen Sie mit dem ELER in Verbindung? Welche Projekte aus dem Bereich Gartenbau haben Sie dabei betreut / unterstützt?

Mein beruflicher Werdegang brachte es mit sich, dass mich der ELER von Anfang an in meiner Arbeit begleitete und ich die vorhandenen Finanzierungsinstrumente in den von mir betreuten Vorhaben aktiv nutze.

Einen Schwerpunkt meiner beruflichen Tätigkeit machte von Anfang an die fördertechnische Betreuung einzelbetrieblicher Investitionsvorhaben im Gartenbau aus. Begonnen hat alles im Land Brandenburg. Um zukunftsseitig marktwirtschaftlich bestehen zu können, mussten sich in den 90er Jahren alle gartenbaulichen Unternehmen in unserer Region durch Maßnahmen der Umstrukturierung und Modernisierung über Investitionen neu aufstellen.  

Alle von mir betreuten Vorhaben und Projekte haben sich ausnahmslos erfolgreich wirtschaftlich entwickelt. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der gemeinsamen Agrarpolitik. Dabei ging es mir immer darum, der gesamten Branche verlässlicher Ansprechpartner zu sein und keine Unterschiede zwischen den vielen kleineren, familiär geführten Betrieben und großen Unternehmen zu machen.

Die meisten von mir betreuten Vorhaben wurden unter anteiliger Einbindung von ELER-Mitteln gefördert. Ein Beispiel ist das ELER-Projekt des Monats April 2013  „Bildungsarbeit für die acht besten Einzelhandelsgärtnereien (www.gaertnerei-erleben.de ) im Land Brandenburg“, welches seither jährlich fortgesetzt wurde.

Ohne diese Fördermittel wären die Vorhaben umfänglich gar nicht oder nur in abgespeckter Form realisiert worden. Zwischen Zuwendungsgeber und Zuwendungsempfänger trug ich als Betreuer dieser Vorhaben im Verlauf meines Berufslebens Verantwortung für schätzungsweise mehrere Hundert Millionen Euro, die den Zuwendungsempfängern als anteilige Finanzierungsmittel ausgezahlt wurden.

Wie bewerten Sie als Mitglied des gemeinsamen Begleitausschusses (BGA) das Instrument „BGA“ für die Umsetzung der Partnerschaft der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds im Hinblick auf Berlin und Brandenburg? Wie bewerten Sie den partnerschaftlichen Prozess und die Zusammenarbeit mit der VB ELER?

Ich bin seit 2014 als Wirtschaftspartner Mitglied im BGA und vertrete, entsandt von den Berliner Landwirtschafts- und Gartenbaubetrieben, deren Interessen.   

Da die Gartenbauunternehmen der Bundesländer Berlin und Brandenburg aber in einem gemeinsamen Gartenbauverband Berlin-Brandenburg e.V. organisiert und vereint sind und gleichgelagerte berufsständische Interessen der Betriebe in Berlin und Brandenburg bestehen, berücksichtige ich in meiner Arbeit im BGA und in meinem Abstimmungsverhalten stets die berufsständische Sicht der Gartenbauunternehmen beider Bundesländer.

Da dem BGA in der Beratung, im Austausch und bei Beschlussfassungen sowohl Vertreter oder Vertreterinnen der Verwaltungsbehörden der EU-Fonds, der zuständigen Stellen der Landesregierung(en), der Bundesministerien und der Wirtschafts- und Sozialpartner angehören ist eine Arbeit „auf Augenhöhe“ gewünscht und auch möglich.

Alle Verwaltungsbehörden legen auf die Meinung und Einschätzungen der einzelnen Wirtschafts- und Sozialpartner im BGA großen Wert, haben diese doch sehr guten Einblick in die praktische Umsetzung der Fördermaßnahmen vor Ort und auch in die dabei auftretenden Probleme.

Den partnerschaftlichen Prozess und die Zusammenarbeit mit der ELER-Verwaltungsbehörde, koordiniert durch die Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) bewerte ich als vorbildlich und beispielgebend. Die ELER-Verwaltungsbehörde informiert und kommuniziert stets rechtzeitig, offen und transparent und fördert den informellen Austausch und Netzwerkgedanken zwischen der ELER-VB und den Partnern.
Deshalb ist es richtig, dass an dem bewährten Partnerschaftsprinzip zumindest informell festgehalten wird, da sich in Zukunft zu treffende Entscheidungen auch der Wirtschafts- und Sozialpartner bezüglich des ELER in der neuen Förderperiode durch den auf nationaler Ebene zu beschließenden GAP-Strategieplan verlagern werden.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit? Wo gibt es aus Ihrer Sicht Optimierungsbedarf?

Die Motivation ergibt sich für mich aus der Verantwortung, die ich mit Entsendung in den BGA für die landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Unternehmen trage.

Aus der Kenntnis der über die Arbeit im BGA bereitgestellten Informationen möchte ich einen Beitrag leisten, dass die zur Verfügung stehenden Finanzmittel von den Unternehmen der Landwirtschaft und des Gartenbaus aktiv eingesetzt und effizient genutzt werden können. Die Mitglieder des BGA werde ich auch zukünftig über Erfahrungen und auftretende Probleme in der Förderpraxis berichten.
Optimierungspotenzial gibt es insbesondere in der Weiterentwicklung / Ausgestaltung der Allgemeinen Nebenbedingungen und den formulierten Anforderungen und Auflagen einer Projektförderung. Diese müssen zwar den Rahmen der einzuhaltenden Rechtsvorschriften und die Bedingungen der zu gewährenden Förderungen abbilden, dürfen unter den sich laufend verändernden gesellschaftlichen Bedingungen jedoch nicht zu Hemmnissen in der Nutzung der entsprechenden Förderprogramme führen. Ein besserer Zugang zu den Fördermöglichkeiten ist durch Vereinfachungen und eine weitere Entbürokratisierung der Förderverfahren von der Antragstellung bis zum Verwendungsnachweis / der Auszahlung der Mittel, insbesondere für kleinere Unternehmen, zu erreichen. Dabei ist man trotz Willensbekundung auf den verschiedenen Ebenen in den letzten Jahren noch nicht entschieden genug vorangekommen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in den letzten Jahren / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Für mich sind bisher alle von mir betreuten Projekte auf unterschiedliche Art und Weise beeindruckend gewesen. Kleine Projekte sind mir genauso wichtig wie große Vorhaben. Als Betreuer nimmt man eine Mittlerfunktion zwischen Zuwendungsgeber und Zuwendungsempfänger ein. Es handelt sich um eine beratend begleitende Dienstleistung. Ohne aktiv umsetzende Unternehmer:innen bleiben Betriebsentwicklungskonzepte jedoch Makulatur. Deshalb übernehme ich nur Aufträge, bei denen mich insbesondere die Unternehmerpersönlichkeiten überzeugen.

Durch meine langjährige Tätigkeit haben sich zu vielen Unternehmen dauerhafte Dienstleistungsverhältnisse ergeben. Viele Unternehmen begleite ich seit Anfang der 90er Jahre. Sie  investieren unter meiner Betreuung schon seit Jahrzehnten immer wieder in die Modernisierung und Erweiterung ihrer Unternehmen, manche schöpfen dabei die in der jeweiligen Förderperiode projektbezogen zur Verfügung stehenden Förderhöchstbeträge aus.

So sind in unserer Region prägende Gartenbaubetriebe entstanden (Beispiel: Projekt des Monats Juli 2022). Sie leisten einen wichtigen Beitrag in der regionalen Wertschöpfungskette, sind wettbewerbsfähig und bieten den Familien, Inhabern, Gesellschaftern und Beschäftigten über die dauerhafte Schaffung von Arbeitsplätzen gesicherte Einkommen.    

Es freut mich, welche Entwicklung viele gartenbauliche Unternehmen von den Anfängen der Wiedereinrichtung und Modernisierung bis heute genommen haben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Meine gesamte Berufstätigkeit war und ist so ausgerichtet, stets einen aktiven Beitrag zur Entwicklung des Gartenbaus zu leisten. Der gärtnerische Berufsstand steht in Anbetracht der gegenwärtigen Situation vor großen Herausforderungen. Vor allem die Lage der Unterglas-Betriebe spitzt sich rasant zu, aber auch Freilandbetriebe sind insbesondere durch die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen betroffen.
Die Kostenexplosionen im Energie- und Rohstoffmarkt, die Einführung der CO2-Bepreisung, Lieferengpässe bzw. Ausfälle der Lieferketten machen den Gartenbaubetrieben aller Produktionsrichtungen zu schaffen. Aber auch der gärtnerische Fachhandel und Dienstleistungsbereich sind betroffen.

Die erheblichen Mehrkosten (ab Oktober steigen zudem die Mindestlöhne) können nicht ausreichend oder gar flächendeckend über den Markt kompensiert werden. Es wird in vielen Betrieben zu Einschnitten in den Betriebsergebnissen kommen.

Schon jetzt zeigt sich, dass die inflationären Entwicklungen die gesamten Wertschöpfungsketten im Gartenbau beeinflussen und Kunden sich selbst beim Obst und Gemüse und erst recht beim Kauf von Zierpflanzen zurückhalten.

Der Gartenbau in Brandenburg konnte mit vergleichsweise sehr guten Ergebnissen die zwei Corona-Jahre 2020 und 2021 abschließen. Diese Ergebnisse werden bereits 2022 nicht mehr erreicht.

Unternehmen äußern sich, dass sie geplante Investitionsmaßnahmen oder andere Maßnahmen bzw. Projekte zurückstellen wollen, weil sie sich liquiditätsseitig gegen Unwägbarkeiten absichern müssen.
Ich wünsche mir, dass diese Entwicklung zeitlich begrenzt ist und sich die landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Unternehmen unserer Region dann wieder weiterentwickeln. Ich hoffe nicht, dass gerade kleinere familiengeführte Unternehmen bei fehlender Betriebsnachfolge die Aufgabe ihrer Betriebe erklären.

Trotzdem bin und bleibe ich für die neue Förderperiode optimistisch. Ich verfolge die laufenden Vorbereitungen zur Inkraftsetzung des gemeinsamen GAP-Strategieplanes auf nationaler Ebene. Die ELER-Verwaltungsbehörde hat dazu alle Interessierte stets aktuell informiert. Die Arbeit wird dabei auf Bewährtem aufbauen, Vereinfachungen sollen eingeführt werden.
Auch in der nächsten Förderperiode möchte ich den Betrieben verlässlich ein aktiv begleitender Berater und Betreuer ihrer ELER-unterstützen Vorhaben und Projekte sein.
Weitere Informationen unter www.dr-kraushaar.de und www.gaertnerei-erleben.de

Portraitfoto von Ulrich Böhm mit Baum im Hintergrund
© LBV Brandenburg e.V.

Ulrich Böhm, LBV Brandenburg (2022)

Ulrich Böhm ist Ur-Brandenburger und dies sogar im doppelten Sinne, denn er ist in der schönen Stadt Brandenburg a.d. Havel groß geworden. Inzwischen lebt er in Potsdam und freut sich (meistens) über die Entwicklung, die die Stadt und das Umland genommen hat. Anfang der 90er Jahre hat er an der Humboldt Universität Agrarwissenschaft studiert, war danach im Bereich „Marktbeobachtung“ tätig und ist seit 2005 Referent für Agrarpolitik beim Landesbauernverband Brandenburg e.V. und versucht über diesen Weg, die Landwirtschaft in Brandenburg mitzugestalten.  

Seit wann stehen Sie mit dem ELER in Verbindung und wie gestaltet sich die allgemeine Zusammenarbeit im Bereich der Agrarpolitik?

Agrarpolitik und Landwirtschaft sowie der ländliche Raum bzw. die ländliche Entwicklungspolitik bilden eine Einheit. Ohne den ländlichen Raum keine Landwirtschaft und ohne Landwirtschaft keinen lebenswerten ländlichen Raum. Ohne die ländliche Entwicklungspolitik stünde die Landwirtschaft nicht dort, wo sie heute steht.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die ländliche Entwicklungspolitik (ELER) über das rein Landwirtschaftliche, wie z.B. die Investitionsförderung für Stallneubauten nach Tierwohlgesichtspunkten, weit hinausgeht. So sind viele Programme darauf ausgerichtet, die Betriebe breiter aufzustellen und z.B. die Direktvermarktung anzukurbeln. Einen breiten Raum nehmen auch die Umweltprogramme ein, wie die Grünlandextensivierung, die Unterstützung des ökologischen Landbaues oder die Pflege von Heideflächen durch Beweidung. Die ELER-Programme stellen für viele Betriebe eine Win-Win-Situation dar. Sie engagieren sich für die Umwelt, produzieren wertvolle Lebensmittel und generieren Einkommen. Leider sehe ich zunehmend, dass für einen Teil der Betriebe der Zugang zu den EU-Mitteln schwieriger wird. Sei es, weil die Bürokratie zunimmt oder die Anforderungen so steigen, dass es sich nicht mehr für die Betriebe rechnet.

Beide Politik- bzw. Förderbereiche, die sogenannte 1. Säule und die 2. Säule (ELER) bedingen einander.

Wie bewerten Sie als Mitglied des Begleitausschusses (BGA) das Instrument „BGA“ für die Umsetzung der Partnerschaft der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds) und den partnerschaftlichen Prozess in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsbehörde ELER?

Aus dem BGA kommen für mich viele Anregungen, aber auch Hintergrundinformationen, die das Handeln der Verwaltung zumindest manchmal erklärbarer und nachvollziehbarer machen. Interessant ist auch der Blick über den Tellerrand hinaus. Man bekommt Einblick in andere Bereiche außerhalb der Landwirtschaft und setzt sich damit auseinander.

Der partnerschaftliche Prozess und das Zusammenspiel funktionieren gut. Dies ersetzt allerdings nicht das politische Agieren, wenn es um die Erstellung und Umsetzung der Programme geht. Die regelmäßigen Treffen sind hilfreich, allerdings haben die  zwei Coronajahre trotz aller Bemühungen Spuren hinterlassen. Manchmal wünschte ich mir eine stärkere Diskussion und eine frühere Einbeziehung in Entscheidungsprozesse. Die Landwirtschaft bzw. der ELER hat im Rahmen der ESI-Fonds eine gewisse Sonderstellung, da manches noch bürokratischer erscheint als beim EFRE und ESF.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit? Wo gibt es aus Ihrer Sicht Optimierungspotenzial?

Besonders dankbar bin ich und als motivierend empfinde ich, dass man die Möglichkeit erhält, die Politik für den ländlichen Raum zumindest in kleinen Schritten mit zu gestalten. Die ELER–Mittel möglichst sinnvoll für das Land Brandenburg einzusetzen, ist ein großer Ansporn. Die Durchführungsberichte, in denen Bilanz gezogen wird, machen zählbar, was mit dem ELER erreicht wird: Schaffung neuer Arbeitsplätze, Erhöhung der Wertschöpfung im ländlichen Raum oder die hohe Teilnahmerate an Umweltprogrammen oder die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum.

Motivierend ist auch, dass man die Sichtweise des Agrarsektors mit einbringen kann, genauso wie man aus den Diskussionen zu den anderen Fonds und Maßnahmen immer etwas mitnimmt.
Optimierungspotential ist natürlich immer vorhanden, es hält sich aber in Grenzen. Bei der Abstimmung zu den Änderungsanträgen wäre es hin und wieder hilfreicher, über einzelne Maßnahmen abzustimmen als über Paketlösungen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in den letzten Jahren oder Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Als sehr hilfreich und wichtig empfinde ich die Jahrestreffen, bei denen Projekte aus den ESI-Fonds vorgestellt werden. Sehen, Anfassen und Erleben ist einfach wirkvoller als eine Broschüre. Beeindruckend ist, mit welch einem Elan die Brandenburgerinnen und Brandenburger die Chance ergreifen, die die EU-, Bundes-, und Landesmittel ihnen bieten und damit ganz konkret tätig werden.

Großartig finde ich, wie ideenreich und zukunftsorientiert z.B. die Europäische Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" umgesetzt wird, nennen möchte ich hier nur zwei Bespiele die sich mit dem Einsatz von Gärprodukten befassen und die Entwicklung des Kuh-Mehr-Wert-Navigators.

Auch der Anblick eines neuen Kuhstalles labt sprichwörtlich die Seele, denn dort wurde mit erheblichem betrieblichen Risiko und mit Unterstützung durch EU-Mittel in die Zukunft der Tierhaltung in Brandenburg investiert. Bitte mehr davon und noch mehr Unterstützung!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der BGA erhalten bleibt und es weiterhin einen mindestens so konstruktiven Austausch wie in den vergangenen Jahren gibt. Ich hoffe, dass die ELER-Mittel weiterhin einer möglichst großen Gruppe - auch von Landwirtinnen und Landwirten - zur Verfügung steht, Bürokratie abgebaut wird und manche eine der Maßnahmen dichter an der Praxis ist. Vor allem muss der Einsatz der Mittel nachhaltig sein, so dass Ökonomie, Ökologie und Soziales gleichermaßen zum Tragen kommen.

Ganz besonders wünsche ich mir an dieser Stelle, dass die Landwirtschaft in Brandenburg in der Fläche wettbewerbsfähig erhalten bleibt, die Ausgleichzulage für benachteiligte Gebiete wieder fester und dauerhafter Bestandteil des ELER wird und der dramatische Rückgang der Tierhaltung zum Stehen kommt - mit Unterstützung des ELER.

www.lbv-brandenburg.de

Portraitfoto von Ulrich Böhm mit Baum im Hintergrund
© LBV Brandenburg e.V.

Ulrich Böhm, LBV Brandenburg (2022)

Ulrich Böhm ist Ur-Brandenburger und dies sogar im doppelten Sinne, denn er ist in der schönen Stadt Brandenburg a.d. Havel groß geworden. Inzwischen lebt er in Potsdam und freut sich (meistens) über die Entwicklung, die die Stadt und das Umland genommen hat. Anfang der 90er Jahre hat er an der Humboldt Universität Agrarwissenschaft studiert, war danach im Bereich „Marktbeobachtung“ tätig und ist seit 2005 Referent für Agrarpolitik beim Landesbauernverband Brandenburg e.V. und versucht über diesen Weg, die Landwirtschaft in Brandenburg mitzugestalten.  

Seit wann stehen Sie mit dem ELER in Verbindung und wie gestaltet sich die allgemeine Zusammenarbeit im Bereich der Agrarpolitik?

Agrarpolitik und Landwirtschaft sowie der ländliche Raum bzw. die ländliche Entwicklungspolitik bilden eine Einheit. Ohne den ländlichen Raum keine Landwirtschaft und ohne Landwirtschaft keinen lebenswerten ländlichen Raum. Ohne die ländliche Entwicklungspolitik stünde die Landwirtschaft nicht dort, wo sie heute steht.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die ländliche Entwicklungspolitik (ELER) über das rein Landwirtschaftliche, wie z.B. die Investitionsförderung für Stallneubauten nach Tierwohlgesichtspunkten, weit hinausgeht. So sind viele Programme darauf ausgerichtet, die Betriebe breiter aufzustellen und z.B. die Direktvermarktung anzukurbeln. Einen breiten Raum nehmen auch die Umweltprogramme ein, wie die Grünlandextensivierung, die Unterstützung des ökologischen Landbaues oder die Pflege von Heideflächen durch Beweidung. Die ELER-Programme stellen für viele Betriebe eine Win-Win-Situation dar. Sie engagieren sich für die Umwelt, produzieren wertvolle Lebensmittel und generieren Einkommen. Leider sehe ich zunehmend, dass für einen Teil der Betriebe der Zugang zu den EU-Mitteln schwieriger wird. Sei es, weil die Bürokratie zunimmt oder die Anforderungen so steigen, dass es sich nicht mehr für die Betriebe rechnet.

Beide Politik- bzw. Förderbereiche, die sogenannte 1. Säule und die 2. Säule (ELER) bedingen einander.

Wie bewerten Sie als Mitglied des Begleitausschusses (BGA) das Instrument „BGA“ für die Umsetzung der Partnerschaft der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds) und den partnerschaftlichen Prozess in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsbehörde ELER?

Aus dem BGA kommen für mich viele Anregungen, aber auch Hintergrundinformationen, die das Handeln der Verwaltung zumindest manchmal erklärbarer und nachvollziehbarer machen. Interessant ist auch der Blick über den Tellerrand hinaus. Man bekommt Einblick in andere Bereiche außerhalb der Landwirtschaft und setzt sich damit auseinander.

Der partnerschaftliche Prozess und das Zusammenspiel funktionieren gut. Dies ersetzt allerdings nicht das politische Agieren, wenn es um die Erstellung und Umsetzung der Programme geht. Die regelmäßigen Treffen sind hilfreich, allerdings haben die  zwei Coronajahre trotz aller Bemühungen Spuren hinterlassen. Manchmal wünschte ich mir eine stärkere Diskussion und eine frühere Einbeziehung in Entscheidungsprozesse. Die Landwirtschaft bzw. der ELER hat im Rahmen der ESI-Fonds eine gewisse Sonderstellung, da manches noch bürokratischer erscheint als beim EFRE und ESF.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit? Wo gibt es aus Ihrer Sicht Optimierungspotenzial?

Besonders dankbar bin ich und als motivierend empfinde ich, dass man die Möglichkeit erhält, die Politik für den ländlichen Raum zumindest in kleinen Schritten mit zu gestalten. Die ELER–Mittel möglichst sinnvoll für das Land Brandenburg einzusetzen, ist ein großer Ansporn. Die Durchführungsberichte, in denen Bilanz gezogen wird, machen zählbar, was mit dem ELER erreicht wird: Schaffung neuer Arbeitsplätze, Erhöhung der Wertschöpfung im ländlichen Raum oder die hohe Teilnahmerate an Umweltprogrammen oder die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum.

Motivierend ist auch, dass man die Sichtweise des Agrarsektors mit einbringen kann, genauso wie man aus den Diskussionen zu den anderen Fonds und Maßnahmen immer etwas mitnimmt.
Optimierungspotential ist natürlich immer vorhanden, es hält sich aber in Grenzen. Bei der Abstimmung zu den Änderungsanträgen wäre es hin und wieder hilfreicher, über einzelne Maßnahmen abzustimmen als über Paketlösungen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in den letzten Jahren oder Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Als sehr hilfreich und wichtig empfinde ich die Jahrestreffen, bei denen Projekte aus den ESI-Fonds vorgestellt werden. Sehen, Anfassen und Erleben ist einfach wirkvoller als eine Broschüre. Beeindruckend ist, mit welch einem Elan die Brandenburgerinnen und Brandenburger die Chance ergreifen, die die EU-, Bundes-, und Landesmittel ihnen bieten und damit ganz konkret tätig werden.

Großartig finde ich, wie ideenreich und zukunftsorientiert z.B. die Europäische Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" umgesetzt wird, nennen möchte ich hier nur zwei Bespiele die sich mit dem Einsatz von Gärprodukten befassen und die Entwicklung des Kuh-Mehr-Wert-Navigators.

Auch der Anblick eines neuen Kuhstalles labt sprichwörtlich die Seele, denn dort wurde mit erheblichem betrieblichen Risiko und mit Unterstützung durch EU-Mittel in die Zukunft der Tierhaltung in Brandenburg investiert. Bitte mehr davon und noch mehr Unterstützung!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der BGA erhalten bleibt und es weiterhin einen mindestens so konstruktiven Austausch wie in den vergangenen Jahren gibt. Ich hoffe, dass die ELER-Mittel weiterhin einer möglichst großen Gruppe - auch von Landwirtinnen und Landwirten - zur Verfügung steht, Bürokratie abgebaut wird und manche eine der Maßnahmen dichter an der Praxis ist. Vor allem muss der Einsatz der Mittel nachhaltig sein, so dass Ökonomie, Ökologie und Soziales gleichermaßen zum Tragen kommen.

Ganz besonders wünsche ich mir an dieser Stelle, dass die Landwirtschaft in Brandenburg in der Fläche wettbewerbsfähig erhalten bleibt, die Ausgleichzulage für benachteiligte Gebiete wieder fester und dauerhafter Bestandteil des ELER wird und der dramatische Rückgang der Tierhaltung zum Stehen kommt - mit Unterstützung des ELER.

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Marie-Laeser_Portrait_05-22
© Café Schauwerk
Marie Läser, Gründerin und Inhaberin Café Schauwerk (2022)

Marie Läser stammt aus Altdöbern in der Lausitz. Nach Abitur und BWL-Studium machte sie eine Ausbildung zur Konditorin und wurde danach auch Konditormeisterin. Sie setzt damit eine lange Familientradition fort: Uropa, Opa, und Mutter – alle Konditormeister! Schon während ihres Studiums 2017 hatte sie konkrete Gründungsideen und entwickelte ein Konzept für ihr eigenes Café. 2019 erwarb sie die passende Immobilie und eröffnete schon im Mai 2020 das Café Schauwerk.

Wie hat sich die Backtradition in Ihrer Familie entwickelt?

Die Konditorei und traditionelle Bäckerei, die wir nun in dritter Generation betreiben, haben wir von früheren Konditormeistern übernommen.1969 gab ihr Konditormeister Fuchs den heutigen Namen. 2001 übernahmen schließlich meine Eltern Heike und Ralf Staude die Konditorei und Bäckerei Fuchs, in deren Backstube ich schon als Kind ein und aus ging und später auch häufig mitgearbeitet habe.

Wann haben Sie sich zur Expansion und Gründung eines eigenen Unternehmens entschlossen?

Konkrete Gründungsideen hatte ich wie gesagt schon während des Studiums und meiner Ausbildung, als auch schon erste Konzeptideen entstanden. Als ich meine Konditorenausbildung beendet hatte und der Meisterbrief in Aussicht stand, nahm meine Gründungsidee konkrete Gestalt an.

Zuvor galt es allerdings ein geeignetes Objekt zu finden. Zunächst wollte ich eine Gewerbefläche mieten, dann ergab sich im Jahr 2018 aber die Chance das gesamte Objekt zu erwerben. Nach der kompletten Konzeptüberarbeitung gab es nun auf 300 Quadratmetern Raum für das Café mit Schaumanufaktur, sowie die Produktionsstätte der Bäckerei und Konditorei Fuchs. Zudem gibt es Flächen für Wohnraum im 1. Obergeschoss sowie im Dachgeschoss, die ich künftig ausbauen möchte.

Im August 2018 wurde der Kaufvertrag abgeschlossen und mit der Sanierung begonnen. 2019 absolvierte ich die Meisterprüfung und im Mai 2020 war die Eröffnung des Cafés Schauwerk.

So entstand aus dem ehemaligen Landkaufhaus das Café mit Backwarenverkauf sowie einer Baumkuchen- und Eismanufaktur. In der gläsernen Manufaktur und Produktionsstätte Fuchs, in der Kunden auch mitmachen können, werden heute 150 Jahre Backtradition fortgesetzt. Darüber hinaus werden regelmäßig Backkurse und Veranstaltungen angeboten.

Welche Rolle spielte bei Ihren Plänen dabei die Möglichkeit LEADER-Mittel zu erhalten?

Eine sehr große Rolle! Ohne die LEADER Mittel wäre die Realisierung des Projektes nicht möglich gewesen. Ich hatte wenig Eigenkapital, da ich direkt nach meinen Aus- und Weiterbildungen sowie dem Abschluss als Konditormeisterin gegründet hatte. Unser großes „Eigenkapital“ waren die Eigenleistungen. So konnten wir rund ein Drittel einsparen, da wir viele Gewerke, etwa die komplette Elektrik, innerhalb der Familie herstellen konnten. Das Gute bei LEADER ist zudem, dass auch das Material gefördert wird.

Wie haben Sie von LEADER-Mitteln erfahren?

Meine Bachelorarbeit beschäftigte sich bereits mit dem Thema Fördermöglichkeiten der EU – speziell im Land Brandenburg und im Lausitzer Seenland. Konkret zu meinem Projekt wurde ich vom Gründungszentrum „Zukunft Lausitz“ in Cottbus beraten.

Welche Hürden galt es zu überwinden?

Es war schwierig ein passendes Objekt zu finden. Der Bauantrag war besonders mühselig, da wir trotz der vorherigen Nutzung des Objekts als Gewerbe, einen komplett neuen Bauantrag zur Nutzungsänderung stellen mussten.

Insgesamt war auch der Businessplan eine große Herausforderung. Durch die Komplexität des Projektes war die Erstellung ein langwieriger Prozess. Es mussten auch finanziell viele Aspekte berücksichtigt werden: der Hauskauf, die Finanzierung des Projektes, die Vorfinanzierung der Mehrwertsteuer und der Fördermittel. Abgesichert wurde das Projekt dann zusätzlich über die Bürgschaftsbank.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit dem Förderprozess? Was wurde gefördert und wo bestanden aus Ihrer Sicht die größten Chancen aus der Förderung und wo ergaben sich auch Hindernisse, etwa aus Vergabebestimmungen?

Die erste Runde bei LEADER war noch sehr unbürokratisch – das Maßnahmenblatt. Danach wurde es sehr aufwändig. Es ist verständlich, dass Fördermöglichkeiten mit viel Bürokratie verbunden sind, aber an der einen oder anderen Stelle hätte man sich gewünscht, dass es etwas auch unbürokratischer wird. Insbesondere ist es schwer, drei Angebote von jedem Gewerk einzuholen – insbesondere in Zeiten, in denen Handwerksfirmen vollkommen ausgelastet sind und nicht einmal Kapazitäten haben, um auf Anfragen zu antworten.

Was motiviert Sie besonders bei Ihrer Arbeit und wie kommt das Schauwerk seit der Eröffnung im Mai 2020 bei den Kunden an?

Das positive Kundenfeedback ist wahnsinnig schön und motivierend. Insbesondere freut es uns, wenn Kunden für uns auch längere Anfahrtswege auf sich nehmen und beispielsweise extra aus Cottbus zum Eis-Essen kommen. Unser Kundenmagnet ist unser Schauwerk-Eis.

Was war Ihr wichtigste Erfahrung in dieser Konzeptions- und Umbauzeit?

Man sollte auf die anfänglichen Tipps von erfahrenen Unternehmern und Bauexperten hören – es braucht alles länger als man denkt und man sollte sich immer einen größeren finanziellen Puffer für Umbau und Anschaffungen einplanen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Werden Sie versuchen, weitere Projekte mit Unterstützung von ELER-Mitteln umzusetzen?

Da ich seit nun zwei Jahren dieses wunderschöne alte Haus besitze – mit einem tollen Vier-Seiten-Hof und über 2000 Quadratmetern überbauter Fläche, hoffe ich die Förderung mit ELER-Mitteln noch öfters nutzen zu können. Langfristig sind verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten und ein Hofladen geplant.

www.cafe-schauwerk.de
 

Marie-Laeser_Portrait_05-22
© Café Schauwerk
Marie Läser, Gründerin und Inhaberin Café Schauwerk (2022)

Marie Läser stammt aus Altdöbern in der Lausitz. Nach Abitur und BWL-Studium machte sie eine Ausbildung zur Konditorin und wurde danach auch Konditormeisterin. Sie setzt damit eine lange Familientradition fort: Uropa, Opa, und Mutter – alle Konditormeister! Schon während ihres Studiums 2017 hatte sie konkrete Gründungsideen und entwickelte ein Konzept für ihr eigenes Café. 2019 erwarb sie die passende Immobilie und eröffnete schon im Mai 2020 das Café Schauwerk.

Wie hat sich die Backtradition in Ihrer Familie entwickelt?

Die Konditorei und traditionelle Bäckerei, die wir nun in dritter Generation betreiben, haben wir von früheren Konditormeistern übernommen.1969 gab ihr Konditormeister Fuchs den heutigen Namen. 2001 übernahmen schließlich meine Eltern Heike und Ralf Staude die Konditorei und Bäckerei Fuchs, in deren Backstube ich schon als Kind ein und aus ging und später auch häufig mitgearbeitet habe.

Wann haben Sie sich zur Expansion und Gründung eines eigenen Unternehmens entschlossen?

Konkrete Gründungsideen hatte ich wie gesagt schon während des Studiums und meiner Ausbildung, als auch schon erste Konzeptideen entstanden. Als ich meine Konditorenausbildung beendet hatte und der Meisterbrief in Aussicht stand, nahm meine Gründungsidee konkrete Gestalt an.

Zuvor galt es allerdings ein geeignetes Objekt zu finden. Zunächst wollte ich eine Gewerbefläche mieten, dann ergab sich im Jahr 2018 aber die Chance das gesamte Objekt zu erwerben. Nach der kompletten Konzeptüberarbeitung gab es nun auf 300 Quadratmetern Raum für das Café mit Schaumanufaktur, sowie die Produktionsstätte der Bäckerei und Konditorei Fuchs. Zudem gibt es Flächen für Wohnraum im 1. Obergeschoss sowie im Dachgeschoss, die ich künftig ausbauen möchte.

Im August 2018 wurde der Kaufvertrag abgeschlossen und mit der Sanierung begonnen. 2019 absolvierte ich die Meisterprüfung und im Mai 2020 war die Eröffnung des Cafés Schauwerk.

So entstand aus dem ehemaligen Landkaufhaus das Café mit Backwarenverkauf sowie einer Baumkuchen- und Eismanufaktur. In der gläsernen Manufaktur und Produktionsstätte Fuchs, in der Kunden auch mitmachen können, werden heute 150 Jahre Backtradition fortgesetzt. Darüber hinaus werden regelmäßig Backkurse und Veranstaltungen angeboten.

Welche Rolle spielte bei Ihren Plänen dabei die Möglichkeit LEADER-Mittel zu erhalten?

Eine sehr große Rolle! Ohne die LEADER Mittel wäre die Realisierung des Projektes nicht möglich gewesen. Ich hatte wenig Eigenkapital, da ich direkt nach meinen Aus- und Weiterbildungen sowie dem Abschluss als Konditormeisterin gegründet hatte. Unser großes „Eigenkapital“ waren die Eigenleistungen. So konnten wir rund ein Drittel einsparen, da wir viele Gewerke, etwa die komplette Elektrik, innerhalb der Familie herstellen konnten. Das Gute bei LEADER ist zudem, dass auch das Material gefördert wird.

Wie haben Sie von LEADER-Mitteln erfahren?

Meine Bachelorarbeit beschäftigte sich bereits mit dem Thema Fördermöglichkeiten der EU – speziell im Land Brandenburg und im Lausitzer Seenland. Konkret zu meinem Projekt wurde ich vom Gründungszentrum „Zukunft Lausitz“ in Cottbus beraten.

Welche Hürden galt es zu überwinden?

Es war schwierig ein passendes Objekt zu finden. Der Bauantrag war besonders mühselig, da wir trotz der vorherigen Nutzung des Objekts als Gewerbe, einen komplett neuen Bauantrag zur Nutzungsänderung stellen mussten.

Insgesamt war auch der Businessplan eine große Herausforderung. Durch die Komplexität des Projektes war die Erstellung ein langwieriger Prozess. Es mussten auch finanziell viele Aspekte berücksichtigt werden: der Hauskauf, die Finanzierung des Projektes, die Vorfinanzierung der Mehrwertsteuer und der Fördermittel. Abgesichert wurde das Projekt dann zusätzlich über die Bürgschaftsbank.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit dem Förderprozess? Was wurde gefördert und wo bestanden aus Ihrer Sicht die größten Chancen aus der Förderung und wo ergaben sich auch Hindernisse, etwa aus Vergabebestimmungen?

Die erste Runde bei LEADER war noch sehr unbürokratisch – das Maßnahmenblatt. Danach wurde es sehr aufwändig. Es ist verständlich, dass Fördermöglichkeiten mit viel Bürokratie verbunden sind, aber an der einen oder anderen Stelle hätte man sich gewünscht, dass es etwas auch unbürokratischer wird. Insbesondere ist es schwer, drei Angebote von jedem Gewerk einzuholen – insbesondere in Zeiten, in denen Handwerksfirmen vollkommen ausgelastet sind und nicht einmal Kapazitäten haben, um auf Anfragen zu antworten.

Was motiviert Sie besonders bei Ihrer Arbeit und wie kommt das Schauwerk seit der Eröffnung im Mai 2020 bei den Kunden an?

Das positive Kundenfeedback ist wahnsinnig schön und motivierend. Insbesondere freut es uns, wenn Kunden für uns auch längere Anfahrtswege auf sich nehmen und beispielsweise extra aus Cottbus zum Eis-Essen kommen. Unser Kundenmagnet ist unser Schauwerk-Eis.

Was war Ihr wichtigste Erfahrung in dieser Konzeptions- und Umbauzeit?

Man sollte auf die anfänglichen Tipps von erfahrenen Unternehmern und Bauexperten hören – es braucht alles länger als man denkt und man sollte sich immer einen größeren finanziellen Puffer für Umbau und Anschaffungen einplanen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Werden Sie versuchen, weitere Projekte mit Unterstützung von ELER-Mitteln umzusetzen?

Da ich seit nun zwei Jahren dieses wunderschöne alte Haus besitze – mit einem tollen Vier-Seiten-Hof und über 2000 Quadratmetern überbauter Fläche, hoffe ich die Förderung mit ELER-Mitteln noch öfters nutzen zu können. Langfristig sind verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten und ein Hofladen geplant.

www.cafe-schauwerk.de
 

Foto: Heiko-Mueller
© Privat

Heiko Müller - Baureferent im Kirchenkreis Bad Liebenwerda (2022)

Heiko Müller stammt aus der Region Herzberg/Elster. Nach Abitur und Lehre als Baufacharbeiter sowie Wehrdienst, sammelte er erste Praxis in einem Architekturbüro und studierte gleichzeitig an der TH Leipzig Bauingenieurwesen. Nach seinem Studienabschluss sammelte er rund 22 Jahren Berufspraxis und lebt und arbeitet seit 2016 wieder in seiner Geburtsregion.

Wie sah Ihr Werdegang bis zu Ihrer heutigen Tätigkeit im Kreiskirchenamt Herzberg aus?

Nach meiner Ausbildung war ich elf Jahre als Partner in einem Ingenieurbüro für Tragwerksplanung und Architektur und danach als Projektleiter in der Bauabteilung einer großen Einrichtung in Karlsruhe tätig. Nach elf Jahren als Berufspendler kehrte ich in die Heimat zurück und bin seit 2016 Baureferent im Kirchenkreis Bad Liebenwerda.

Seit wann befassen Sie sich mit LEADER-Förderprojekten und was wurde gefördert?

Seit 2016 befasse ich mich mit LEADER-Förderprojekten, hier bin ich in den Prozessen der Antragstellung und Baubegleitung für unsere Kirchengemeinden Kreiskirchenamt Herzberg eingebunden. Seit dieser Zeit wurden folgende Maßnahmen umgesetzt bzw. werden noch gefördert:

  • Umbau und Sanierung der Christuskirche in Schwarzheide zum Ort der Begegnung aller Bevölkerungsschichten (abgeschlossen);
  • Erhalt von denkmalgeschützter Frauenkirche und Friedhofskapelle in Mühlberg (Abschluss in 2022);
  • Sicherung und Instandsetzung der St. Nikolai-Kirche in Bad Liebenwerda sowie Erweiterung zur kommunikativen Konzertkirche (abgeschlossen);
  • Schaffung eines Gemeindezentrums für die Gemeinden Gröden, Hirschfeld und Großthiemig in Hirschfeld (Abschluss in 2022);
  • Instandsetzung der Dorfkirche Mehlsdorf und die Einbindung in die Kirchenstraße (Abschluss 2022).

Wie waren Ihre Erfahrungen mit dem Förderprozess und mit der Vergabeberatungsstelle?

Die Zusammenarbeit mit den Vergabeberatungsstellen hat sich als sehr konstruktiv erwiesen. Bis zur Einreichung des Förderantrages können unsere Kirchengemeinden als Begünstigter einer ELER-Förderung mit Hilfestellung eines Planungsbüros den Prozess gut bewältigen. Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides dominieren Freude und Optimismus in den Gemeinden, wofür der hohe Förderungsanteil maßgeblich ist. Die Gemeinden sind darauf angewiesen, wenn sie ihre Projektziele verwirklichen möchten.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit in diesem Bereich und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Hemmnisse?

Die Motivation speist sich aus unserem Glauben und dem Wunsch, für unsere Kirchengemeinden und dem angeschlossenen weltlichen Umfeld Positives zu bewirken, was ohne große finanzielle Unterstützung nicht möglich ist. Wir leben Gott sei Dank in einem reichen Land, doch die Bewahrung uns anvertrauter Kultur und Gebäude sowie die Weitergabe unserer Botschaft erscheinen oftmals sehr schwierig. Die Kirchenmitgliederzahlen schrumpfen immer noch, die Ehrenamtlichen sind oft älteren Jahrgangs.

Mit dem ELER können wir Programme umsetzen, die alle Menschen einladen. Die größten Probleme bereiten uns die einzuhaltenden Richtlinien mit Vergabebestimmungen. Wir als Kirche sind durch den Einsatz von Kirchensteuern an faire Verfahren gebunden und gewöhnt. Aber die LEADER-Bearbeitung nach der Zuwendung kann intern nicht mehr abgesichert werden. Es müssen gesondert Büros oder Personen beauftragt werden, die diese bürokratische Arbeit erledigen. Sofern Fachleute dafür gewonnen werden können, müssen finanzielle und personelle Ressourcen aufgewendet werden, die dem eigentlichen Projektziel nicht mehr zur Verfügung stehen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit?

Eine einschneidende Erfahrung war meine Fehleinschätzung, ich könne zusätzlich bei meiner Arbeit für die Kirchengemeinden die Vergabeverfahren übernehmen und die ELER-Dokumentation leisten (Schaffung eines Gemeindezentrums für die Gemeinden Gröden, Hirschfeld und Großthiemig in Hirschfeld). Dies ist zeitlich nicht machbar.

In guter Erinnerung jedoch sind die Sanierungserfolge und abgeschlossenen Maßnahmen sowie die Dankbarkeit in den Gemeinden für das Erreichte.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Unsere Antragsteller sind ehrenamtlich Tätige, die verbunden mit kirchlichen Zwecken vor allem das Allgemeinwohl und ein sinnerfülltes Leben in der ländlichen Region verfolgen. Dafür wird eine Unmenge an Freizeit und Engagement aufgebracht. Ich wünsche mir, dass Sanktionen (wie bei uns geschehen) mit Fingerspitzengefühl erfolgen. Beispielsweise erfolgten Sanktionen, ohne Beschwerde und ohne nachweisliche Schädigung eines Bieters, weil Eignungskriterien versehentlich nicht veröffentlicht wurden. Der Bieterkreis wurde im konkreten Fall nicht eingeschränkt, zudem besteht gegenwärtig ein (fast schon akuter) Mangel an Fachbetrieben. Wäre eine einmalige Ermessenssanktion unter Berücksichtigung aller Umstände nicht effektiver? Es entzieht sich meiner Vorstellungskraft, dass überall in Europa und in allen Projekten so harte Bedingungen an die Vergabe von EU-Beiträgen durchgesetzt werden.

Bedanken möchte ich mich im Namen aller Gemeinden, die durch ELER-Förderungen ihre Projekte umsetzen konnten. Wir wünschen uns weiterhin eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem ELER für unsere Region.

Foto: Heiko-Mueller
© Privat

Heiko Müller - Baureferent im Kirchenkreis Bad Liebenwerda (2022)

Heiko Müller stammt aus der Region Herzberg/Elster. Nach Abitur und Lehre als Baufacharbeiter sowie Wehrdienst, sammelte er erste Praxis in einem Architekturbüro und studierte gleichzeitig an der TH Leipzig Bauingenieurwesen. Nach seinem Studienabschluss sammelte er rund 22 Jahren Berufspraxis und lebt und arbeitet seit 2016 wieder in seiner Geburtsregion.

Wie sah Ihr Werdegang bis zu Ihrer heutigen Tätigkeit im Kreiskirchenamt Herzberg aus?

Nach meiner Ausbildung war ich elf Jahre als Partner in einem Ingenieurbüro für Tragwerksplanung und Architektur und danach als Projektleiter in der Bauabteilung einer großen Einrichtung in Karlsruhe tätig. Nach elf Jahren als Berufspendler kehrte ich in die Heimat zurück und bin seit 2016 Baureferent im Kirchenkreis Bad Liebenwerda.

Seit wann befassen Sie sich mit LEADER-Förderprojekten und was wurde gefördert?

Seit 2016 befasse ich mich mit LEADER-Förderprojekten, hier bin ich in den Prozessen der Antragstellung und Baubegleitung für unsere Kirchengemeinden Kreiskirchenamt Herzberg eingebunden. Seit dieser Zeit wurden folgende Maßnahmen umgesetzt bzw. werden noch gefördert:

  • Umbau und Sanierung der Christuskirche in Schwarzheide zum Ort der Begegnung aller Bevölkerungsschichten (abgeschlossen);
  • Erhalt von denkmalgeschützter Frauenkirche und Friedhofskapelle in Mühlberg (Abschluss in 2022);
  • Sicherung und Instandsetzung der St. Nikolai-Kirche in Bad Liebenwerda sowie Erweiterung zur kommunikativen Konzertkirche (abgeschlossen);
  • Schaffung eines Gemeindezentrums für die Gemeinden Gröden, Hirschfeld und Großthiemig in Hirschfeld (Abschluss in 2022);
  • Instandsetzung der Dorfkirche Mehlsdorf und die Einbindung in die Kirchenstraße (Abschluss 2022).

Wie waren Ihre Erfahrungen mit dem Förderprozess und mit der Vergabeberatungsstelle?

Die Zusammenarbeit mit den Vergabeberatungsstellen hat sich als sehr konstruktiv erwiesen. Bis zur Einreichung des Förderantrages können unsere Kirchengemeinden als Begünstigter einer ELER-Förderung mit Hilfestellung eines Planungsbüros den Prozess gut bewältigen. Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides dominieren Freude und Optimismus in den Gemeinden, wofür der hohe Förderungsanteil maßgeblich ist. Die Gemeinden sind darauf angewiesen, wenn sie ihre Projektziele verwirklichen möchten.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit in diesem Bereich und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Hemmnisse?

Die Motivation speist sich aus unserem Glauben und dem Wunsch, für unsere Kirchengemeinden und dem angeschlossenen weltlichen Umfeld Positives zu bewirken, was ohne große finanzielle Unterstützung nicht möglich ist. Wir leben Gott sei Dank in einem reichen Land, doch die Bewahrung uns anvertrauter Kultur und Gebäude sowie die Weitergabe unserer Botschaft erscheinen oftmals sehr schwierig. Die Kirchenmitgliederzahlen schrumpfen immer noch, die Ehrenamtlichen sind oft älteren Jahrgangs.

Mit dem ELER können wir Programme umsetzen, die alle Menschen einladen. Die größten Probleme bereiten uns die einzuhaltenden Richtlinien mit Vergabebestimmungen. Wir als Kirche sind durch den Einsatz von Kirchensteuern an faire Verfahren gebunden und gewöhnt. Aber die LEADER-Bearbeitung nach der Zuwendung kann intern nicht mehr abgesichert werden. Es müssen gesondert Büros oder Personen beauftragt werden, die diese bürokratische Arbeit erledigen. Sofern Fachleute dafür gewonnen werden können, müssen finanzielle und personelle Ressourcen aufgewendet werden, die dem eigentlichen Projektziel nicht mehr zur Verfügung stehen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit?

Eine einschneidende Erfahrung war meine Fehleinschätzung, ich könne zusätzlich bei meiner Arbeit für die Kirchengemeinden die Vergabeverfahren übernehmen und die ELER-Dokumentation leisten (Schaffung eines Gemeindezentrums für die Gemeinden Gröden, Hirschfeld und Großthiemig in Hirschfeld). Dies ist zeitlich nicht machbar.

In guter Erinnerung jedoch sind die Sanierungserfolge und abgeschlossenen Maßnahmen sowie die Dankbarkeit in den Gemeinden für das Erreichte.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Unsere Antragsteller sind ehrenamtlich Tätige, die verbunden mit kirchlichen Zwecken vor allem das Allgemeinwohl und ein sinnerfülltes Leben in der ländlichen Region verfolgen. Dafür wird eine Unmenge an Freizeit und Engagement aufgebracht. Ich wünsche mir, dass Sanktionen (wie bei uns geschehen) mit Fingerspitzengefühl erfolgen. Beispielsweise erfolgten Sanktionen, ohne Beschwerde und ohne nachweisliche Schädigung eines Bieters, weil Eignungskriterien versehentlich nicht veröffentlicht wurden. Der Bieterkreis wurde im konkreten Fall nicht eingeschränkt, zudem besteht gegenwärtig ein (fast schon akuter) Mangel an Fachbetrieben. Wäre eine einmalige Ermessenssanktion unter Berücksichtigung aller Umstände nicht effektiver? Es entzieht sich meiner Vorstellungskraft, dass überall in Europa und in allen Projekten so harte Bedingungen an die Vergabe von EU-Beiträgen durchgesetzt werden.

Bedanken möchte ich mich im Namen aller Gemeinden, die durch ELER-Förderungen ihre Projekte umsetzen konnten. Wir wünschen uns weiterhin eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem ELER für unsere Region.


Foto_Dr_Susanne-Stegmann
© Dr. Susanne Stegmann

Dr. Susanne Stegmann – BonnEval (2021)

Dr. Susanne Stegmann stammt aus dem Ruhrgebiet, hat in Göttingen Agrarwissenschaften studiert und promoviert. Sie lebt seit über 30 Jahren in Bonn. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibungen hat sie mit einem Team aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen erstmals 2007 und 2014 den Zuschlag für die Begleitung und laufende Bewertung der jeweiligen EPLR in Brandenburg/Berlin erhalten. Seitdem fühlt sie sich mit dem Land Brandenburg und seinen Menschen auf besondere Weise verbunden und verpflichtet.

Wie sah Ihr Werdegang bis zu Ihrer heutigen Tätigkeit bei BonnEval aus?

Nach Studium und Promotion in der Fachrichtung Agrarökonomie, habe ich nach einer Familienpause für meine drei Kinder in verschiedenen Projekten für die Forschungsgesellschaft für Agrarpolitik und Agrarsoziologie e.V., das Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF) und als freie Evaluatorin in unterschiedlichen Konsortien gearbeitet. 2005 habe ich mich schließlich zusammen mit Dietmar Welz selbstständig gemacht und wir haben gemeinsam BonnEval gegründet.

Seit wann sind Sie mit BonnEval für den ELER tätig? Was prägt Ihre Arbeit?

Der ELER hat seine Arbeit 2007 aufgenommen und seitdem sind auch wir mit sozioökonomischen Ausgangsanalysen, SWOT-Analysen, Ex-ante-, Halbzeit-, Ex-post- und laufenden Bewertungen für Brandenburg, andere Länder und das Bundesministerium für Landwirtschaft dabei. Unsere Aufgabe ist es zu prüfen, ob die zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel effizient und wirksam zur Erreichung der Ziele der gemeinsamen Agrarpolitik eingesetzt werden, d. h., ob die ELER-Maßnahmen die Lebensqualität der Menschen im ländlichen Raum verbessern, Wirtschaftlichkeit und Einkommen in der Landwirtschaft anheben und die Umweltqualitäten erhöhen. Neben der Projektteamleitung bin ich mit allen Fragen rund um den Sektor Landwirtschaft beschäftigt.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse bzw. wo gibt es Verbesserungspotenzial?

Die Länder haben es sich nicht ausgesucht „bewertet zu werden“, vielmehr sind externe Bewertungen der EU-Programme von der EU vorgeschrieben. Daher sieht man sich als Evaluatorin zunächst mit entsprechenden nachvollziehbaren Vorbehalten konfrontiert. Vor diesem Hintergrund motiviert es mich sehr, wenn ich mit Analysen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen überzeugen kann und Vertrauen gewinne. Am schönsten ist es, wenn von der ELER-Verwaltungsbehörde oder aus den Fachreferaten Bewertungsfragen gestellt werden, an deren Antworten dann ein echtes Interesse seitens der Verwaltung oder der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpartner besteht. Die laufende Bewertung ist zwar an die Beantwortung der von der Europäischen Kommission vorgegebenen Bewertungsfragen gebunden, hat aber in der Ausgestaltung ihrer Arbeitsschwerpunkte und Aspekte durchaus Freiräume. Probleme oder Hemmnisse sehe ich bei der Evaluation der ELER-Umsetzung in Brandenburg nicht, im Gegenteil: ich freue mich über den offenen Umgang auch mit kritischen Evaluationsergebnissen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Ich brenne immer für das Thema, in das ich mich gerade vertiefen kann, das können statistische Auswertungen, makroökonomische Untersuchungen oder ganzheitliche Betrachtungen z.B. von Innovationen im ländlichen Raum oder des Tierwohls in der einzelbetrieblichen Förderung sein. Im Moment bin ich den Wirkungen von Vorhaben im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „auf der Spur“ und das nächste Thema werden die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Fördergeschehen und seine Ergebnisse sein. Belebend sind immer die persönlichen Zusammenkünfte in Potsdam, Neuseddin oder bei Projekten „vor Ort“, die seit der Corona-Krise leider sehr selten geworden sind.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Als erstes wünsche ich mir, dass wir die Corona-Krise bald überwinden und persönliche Begegnungen und der dann wieder ungezwungene Meinungsaustausch möglich werden. Der Verwaltung in Brandenburg wünsche ich, dass es in der zukünftigen ELER-Förderperiode tatsächlich zu den versprochenen Vereinfachungen kommt und dass sie ein gutes neues Team für die zukünftigen Evaluierungen finden wird. BonnEval wird mit Abgabe der Ex-post-Bewertung aus Altersgründen aufhören. Zunächst einmal ist aber ja die laufende Förderperiode um zwei Jahre verlängert worden und mit ihr auch die laufende Bewertung, sodass wir uns noch bis zur verschobenen Ex-post-Bewertung im Jahr 2026 mit der dann „alten Förderperiode“ beschäftigen werden.

Foto_Dr_Susanne-Stegmann
© Dr. Susanne Stegmann

Dr. Susanne Stegmann – BonnEval (2021)

Dr. Susanne Stegmann stammt aus dem Ruhrgebiet, hat in Göttingen Agrarwissenschaften studiert und promoviert. Sie lebt seit über 30 Jahren in Bonn. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibungen hat sie mit einem Team aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen erstmals 2007 und 2014 den Zuschlag für die Begleitung und laufende Bewertung der jeweiligen EPLR in Brandenburg/Berlin erhalten. Seitdem fühlt sie sich mit dem Land Brandenburg und seinen Menschen auf besondere Weise verbunden und verpflichtet.

Wie sah Ihr Werdegang bis zu Ihrer heutigen Tätigkeit bei BonnEval aus?

Nach Studium und Promotion in der Fachrichtung Agrarökonomie, habe ich nach einer Familienpause für meine drei Kinder in verschiedenen Projekten für die Forschungsgesellschaft für Agrarpolitik und Agrarsoziologie e.V., das Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF) und als freie Evaluatorin in unterschiedlichen Konsortien gearbeitet. 2005 habe ich mich schließlich zusammen mit Dietmar Welz selbstständig gemacht und wir haben gemeinsam BonnEval gegründet.

Seit wann sind Sie mit BonnEval für den ELER tätig? Was prägt Ihre Arbeit?

Der ELER hat seine Arbeit 2007 aufgenommen und seitdem sind auch wir mit sozioökonomischen Ausgangsanalysen, SWOT-Analysen, Ex-ante-, Halbzeit-, Ex-post- und laufenden Bewertungen für Brandenburg, andere Länder und das Bundesministerium für Landwirtschaft dabei. Unsere Aufgabe ist es zu prüfen, ob die zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel effizient und wirksam zur Erreichung der Ziele der gemeinsamen Agrarpolitik eingesetzt werden, d. h., ob die ELER-Maßnahmen die Lebensqualität der Menschen im ländlichen Raum verbessern, Wirtschaftlichkeit und Einkommen in der Landwirtschaft anheben und die Umweltqualitäten erhöhen. Neben der Projektteamleitung bin ich mit allen Fragen rund um den Sektor Landwirtschaft beschäftigt.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse bzw. wo gibt es Verbesserungspotenzial?

Die Länder haben es sich nicht ausgesucht „bewertet zu werden“, vielmehr sind externe Bewertungen der EU-Programme von der EU vorgeschrieben. Daher sieht man sich als Evaluatorin zunächst mit entsprechenden nachvollziehbaren Vorbehalten konfrontiert. Vor diesem Hintergrund motiviert es mich sehr, wenn ich mit Analysen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen überzeugen kann und Vertrauen gewinne. Am schönsten ist es, wenn von der ELER-Verwaltungsbehörde oder aus den Fachreferaten Bewertungsfragen gestellt werden, an deren Antworten dann ein echtes Interesse seitens der Verwaltung oder der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpartner besteht. Die laufende Bewertung ist zwar an die Beantwortung der von der Europäischen Kommission vorgegebenen Bewertungsfragen gebunden, hat aber in der Ausgestaltung ihrer Arbeitsschwerpunkte und Aspekte durchaus Freiräume. Probleme oder Hemmnisse sehe ich bei der Evaluation der ELER-Umsetzung in Brandenburg nicht, im Gegenteil: ich freue mich über den offenen Umgang auch mit kritischen Evaluationsergebnissen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Ich brenne immer für das Thema, in das ich mich gerade vertiefen kann, das können statistische Auswertungen, makroökonomische Untersuchungen oder ganzheitliche Betrachtungen z.B. von Innovationen im ländlichen Raum oder des Tierwohls in der einzelbetrieblichen Förderung sein. Im Moment bin ich den Wirkungen von Vorhaben im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „auf der Spur“ und das nächste Thema werden die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Fördergeschehen und seine Ergebnisse sein. Belebend sind immer die persönlichen Zusammenkünfte in Potsdam, Neuseddin oder bei Projekten „vor Ort“, die seit der Corona-Krise leider sehr selten geworden sind.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Als erstes wünsche ich mir, dass wir die Corona-Krise bald überwinden und persönliche Begegnungen und der dann wieder ungezwungene Meinungsaustausch möglich werden. Der Verwaltung in Brandenburg wünsche ich, dass es in der zukünftigen ELER-Förderperiode tatsächlich zu den versprochenen Vereinfachungen kommt und dass sie ein gutes neues Team für die zukünftigen Evaluierungen finden wird. BonnEval wird mit Abgabe der Ex-post-Bewertung aus Altersgründen aufhören. Zunächst einmal ist aber ja die laufende Förderperiode um zwei Jahre verlängert worden und mit ihr auch die laufende Bewertung, sodass wir uns noch bis zur verschobenen Ex-post-Bewertung im Jahr 2026 mit der dann „alten Förderperiode“ beschäftigen werden.


Portrait_Dr_Kathrin-Kohle
© Privat

Dr. Kathrin Kohle – Projektleiterin beim Innovationsdienstleister für EIP-AGRI (2021)

Dr. Kathrin Kohle stammt aus Südhessen, studierte Religionswissenschaften an der Universität Heidelberg und war dort auch wissenschaftliche Mitarbeiterin, bevor sie sich dem weiten Feld des Projektmanagements zuwandte. Seit drei Jahren ist sie in der gsub mbH tätig, hat hier verschiedene Projekte aus dem sozialen Bereich betreut und wurde ein großer Fan der brandenburgischen Landschaft. Seit Mai 2021 ist sie dort Projektleiterin in Elternzeitvertretung beim Innovationsdienstleister EIP-AGRI.

Was prägt Ihre Arbeit? Was bedeutet Ihre aktuelle Position als Ansprechpartnerin für EIP-AGRI für Sie und Ihre Arbeit? Wie gestaltet sich die Arbeit als Innovationsdienstleister?

Ich bin gerade noch dabei, EIP-AGRI tiefer kennenzulernen. So viel habe ich aber schon begriffen: Hier treffen sich Wissenschaft und Praxis auf Augenhöhe und das kompetente Netzwerk ist ein Schlüssel zum Erfolg. In den einzelnen Projekten werden sehr viele wichtige Erkenntnisse gewonnen, die es in die Praxis zu kommunizieren und umzusetzen gilt. Dabei unterstützen wir unsere Operationellen Gruppen.

Gleichzeitig sind wir auch mit dem MLUK in ständigem Austausch und auf Bundesebene mit der DVS und anderen Innovationsdienstleistern vernetzt. Neben den Netzwerken leisten wir auch ganz praktische Unterstützung bei zuwendungsrechtlichen Fragen oder zum allgemeinen Projektmanagement, unterstützen bei Berichten und Veröffentlichungen sowie bei der Organisation von Veranstaltungen. Außerdem stehen unsere Teammitglieder der Humboldt Innovation den Operationellen Gruppen mit ihrem fachlichen Know-how zur Seite.

Klappt es mit der Vernetzung der Akteure bzw. wie werden sie vernetzt?

Ich bin positiv überrascht wie engagiert alle unsere Partner*innen sind. Das zeigt sich bei verschiedenen Formaten: Bei den Treffen der Operationellen Gruppen geht es um das konkrete Einzelprojekt, erreichte Meilensteine und eventuell vorzunehmende Anpassungen. Bei Fach- und Feldtagen kommen immer viele Akteur*innen aus Wissenschaft und Praxis zusammen und tauschen sich rege aus. Auch der von uns jährlich organisierte Erfahrungsaustausch, bei dem sich alle über den Stand der Projekte, aber auch über formale Themen austauschen können, wird als konstruktive Plattform genutzt.

Für die bisher bewilligten 22 EIP-AGRI-Projekte in der laufenden Förderperiode standen 25 Millionen Euro zur Verfügung – wie bewerten Sie den Verlauf und die 22 Projekte insgesamt?

In meiner bisherigen Tätigkeit als Fördermittelberaterin habe ich in verschiedenen Kontexten feststellen müssen, wie kompliziert die Programmverfahren sind. Der administrative Aufwand stellt eine große Hürde für viele Antragsteller*innen dar. Umso mehr freut es mich, dass sich viele davon nicht beeindrucken lassen und sich auf das Abenteuer einlassen.

Die erste Runde hat aus meiner Sicht zwei Dinge gezeigt. Erstens: Durch die Förderung konnten innovative und zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden, die auf die Vielfalt der aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft und dem Gartenbau reagieren. Dadurch ist ein hoher Nutzen für die Praxis entstanden. Zweitens: Wenn 22 Projekte (weitere befinden sich in der Bewilligungsphase) unterschiedliche Problemstellungen bearbeiten, zeigt es doch wie hoch der Bedarf ist und wie wichtig das Förderinstrument für Brandenburg war und weiterhin sein wird.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Ich möchte auf keinen Fall den Eindruck erwecken, als habe ich einen Favoriten. Aber das Projekt „Beetle Sound Tube“ hat mich persönlich sehr beeindruckt. Hier werden Mikrofone in riesige Getreidesilos eingelassen, um Schädlingsaktivitäten „abzuhören“ und sie dadurch frühzeitig, möglichst durch Nützlinge, beseitigen zu können. Dass so etwas funktioniert, hätte ich nicht erwartet.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich hoffe, dass der Erfindergeist in Brandenburg weiterhin so lebendig bleibt. Der Klimawandel wird uns in den nächsten Jahren vor immer neue Herausforderungen stellen und wir alle hängen von einer gut funktionierenden Landwirtschaft (sowie Gartenbau und Forstwirtschaft) ab. Deshalb wünsche ich mir weiterhin eine gute Zusammenarbeit zwischen Praxis, Wissenschaft, Beratung und nicht zuletzt den Zuwendungsgeber*innen.

Weitere Informationen zu EIP-AGRI und den bislang geförderten Projekten finden sich unter www.eip-agri.brandenburg.de.
 

Portrait_Dr_Kathrin-Kohle
© Privat

Dr. Kathrin Kohle – Projektleiterin beim Innovationsdienstleister für EIP-AGRI (2021)

Dr. Kathrin Kohle stammt aus Südhessen, studierte Religionswissenschaften an der Universität Heidelberg und war dort auch wissenschaftliche Mitarbeiterin, bevor sie sich dem weiten Feld des Projektmanagements zuwandte. Seit drei Jahren ist sie in der gsub mbH tätig, hat hier verschiedene Projekte aus dem sozialen Bereich betreut und wurde ein großer Fan der brandenburgischen Landschaft. Seit Mai 2021 ist sie dort Projektleiterin in Elternzeitvertretung beim Innovationsdienstleister EIP-AGRI.

Was prägt Ihre Arbeit? Was bedeutet Ihre aktuelle Position als Ansprechpartnerin für EIP-AGRI für Sie und Ihre Arbeit? Wie gestaltet sich die Arbeit als Innovationsdienstleister?

Ich bin gerade noch dabei, EIP-AGRI tiefer kennenzulernen. So viel habe ich aber schon begriffen: Hier treffen sich Wissenschaft und Praxis auf Augenhöhe und das kompetente Netzwerk ist ein Schlüssel zum Erfolg. In den einzelnen Projekten werden sehr viele wichtige Erkenntnisse gewonnen, die es in die Praxis zu kommunizieren und umzusetzen gilt. Dabei unterstützen wir unsere Operationellen Gruppen.

Gleichzeitig sind wir auch mit dem MLUK in ständigem Austausch und auf Bundesebene mit der DVS und anderen Innovationsdienstleistern vernetzt. Neben den Netzwerken leisten wir auch ganz praktische Unterstützung bei zuwendungsrechtlichen Fragen oder zum allgemeinen Projektmanagement, unterstützen bei Berichten und Veröffentlichungen sowie bei der Organisation von Veranstaltungen. Außerdem stehen unsere Teammitglieder der Humboldt Innovation den Operationellen Gruppen mit ihrem fachlichen Know-how zur Seite.

Klappt es mit der Vernetzung der Akteure bzw. wie werden sie vernetzt?

Ich bin positiv überrascht wie engagiert alle unsere Partner*innen sind. Das zeigt sich bei verschiedenen Formaten: Bei den Treffen der Operationellen Gruppen geht es um das konkrete Einzelprojekt, erreichte Meilensteine und eventuell vorzunehmende Anpassungen. Bei Fach- und Feldtagen kommen immer viele Akteur*innen aus Wissenschaft und Praxis zusammen und tauschen sich rege aus. Auch der von uns jährlich organisierte Erfahrungsaustausch, bei dem sich alle über den Stand der Projekte, aber auch über formale Themen austauschen können, wird als konstruktive Plattform genutzt.

Für die bisher bewilligten 22 EIP-AGRI-Projekte in der laufenden Förderperiode standen 25 Millionen Euro zur Verfügung – wie bewerten Sie den Verlauf und die 22 Projekte insgesamt?

In meiner bisherigen Tätigkeit als Fördermittelberaterin habe ich in verschiedenen Kontexten feststellen müssen, wie kompliziert die Programmverfahren sind. Der administrative Aufwand stellt eine große Hürde für viele Antragsteller*innen dar. Umso mehr freut es mich, dass sich viele davon nicht beeindrucken lassen und sich auf das Abenteuer einlassen.

Die erste Runde hat aus meiner Sicht zwei Dinge gezeigt. Erstens: Durch die Förderung konnten innovative und zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden, die auf die Vielfalt der aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft und dem Gartenbau reagieren. Dadurch ist ein hoher Nutzen für die Praxis entstanden. Zweitens: Wenn 22 Projekte (weitere befinden sich in der Bewilligungsphase) unterschiedliche Problemstellungen bearbeiten, zeigt es doch wie hoch der Bedarf ist und wie wichtig das Förderinstrument für Brandenburg war und weiterhin sein wird.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Ich möchte auf keinen Fall den Eindruck erwecken, als habe ich einen Favoriten. Aber das Projekt „Beetle Sound Tube“ hat mich persönlich sehr beeindruckt. Hier werden Mikrofone in riesige Getreidesilos eingelassen, um Schädlingsaktivitäten „abzuhören“ und sie dadurch frühzeitig, möglichst durch Nützlinge, beseitigen zu können. Dass so etwas funktioniert, hätte ich nicht erwartet.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich hoffe, dass der Erfindergeist in Brandenburg weiterhin so lebendig bleibt. Der Klimawandel wird uns in den nächsten Jahren vor immer neue Herausforderungen stellen und wir alle hängen von einer gut funktionierenden Landwirtschaft (sowie Gartenbau und Forstwirtschaft) ab. Deshalb wünsche ich mir weiterhin eine gute Zusammenarbeit zwischen Praxis, Wissenschaft, Beratung und nicht zuletzt den Zuwendungsgeber*innen.

Weitere Informationen zu EIP-AGRI und den bislang geförderten Projekten finden sich unter www.eip-agri.brandenburg.de.
 


Portraitfoto_Alexandra-Tautz
© Markus Pichlmaier
Alexandra Tautz (2021)

Alexandra Tautz studierte an der Universität Potsdam Humangeographie, danach forschte sie am Thünen-Institut für ländliche Räume zum Thema Lebensverhältnisse und Kleinstädte in ländlichen Räumen bevor sie nach Brandenburg zurückkehrte. Hier befasste sie sich in der Uckermark und im Barnim als Regionalplanerin mit raumordnerischen Ansätzen zur Sicherung der Daseinsvorsorge und gleichwertigen Lebensverhältnissen.  Schließlich war Alexandra Tautz für die Enquetekommission „Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“ im Brandenburger Landtag tätig und hat sich dafür eingesetzt, dass die ländlichen Räume in Brandenburg eine Stimme in der Landespolitik erhalten.

Seit wann sind Sie beim Forum ländlicher Raum? Was prägt Ihre Arbeit? Was bedeutet Ihre aktuelle Position als Ansprechpartnerin für den ELER für Sie und Ihre Arbeit?

Seit Herbst 2020 bin ich Projektleiterin des Forums ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg. Der Schwerpunkt meiner bisherigen Arbeit zum Thema ländliche Entwicklung lag immer darin, herauszuarbeiten, dass es einen neuen Blick auf ländliche Räume braucht, der alle Bereiche regionaler Entwicklung betrifft: Dass die ländlichen Räume nicht „abgehängt“ oder „verloren“ sind, dass sie eigenständige und neue Qualitäten, Ressourcen und Potenziale haben – Natur, Kultur, Soziales, Wirtschaft – und gestaltet werden können. Dafür braucht es lebendige Dörfer und eine funktionierende Infrastruktur, die eine generationen- und geschlechterübergreifende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.

Das Land Brandenburg setzt in diesem Zusammenhang und bezüglich der ländlichen Räume seit nunmehr über zwei Förderperioden erfolgreich auf LEADER als strategischem Ansatz und Methode der ländlichen Entwicklung. Das Forum leistet als LEADER-Vernetzungsstelle des Landes dabei einen wichtigen Beitrag. Seit 2008 unterstützt es die Aktivitäten der Lokalen Aktionsgruppen im LEADER-Prozess und ist zudem eine Dialog- und Netzwerkplattform für alle an der Dorf- und Regionalentwicklung beteiligten Akteure in Brandenburg. Der Agrarminister hat LEADER in Brandenburg jüngst als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet. Als Leiterin der Vernetzungsstelle möchte ich dazu beitragen, dass der LEADER-Prozess ein erfolgreicher und wichtiger Politikansatz zur Stärkung der ländlichen Räume im Land Brandenburg bleibt und das Forum weiterhin als erste Anlaufstelle beim Thema ländliche Entwicklung in Brandenburg wahrgenommen wird.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der ELER-Verwaltungsbehörde Brandenburg und dem Fachreferat im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Klimaschutz?

Das Forum wird seit vielen Jahren aus Mitteln der Technischen Hilfe des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) kofinanziert. Das Land Brandenburg nutzt damit – anders als andere Bundesländer – die Fördermöglichkeiten, die der ELER für Aktivitäten zur Vernetzung der ländlichen Entwicklungspolitik in Deutschland bietet.

Dies verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung, die das Land LEADER beimisst. Gleichzeitigt entsteht für den LEADER-Prozess in Brandenburg ein nicht zu unterschätzender Mehrwert für die Lokalen Aktionsgruppen und das Ministerium, also dem Fördermittelgeber sowie die Verwaltungsbehörde ELER. Alle Akteure in diesem Prozess haben mit der Landesvernetzungsstelle eine unkomplizierte Plattform für den fachlichen und verwaltungstechnischen Austausch. Trotz der zukünftigen nationalen Zuständigkeit im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 sind solche Kommunikations- und Beteiligungsmöglichkeiten für die Akteure im Land Brandenburg wichtig und sollten erhalten bleiben. Der kollegiale Austausch auf Augenhöhe wird von allen Beteiligten sehr geschätzt.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Ein Novum unter den LEADER-Vernetzungsstellen ist, das sie in Brandenburg, anders als in anderen Bundesländern, bei einem freien Bildungsträger – an der Heimvolkshochschule am Seddiner See – angesiedelt ist. Es gehört hier zum Fachbereich Ländliche Entwicklung. Heimvolkshochschulen setzen sich in ihrer Arbeit für die Entwicklung und Stärkung der ländlichen Räume durch Bildungsangebote ein.

Neben den Aufgaben Vernetzung und Wissenstransfer hat das Forum daher auch einen starken Bildungsauftrag und wir bieten lokalen Akteuren auch eine Weiterbildungsplattform – den DorfDialog. Dies ist ein Bildungsangebot zur Förderung von Bürgerbeteiligung und Engagement auf der lokalen Ebene Brandenburgs. Förderprogramme wie LEADER sind ein wichtiger Teil der ländlichen Entwicklung, gleichwohl bleibt die Aufgabe die Engagierten in den Dörfern weiterzubilden und sie zu befähigen, ihre Möglichkeiten zu nutzen, damit Fördermittel sinnvoll auf lokaler Ebene ankommen.

Die Herausforderung liegt daher darin, neben den politischen Rahmenbedingungen in der Praxis dafür zu sorgen, dass Bürger:innen sich qualifiziert einbringen können. Mich motiviert, dass wir in der Heimvolkshochschule und im Forum ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg genau hier ansetzen, denn Dorfentwicklung beginnt im Kopf. Sie ist im Idealfall der Anstoß für die Neuorganisation und die Weiterentwicklung des Miteinanders im Dorf. Wissenstransfer wird vor dem Hintergrund der aktuellen Gegenwarts- und Zukunftsthemen wie u. a. auch dem Klimawandel, der auch in der ländlichen Entwicklung eine Rolle spielt, immer wichtiger. Lösungen diesbezüglich lassen sich nur im Zusammenwirken unterschiedlicher Gruppen und Personen bewirken. Das Forum und LEADER mit seiner Netzwerkarbeit ist hierfür prädestiniert.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Mich beeindruckt grundsätzlich, dass mit LEADER die Europäische Union vor Ort, ganz konkret sichtbar und greifbar wird. Wie genau lässt sich gut in unserer Neuauflage der LEADER-Broschüre mit dem Titel „LAND. LEBEN. GESTALTEN. – Mit LEADER für Brandenburgs ländliche Regionen“ nachlesen. Hier werden unzählige Aktionen und Akteur:innen vorgestellt, die ihre Heimatorte voranbringen.

Spannend ist für mich außerdem zu sehen, wie wir im Forum zusammen mit der Dorfbewegung Brandenburg e.V. das 1. „Parlament der Dörfer“ realisieren. Das „Parlament der Dörfer“ ist in Deutschland ein neues Dialogformat, in dem die Belange der Dorfbevölkerung mit Politiker:innen des Landes Brandenburg und Expert:innen der ländlichen Entwicklung auf Augenhöhe erörtert werden sollen. Es ist ein Ergebnis der Enquetekomission „Zukunft der ländlichen Regionen für dem Hintergrund des demografischen Wandels“ – somit begleite ich nun die praktische Umsetzung eines politischen Beschlusses, an dem ich zuvor mitwirken durfte.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Neben den förderpolitischen Rahmenbedingungen sollte es ein wichtiges Ziel in der ländlichen Entwicklung sein, die Menschen in den Dörfern zu ermutigen und zu befähigen, die Zukunft ihrer Dörfer selbst zu bestimmen und zu gestalten. Ländliche Perspektiven nachhaltig mit zu gestalten gelingt nur durch Bildung und Dialog für eine engagierte Zivilgesellschaft. Bürger:innen diesbezüglich zu qualifizieren ist ein wichtiger Bildungsauftrag des Forums ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg und der Heimvolkshochschule am Seddiner See. Formate wie der DorfDialog werden sehr stark nachgefragt. Bürger:innenbeteiligung in ländlichen Räumen muss daher qualifiziert und Erwachsenenbildung verstetigt werden. Denn LEADER lebt von Beteiligung.

Wenn es um die Zukunft der ländlichen Entwicklung insgesamt geht, sollte Politik für ländliche Räume im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) nicht nur als Landwirtschaftspolitik gesehen werden, sondern als Politik für ländliche Räume insgesamt. Und da nicht alle Herausforderungen im Bereich der ländlichen Räume ausschließlich durch die GAP oder den deutschen Strategieplan gelöst werden können, braucht es auf Bundes- und Landesebene auch zusätzliche Handlungsansätze, die über LEADER hinausgehen.

Portraitfoto_Alexandra-Tautz
© Markus Pichlmaier
Alexandra Tautz (2021)

Alexandra Tautz studierte an der Universität Potsdam Humangeographie, danach forschte sie am Thünen-Institut für ländliche Räume zum Thema Lebensverhältnisse und Kleinstädte in ländlichen Räumen bevor sie nach Brandenburg zurückkehrte. Hier befasste sie sich in der Uckermark und im Barnim als Regionalplanerin mit raumordnerischen Ansätzen zur Sicherung der Daseinsvorsorge und gleichwertigen Lebensverhältnissen.  Schließlich war Alexandra Tautz für die Enquetekommission „Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“ im Brandenburger Landtag tätig und hat sich dafür eingesetzt, dass die ländlichen Räume in Brandenburg eine Stimme in der Landespolitik erhalten.

Seit wann sind Sie beim Forum ländlicher Raum? Was prägt Ihre Arbeit? Was bedeutet Ihre aktuelle Position als Ansprechpartnerin für den ELER für Sie und Ihre Arbeit?

Seit Herbst 2020 bin ich Projektleiterin des Forums ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg. Der Schwerpunkt meiner bisherigen Arbeit zum Thema ländliche Entwicklung lag immer darin, herauszuarbeiten, dass es einen neuen Blick auf ländliche Räume braucht, der alle Bereiche regionaler Entwicklung betrifft: Dass die ländlichen Räume nicht „abgehängt“ oder „verloren“ sind, dass sie eigenständige und neue Qualitäten, Ressourcen und Potenziale haben – Natur, Kultur, Soziales, Wirtschaft – und gestaltet werden können. Dafür braucht es lebendige Dörfer und eine funktionierende Infrastruktur, die eine generationen- und geschlechterübergreifende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.

Das Land Brandenburg setzt in diesem Zusammenhang und bezüglich der ländlichen Räume seit nunmehr über zwei Förderperioden erfolgreich auf LEADER als strategischem Ansatz und Methode der ländlichen Entwicklung. Das Forum leistet als LEADER-Vernetzungsstelle des Landes dabei einen wichtigen Beitrag. Seit 2008 unterstützt es die Aktivitäten der Lokalen Aktionsgruppen im LEADER-Prozess und ist zudem eine Dialog- und Netzwerkplattform für alle an der Dorf- und Regionalentwicklung beteiligten Akteure in Brandenburg. Der Agrarminister hat LEADER in Brandenburg jüngst als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet. Als Leiterin der Vernetzungsstelle möchte ich dazu beitragen, dass der LEADER-Prozess ein erfolgreicher und wichtiger Politikansatz zur Stärkung der ländlichen Räume im Land Brandenburg bleibt und das Forum weiterhin als erste Anlaufstelle beim Thema ländliche Entwicklung in Brandenburg wahrgenommen wird.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der ELER-Verwaltungsbehörde Brandenburg und dem Fachreferat im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Klimaschutz?

Das Forum wird seit vielen Jahren aus Mitteln der Technischen Hilfe des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) kofinanziert. Das Land Brandenburg nutzt damit – anders als andere Bundesländer – die Fördermöglichkeiten, die der ELER für Aktivitäten zur Vernetzung der ländlichen Entwicklungspolitik in Deutschland bietet.

Dies verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung, die das Land LEADER beimisst. Gleichzeitigt entsteht für den LEADER-Prozess in Brandenburg ein nicht zu unterschätzender Mehrwert für die Lokalen Aktionsgruppen und das Ministerium, also dem Fördermittelgeber sowie die Verwaltungsbehörde ELER. Alle Akteure in diesem Prozess haben mit der Landesvernetzungsstelle eine unkomplizierte Plattform für den fachlichen und verwaltungstechnischen Austausch. Trotz der zukünftigen nationalen Zuständigkeit im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 sind solche Kommunikations- und Beteiligungsmöglichkeiten für die Akteure im Land Brandenburg wichtig und sollten erhalten bleiben. Der kollegiale Austausch auf Augenhöhe wird von allen Beteiligten sehr geschätzt.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Ein Novum unter den LEADER-Vernetzungsstellen ist, das sie in Brandenburg, anders als in anderen Bundesländern, bei einem freien Bildungsträger – an der Heimvolkshochschule am Seddiner See – angesiedelt ist. Es gehört hier zum Fachbereich Ländliche Entwicklung. Heimvolkshochschulen setzen sich in ihrer Arbeit für die Entwicklung und Stärkung der ländlichen Räume durch Bildungsangebote ein.

Neben den Aufgaben Vernetzung und Wissenstransfer hat das Forum daher auch einen starken Bildungsauftrag und wir bieten lokalen Akteuren auch eine Weiterbildungsplattform – den DorfDialog. Dies ist ein Bildungsangebot zur Förderung von Bürgerbeteiligung und Engagement auf der lokalen Ebene Brandenburgs. Förderprogramme wie LEADER sind ein wichtiger Teil der ländlichen Entwicklung, gleichwohl bleibt die Aufgabe die Engagierten in den Dörfern weiterzubilden und sie zu befähigen, ihre Möglichkeiten zu nutzen, damit Fördermittel sinnvoll auf lokaler Ebene ankommen.

Die Herausforderung liegt daher darin, neben den politischen Rahmenbedingungen in der Praxis dafür zu sorgen, dass Bürger:innen sich qualifiziert einbringen können. Mich motiviert, dass wir in der Heimvolkshochschule und im Forum ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg genau hier ansetzen, denn Dorfentwicklung beginnt im Kopf. Sie ist im Idealfall der Anstoß für die Neuorganisation und die Weiterentwicklung des Miteinanders im Dorf. Wissenstransfer wird vor dem Hintergrund der aktuellen Gegenwarts- und Zukunftsthemen wie u. a. auch dem Klimawandel, der auch in der ländlichen Entwicklung eine Rolle spielt, immer wichtiger. Lösungen diesbezüglich lassen sich nur im Zusammenwirken unterschiedlicher Gruppen und Personen bewirken. Das Forum und LEADER mit seiner Netzwerkarbeit ist hierfür prädestiniert.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Mich beeindruckt grundsätzlich, dass mit LEADER die Europäische Union vor Ort, ganz konkret sichtbar und greifbar wird. Wie genau lässt sich gut in unserer Neuauflage der LEADER-Broschüre mit dem Titel „LAND. LEBEN. GESTALTEN. – Mit LEADER für Brandenburgs ländliche Regionen“ nachlesen. Hier werden unzählige Aktionen und Akteur:innen vorgestellt, die ihre Heimatorte voranbringen.

Spannend ist für mich außerdem zu sehen, wie wir im Forum zusammen mit der Dorfbewegung Brandenburg e.V. das 1. „Parlament der Dörfer“ realisieren. Das „Parlament der Dörfer“ ist in Deutschland ein neues Dialogformat, in dem die Belange der Dorfbevölkerung mit Politiker:innen des Landes Brandenburg und Expert:innen der ländlichen Entwicklung auf Augenhöhe erörtert werden sollen. Es ist ein Ergebnis der Enquetekomission „Zukunft der ländlichen Regionen für dem Hintergrund des demografischen Wandels“ – somit begleite ich nun die praktische Umsetzung eines politischen Beschlusses, an dem ich zuvor mitwirken durfte.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Neben den förderpolitischen Rahmenbedingungen sollte es ein wichtiges Ziel in der ländlichen Entwicklung sein, die Menschen in den Dörfern zu ermutigen und zu befähigen, die Zukunft ihrer Dörfer selbst zu bestimmen und zu gestalten. Ländliche Perspektiven nachhaltig mit zu gestalten gelingt nur durch Bildung und Dialog für eine engagierte Zivilgesellschaft. Bürger:innen diesbezüglich zu qualifizieren ist ein wichtiger Bildungsauftrag des Forums ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg und der Heimvolkshochschule am Seddiner See. Formate wie der DorfDialog werden sehr stark nachgefragt. Bürger:innenbeteiligung in ländlichen Räumen muss daher qualifiziert und Erwachsenenbildung verstetigt werden. Denn LEADER lebt von Beteiligung.

Wenn es um die Zukunft der ländlichen Entwicklung insgesamt geht, sollte Politik für ländliche Räume im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) nicht nur als Landwirtschaftspolitik gesehen werden, sondern als Politik für ländliche Räume insgesamt. Und da nicht alle Herausforderungen im Bereich der ländlichen Räume ausschließlich durch die GAP oder den deutschen Strategieplan gelöst werden können, braucht es auf Bundes- und Landesebene auch zusätzliche Handlungsansätze, die über LEADER hinausgehen.


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© Privat

Brigitte Saffert – Ärztin im aktiven Ruhestand (2021)

Brigitte Saffert wurde 1939 in Wolfen bei Bitterfeld geboren. Aus politischen Gründen musste sie die Oberschule nach der Mittleren Reife verlassen. Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung in der Säuglings-, Kinder- und Erwachsenenkrankenpflege und arbeitete anschließend als evangelische Gemeindeschwester in der Kirchengemeinde Elsterwerda, bevor sie endlich ihr Ziel Ärztin zu werden, doch noch realisieren konnte.

Nach dem Abitur im zweiten Bildungsweg, studierte Brigitte Saffert Medizin an der Humboldt-Universität zu Berlin, arbeitete anschließend in der Betriebspoliklinik Schwarzheide, wo sie ihren Facharzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin sowie zur Betriebsärztin machte. Ab 1990 ließ sie sich mit einer eigenen Praxis nieder, die sie 2019 an Ihren Nachfolger übergab. Seither befindet sie sich im aktiven Ruhestand, d.h. sie hilft dort, wo sie gebraucht wird, zur Zeit als Impfärztin im Impfzentrum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz.

Seit wann engagieren Sie sich für den Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirchengemeinde Schwarzheide-West?

Als ich 1977 nach Schwarzheide kam, suchte ich Kontakt in der Kirchengemeinde Schwarzheide und fand eine sehr offene Gemeinde vor, in der man schnell heimisch werden konnte. Bei der nächsten Gemeindekirchenratswahl wurde ich in den Gemeindekirchenrat gewählt und dann auch bald in den Vorsitz. Da man als Gemeindekirchenrat nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für das Eigentum der Gemeinde verantwortlich ist, galt mein Augenmerk auch der Bausubstanz unserer Kirchen. Sofort nach der „Wende“ wurde die Lutherkirche (Bj. 1754/55), noch unter Pfarrer Lutz Breitenbach, grundlegend restauriert und vor dem Abriss wegen Einsturzgefahr gerettet.

Was prägt dort Ihre Arbeit in der Kirchengemeinde, etwa auch in Verbindung mit Ihrem Beruf als Ärztin?

Auch bei der Christuskirche, die 1953 als erste Kirche in der DDR erbaut worden war, zeigten sich erhebliche Schäden in der Außenhaut (Dach und Außenputz). Um Schäden auch im Inneren zu vermeiden, berieten wir im Gemeindekirchenrat über die Umsetzung der Maßnahme. Bei der Beratung wurde uns klar, dass auch die für den Gemeindebetrieb (Kindernachmittage, Pfadfinderarbeit, Gemeindenachmittage und Seniorenarbeit) notwendigen Einrichtungen, wie Küche und Sanitäranlagen, dringend einer Anpassung an die Erfordernisse bedurften. Da wir diese Maßnahmen nicht mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln stemmen konnten, entschlossen wir uns, einen Antrag auf Förderung zu stellen.

Dies hat wegen des hohen bürokratischen Aufwandes viele Abend- und Nachtstunden gekostet, aber es hat sich gelohnt. Unser Vorhaben wurde mit 75 % gefördert, und so konnten der Umbau und die Sanierung beginnen. Wir hatten einen sehr guten Architekten, der unsere Vorstellungen in die vorhandene Bausubstanz integrieren konnte. Zu den Baubesprechungen konnte ich als Bauherr immer anwesend sein, da ich selbstständig war und die Sprechstunden in meiner Praxis anpassen konnte. Es war eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro, der Unteren Denkmalbehörde und den einzelnen Gewerken. Nach dem Festgottesdienst zur Wiederinbetriebnahme der Christuskirche am 30. September 2018 bedauerten die Teilnehmer der Baubesprechungen, dass dies nun ein Ende haben würde.

Wichtig war für mich immer, dass die durch die Industrie zugewanderten Menschen aus anderen Regionen einen Ort der Freundlichkeit und des Vertrauens (gerade auch zu DDR-Zeiten) in ihrem neuen Umfeld finden können - das waren damals die Kirchengemeinden und auch die Ärzte. Auch heute ist es immer wichtiger, dass Menschen sich treffen können, miteinander reden, singen und beten, auch unsere neuen Mitbürger mit Migrationshintergrund. Vereinsamung und Misstrauen führt zur Krankheit.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Die Liebe und die uns von Gott aufgetragene Achtsamkeit für den anderen Menschen.
Die 40 Jahre DDR mit der Diskriminierung des Glaubens und der Kirchen sitzt noch in vielen Köpfen fest und verliert sich erst langsam. Ich selbst habe von einer promovierten Philosophin zu hören bekommen: “ Es gibt noch einige nicht bildungsfähige Menschen in der DDR, die an Gott glauben.“

Was war Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Mein eindrucksvollstes Projekt war schon die Sanierung der Christuskirche und das Erlebnis, dass mit den Aufgaben auch die Fähigkeiten und die Kräfte wachsen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der ELER-Förderung gemacht?

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit der ELER-Förderung gemacht. Bei Fragen konnte ich mich immer an die für mich zuständige Mitarbeiterin wenden. Wichtig war immer die Korrektheit der Abrechnungen, der Angaben und die Einhaltung aller Termine. Die Zahlungen erfolgten dann zügig.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dass die Corona-bedingten Einschränkungen bald ein Ende haben und wir unsere schöne Kirche mit den ansprechenden Räumen und dem gepflegten Gelände wieder für die Treffen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stellen können.

NL-3-21-Portriat-Brigitte-Saffert_a
© Privat

Brigitte Saffert – Ärztin im aktiven Ruhestand (2021)

Brigitte Saffert wurde 1939 in Wolfen bei Bitterfeld geboren. Aus politischen Gründen musste sie die Oberschule nach der Mittleren Reife verlassen. Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung in der Säuglings-, Kinder- und Erwachsenenkrankenpflege und arbeitete anschließend als evangelische Gemeindeschwester in der Kirchengemeinde Elsterwerda, bevor sie endlich ihr Ziel Ärztin zu werden, doch noch realisieren konnte.

Nach dem Abitur im zweiten Bildungsweg, studierte Brigitte Saffert Medizin an der Humboldt-Universität zu Berlin, arbeitete anschließend in der Betriebspoliklinik Schwarzheide, wo sie ihren Facharzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin sowie zur Betriebsärztin machte. Ab 1990 ließ sie sich mit einer eigenen Praxis nieder, die sie 2019 an Ihren Nachfolger übergab. Seither befindet sie sich im aktiven Ruhestand, d.h. sie hilft dort, wo sie gebraucht wird, zur Zeit als Impfärztin im Impfzentrum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz.

Seit wann engagieren Sie sich für den Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirchengemeinde Schwarzheide-West?

Als ich 1977 nach Schwarzheide kam, suchte ich Kontakt in der Kirchengemeinde Schwarzheide und fand eine sehr offene Gemeinde vor, in der man schnell heimisch werden konnte. Bei der nächsten Gemeindekirchenratswahl wurde ich in den Gemeindekirchenrat gewählt und dann auch bald in den Vorsitz. Da man als Gemeindekirchenrat nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für das Eigentum der Gemeinde verantwortlich ist, galt mein Augenmerk auch der Bausubstanz unserer Kirchen. Sofort nach der „Wende“ wurde die Lutherkirche (Bj. 1754/55), noch unter Pfarrer Lutz Breitenbach, grundlegend restauriert und vor dem Abriss wegen Einsturzgefahr gerettet.

Was prägt dort Ihre Arbeit in der Kirchengemeinde, etwa auch in Verbindung mit Ihrem Beruf als Ärztin?

Auch bei der Christuskirche, die 1953 als erste Kirche in der DDR erbaut worden war, zeigten sich erhebliche Schäden in der Außenhaut (Dach und Außenputz). Um Schäden auch im Inneren zu vermeiden, berieten wir im Gemeindekirchenrat über die Umsetzung der Maßnahme. Bei der Beratung wurde uns klar, dass auch die für den Gemeindebetrieb (Kindernachmittage, Pfadfinderarbeit, Gemeindenachmittage und Seniorenarbeit) notwendigen Einrichtungen, wie Küche und Sanitäranlagen, dringend einer Anpassung an die Erfordernisse bedurften. Da wir diese Maßnahmen nicht mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln stemmen konnten, entschlossen wir uns, einen Antrag auf Förderung zu stellen.

Dies hat wegen des hohen bürokratischen Aufwandes viele Abend- und Nachtstunden gekostet, aber es hat sich gelohnt. Unser Vorhaben wurde mit 75 % gefördert, und so konnten der Umbau und die Sanierung beginnen. Wir hatten einen sehr guten Architekten, der unsere Vorstellungen in die vorhandene Bausubstanz integrieren konnte. Zu den Baubesprechungen konnte ich als Bauherr immer anwesend sein, da ich selbstständig war und die Sprechstunden in meiner Praxis anpassen konnte. Es war eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro, der Unteren Denkmalbehörde und den einzelnen Gewerken. Nach dem Festgottesdienst zur Wiederinbetriebnahme der Christuskirche am 30. September 2018 bedauerten die Teilnehmer der Baubesprechungen, dass dies nun ein Ende haben würde.

Wichtig war für mich immer, dass die durch die Industrie zugewanderten Menschen aus anderen Regionen einen Ort der Freundlichkeit und des Vertrauens (gerade auch zu DDR-Zeiten) in ihrem neuen Umfeld finden können - das waren damals die Kirchengemeinden und auch die Ärzte. Auch heute ist es immer wichtiger, dass Menschen sich treffen können, miteinander reden, singen und beten, auch unsere neuen Mitbürger mit Migrationshintergrund. Vereinsamung und Misstrauen führt zur Krankheit.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Die Liebe und die uns von Gott aufgetragene Achtsamkeit für den anderen Menschen.
Die 40 Jahre DDR mit der Diskriminierung des Glaubens und der Kirchen sitzt noch in vielen Köpfen fest und verliert sich erst langsam. Ich selbst habe von einer promovierten Philosophin zu hören bekommen: “ Es gibt noch einige nicht bildungsfähige Menschen in der DDR, die an Gott glauben.“

Was war Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Mein eindrucksvollstes Projekt war schon die Sanierung der Christuskirche und das Erlebnis, dass mit den Aufgaben auch die Fähigkeiten und die Kräfte wachsen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der ELER-Förderung gemacht?

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit der ELER-Förderung gemacht. Bei Fragen konnte ich mich immer an die für mich zuständige Mitarbeiterin wenden. Wichtig war immer die Korrektheit der Abrechnungen, der Angaben und die Einhaltung aller Termine. Die Zahlungen erfolgten dann zügig.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dass die Corona-bedingten Einschränkungen bald ein Ende haben und wir unsere schöne Kirche mit den ansprechenden Räumen und dem gepflegten Gelände wieder für die Treffen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stellen können.

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Dr.-Peter-Braun_Dentons
© Dentos
Dr. Peter Braun – Dentons (2021)

Dr. Peter Braun verbrachte seine Schulzeit im Berlin der 80er Jahre, kehrte später im Referendariat dorthin zurück und ist auch heute beruflich häufig dort. Dazwischen lagen das Jurastudium in Kiel und das Magisterstudium in Wales. Seit seiner Promotion an der Universität in Nottingham im Bereich des  Vergaberechts beschäftigt er sich mit allen Facetten dieses Rechtsgebiets.

Seit wann sind Sie im Vergaberecht tätig? Was prägt Ihre Arbeit?

Das Vergaberecht beschäftigt mich seit meinem Magisterstudium in Wales in den Jahren 1997/98. Das Rechtsgebiet war zu dieser Zeit noch kein Lernstoff an deutschen Universitäten. Promoviert habe ich zur Frage, welche Schlupflöcher sich Praktiker bei der Vergabe von Infrastrukturprojekten suchen, wenn das Vergaberecht zu starr und unflexibel ist. Das ist durchaus eine Frage, die auch bei der Vergabeberatung in ELER Projekten eine Rolle spielt. Im Referendariat war ich bei der Europäischen Kommission in Brüssel und bei Anwaltskanzleien in Berlin tätig. Seit 2004 beschäftige ich mich als Rechtsanwalt in Frankfurt und Berlin mit allen Facetten des Vergaberechts. Daneben engagiere ich mich seit vielen Jahren im Vorstand von Pro Bono Deutschland e.V., der kostenlose Rechtsberatung für Bedürftige und gemeinnützige Organisationen durch Anwaltskanzleien in allen relevanten Rechtsgebieten fördert.

Was sind Besonderheiten im EU-Zuwendungsrecht bzw. beim ELER?

Mir gefiel auf Anhieb die Kombination aus dem öffentlich-rechtlichen Rahmen und der zivilrechtlichen Ausgestaltung der Verträge. Berücksichtigt man dann noch die Vielfältigkeit der Produkte und Dienstleistungen, die Gegenstand unserer Beratung sind, ergibt dies eine sehr abwechslungsreiche und immer wieder herausforderungsvolle Tätigkeit, die nicht langweilig wird. Ob medizinisches Cannabis, Forschungsschiffe, Geräte zur Laborausstattung, Schutzmasken oder IT-Programme, wir unterstützen Auftraggeber bei der Beschaffung und Bieter bei der optimalen Angebotserstellung.

Bei der ELER-Vergabeberatung fasziniert mich die Vielfältigkeit der Projekte und das große Engagement der Zuwendungsempfänger, ihr Projekt zum Erfolg zu führen. Egal, ob es um die Sanierung von Kirchen, Gutshöfen oder Sportstätten geht, die ELER Themen sind immer sehr vielfältig. Gleiches gilt für die Beratungsschwerpunkte. Während die meisten Themen am Telefon oder per E-Mail schnell beantwortet werden können, haben wir in den vergangenen Jahren auch so manche harte vergaberechtliche Nuss für die Fragesteller knacken können. Auch wenn dann die Recherche manchmal etwas länger dauert – Ziel ist es, die Zuwendungsempfänger in die Lage zu versetzen, die nächsten Verfahrensschritte auf einer rechtssicheren Grundlage gehen zu können. Dabei steht neben der juristischen Ausarbeitung der Antworten auch die Klarheit und Verständlichkeit in der Kommunikation im Mittelpunkt unserer Bemühungen.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wie gut wird die Vergabeberatung aus Ihrer Sicht angenommen? Was empfehlen Sie den Projektträgerinnen und Projektträgern?

Wir ziehen die Motivation für die ELER Vergabeberatung aus der (vorgenannten) Zusammenarbeit mit häufig ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, die sich vorbildlich für Ihre Region einsetzen, sei es, dass ein Spielplatz erneuert wird, oder eine Kapelle im Ort eine Sanierung erfährt. Diesen Menschen mit Rat beiseite zu stehen und sie durch das vergaberechtliche Nadelöhr zu lotsen, ist eine wunderbare Aufgabe.

Das Team der ELER Vergabeberatung empfiehlt Projektträgern, sich frühzeitig und im Vorfeld präzise Gedanken über die Auftragsvergabe zu machen. Wir stehen ihnen gerne auch in diesem frühen Stadium zur Verfügung und planen mit Ihnen die einzelnen Beschaffungsvorgänge.

Wir möchten die Fragesteller bitten, hierfür unbedingt unsere Eingabemaske (Link) zu verwenden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass Ihre Fragen möglichst zeitnah beantwortet werden. Für die Beratung benötigen wir im Regelfall Ihren Zuwendungsbescheid, wenn Sie diesen schon haben, den Sie über die Webseite der Eingabemaske hochladen können.

Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit mit der Verwaltungsbehörde ELER, als Auftraggeber, ein?

Wir schätzen den kollegialen und vertrauensvollen Austausch mit der ELER Verwaltungsbehörde. Der direkte Draht ist bei der Abstimmung zu kniffligen Fragestellungen und zur Weiterentwicklung des ELER Leitfadens sehr hilfreich.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt (im Hinblick auf die Vergabeberatung)? Können Sie aus den ELER-Vergabeanfragen einen Mehrwert für Ihre sonstige Arbeit ableiten?

Eindrucksvoll sind viele ELER Projekten, aber weniger unsere Vergabeberatung, die ja lediglich eine unterstützende Funktion hat. Uns freut es in jedem Fall, wenn es gelingt, die Projektträger davor zu bewahren, vergaberechtliche Fehler zu begehen und ggf. hierfür sanktioniert zu werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich freue mich auf weitere engagierte Projektträgerinnen und Projektträger, die uns mit ihren ELER Projekten überraschen. Wenn wir zu diesem Engagement einen kleinen Beitrag leisten können, freut uns das.  

Dr.-Peter-Braun_Dentons
© Dentos
Dr. Peter Braun – Dentons (2021)

Dr. Peter Braun verbrachte seine Schulzeit im Berlin der 80er Jahre, kehrte später im Referendariat dorthin zurück und ist auch heute beruflich häufig dort. Dazwischen lagen das Jurastudium in Kiel und das Magisterstudium in Wales. Seit seiner Promotion an der Universität in Nottingham im Bereich des  Vergaberechts beschäftigt er sich mit allen Facetten dieses Rechtsgebiets.

Seit wann sind Sie im Vergaberecht tätig? Was prägt Ihre Arbeit?

Das Vergaberecht beschäftigt mich seit meinem Magisterstudium in Wales in den Jahren 1997/98. Das Rechtsgebiet war zu dieser Zeit noch kein Lernstoff an deutschen Universitäten. Promoviert habe ich zur Frage, welche Schlupflöcher sich Praktiker bei der Vergabe von Infrastrukturprojekten suchen, wenn das Vergaberecht zu starr und unflexibel ist. Das ist durchaus eine Frage, die auch bei der Vergabeberatung in ELER Projekten eine Rolle spielt. Im Referendariat war ich bei der Europäischen Kommission in Brüssel und bei Anwaltskanzleien in Berlin tätig. Seit 2004 beschäftige ich mich als Rechtsanwalt in Frankfurt und Berlin mit allen Facetten des Vergaberechts. Daneben engagiere ich mich seit vielen Jahren im Vorstand von Pro Bono Deutschland e.V., der kostenlose Rechtsberatung für Bedürftige und gemeinnützige Organisationen durch Anwaltskanzleien in allen relevanten Rechtsgebieten fördert.

Was sind Besonderheiten im EU-Zuwendungsrecht bzw. beim ELER?

Mir gefiel auf Anhieb die Kombination aus dem öffentlich-rechtlichen Rahmen und der zivilrechtlichen Ausgestaltung der Verträge. Berücksichtigt man dann noch die Vielfältigkeit der Produkte und Dienstleistungen, die Gegenstand unserer Beratung sind, ergibt dies eine sehr abwechslungsreiche und immer wieder herausforderungsvolle Tätigkeit, die nicht langweilig wird. Ob medizinisches Cannabis, Forschungsschiffe, Geräte zur Laborausstattung, Schutzmasken oder IT-Programme, wir unterstützen Auftraggeber bei der Beschaffung und Bieter bei der optimalen Angebotserstellung.

Bei der ELER-Vergabeberatung fasziniert mich die Vielfältigkeit der Projekte und das große Engagement der Zuwendungsempfänger, ihr Projekt zum Erfolg zu führen. Egal, ob es um die Sanierung von Kirchen, Gutshöfen oder Sportstätten geht, die ELER Themen sind immer sehr vielfältig. Gleiches gilt für die Beratungsschwerpunkte. Während die meisten Themen am Telefon oder per E-Mail schnell beantwortet werden können, haben wir in den vergangenen Jahren auch so manche harte vergaberechtliche Nuss für die Fragesteller knacken können. Auch wenn dann die Recherche manchmal etwas länger dauert – Ziel ist es, die Zuwendungsempfänger in die Lage zu versetzen, die nächsten Verfahrensschritte auf einer rechtssicheren Grundlage gehen zu können. Dabei steht neben der juristischen Ausarbeitung der Antworten auch die Klarheit und Verständlichkeit in der Kommunikation im Mittelpunkt unserer Bemühungen.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wie gut wird die Vergabeberatung aus Ihrer Sicht angenommen? Was empfehlen Sie den Projektträgerinnen und Projektträgern?

Wir ziehen die Motivation für die ELER Vergabeberatung aus der (vorgenannten) Zusammenarbeit mit häufig ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, die sich vorbildlich für Ihre Region einsetzen, sei es, dass ein Spielplatz erneuert wird, oder eine Kapelle im Ort eine Sanierung erfährt. Diesen Menschen mit Rat beiseite zu stehen und sie durch das vergaberechtliche Nadelöhr zu lotsen, ist eine wunderbare Aufgabe.

Das Team der ELER Vergabeberatung empfiehlt Projektträgern, sich frühzeitig und im Vorfeld präzise Gedanken über die Auftragsvergabe zu machen. Wir stehen ihnen gerne auch in diesem frühen Stadium zur Verfügung und planen mit Ihnen die einzelnen Beschaffungsvorgänge.

Wir möchten die Fragesteller bitten, hierfür unbedingt unsere Eingabemaske (Link) zu verwenden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass Ihre Fragen möglichst zeitnah beantwortet werden. Für die Beratung benötigen wir im Regelfall Ihren Zuwendungsbescheid, wenn Sie diesen schon haben, den Sie über die Webseite der Eingabemaske hochladen können.

Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit mit der Verwaltungsbehörde ELER, als Auftraggeber, ein?

Wir schätzen den kollegialen und vertrauensvollen Austausch mit der ELER Verwaltungsbehörde. Der direkte Draht ist bei der Abstimmung zu kniffligen Fragestellungen und zur Weiterentwicklung des ELER Leitfadens sehr hilfreich.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt (im Hinblick auf die Vergabeberatung)? Können Sie aus den ELER-Vergabeanfragen einen Mehrwert für Ihre sonstige Arbeit ableiten?

Eindrucksvoll sind viele ELER Projekten, aber weniger unsere Vergabeberatung, die ja lediglich eine unterstützende Funktion hat. Uns freut es in jedem Fall, wenn es gelingt, die Projektträger davor zu bewahren, vergaberechtliche Fehler zu begehen und ggf. hierfür sanktioniert zu werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich freue mich auf weitere engagierte Projektträgerinnen und Projektträger, die uns mit ihren ELER Projekten überraschen. Wenn wir zu diesem Engagement einen kleinen Beitrag leisten können, freut uns das.  


Portraitfoto-Rana-Qarieni
© KBSplus
Rana Qarieni – KBSplus (2021)

Rana Qarieni, wurde in Köln geboren und wuchs in Flerzheim, einem kleinen Ort bei Bonn, auf. Seit 2005 lebt sie in Berlin und hat an der Humboldt-Universität zu Berlin den Studiengang Agrarökonomik mit einem Master abgeschlossen und bereits hier fundiertes Fachwissen aus den Bereichen der europäischen Agrar- und Förderpolitik erworben

Seit wann sind Sie bei der KBSplus? Was prägt Ihre Arbeit? Was bedeutet Ihre aktuelle Position als Ansprechpartnerin für den ELER für Sie und Ihre Arbeit?

Nach meinem Studium war ich in diversen Unternehmen im Bereich Projektmanagement tätig und bin seit Mitte 2018 bei der KBSplus Ansprechpartnerin für den ELER.

Prägend in meiner Arbeit als Ansprechpartnerin für den ELER ist der intensive Kontakt zu den Wirtschafts-, Sozial und Umweltpartnern, die Mitglieder im Gemeinsamen Begleitausschuss sind sowie den relevanten lokalen Akteuren, die die ländliche Entwicklung in Brandenburg vorantreiben. Sie zu unterstützen und zu begleiten, ihre Rolle und Aufgaben in der EU-Förderpolitik wahrzunehmen bzw. zu erfüllen, ist Kern meiner Arbeit. Dazu gehört auch zu wissen, was sie bewegt und wo sie Probleme sehen. Wir sammeln und bündeln ihre Ideen und Anregungen, damit die EU-Fonds im Land Brandenburg bestmöglich eingesetzt werden.

Und damit das gelingen kann, ist natürlich der regelmäßige Kontakt und Austausch zur Verwaltungsbehörde des ELER und den Fachreferaten des Ministeriums unabdingbare Voraussetzung.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme oder Hemmnisse?

Die KBSplus ist für mich ein lernendes Projekt. Immer wieder gilt es auf neue Herausforderungen und Veränderungen (das jüngste Beispiel ist wohl die Pandemie) innovativ und flexibel zu reagieren. Das ist für mich eine besondere Motivation.

Es ist wichtig, die Komplexität der EU-Förderung plausibel und in einer zielgruppengerechten, verständlichen Sprache darzulegen. Die Vielzahl von Regelungen und Verordnungen ist gerade für die Akteure, die nicht hauptberuflich mit der Thematik betraut sind, schwer zu fassen. Natürlich sind bei der Vielfalt von handelnden Akteuren auch die Interessen nicht immer deckungsgleich. Wir versuchen hier, Gemeinsamkeiten zu finden, z.B. durch Positionspapiere der Partner zu Themen der EU-Förderung.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Im Rahmen unserer durchgeführten Veranstaltungen in den letzten Jahren wurden zahlreiche eindrucksvolle ELER-geförderte Projekte im Land Brandenburg vorgestellt, die ebenso Denkanstöße für zukünftige inspirierende Projektideen geben können (https://berlin-brandenburg.dgb.de/beratung/kbs-plus/veranstaltungen). Für mich ist es beeindruckend zu sehen, wie solche kreativen und gelungenen Projekte mit Hilfe von bereitgestellten ELER-Mitteln entstanden sind.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich wünsche mir die Teilnahme der Partner an der Umsetzung der Programme und bei der Vorbereitung der Programme für die kommende Förderperiode weiterhin erfolgreich begleiten zu können. Erfolgreich sind wir dann, wenn die Partner und die Verwaltungsbehörden sich durch uns gut unterstützt fühlen und das europäische Partnerschaftsprinzip in Brandenburg gelebt wird. Brandenburg ist bei der Umsetzung des Partnerschaftsprinzips in vielen Punkten vorbildlich, die vorhandenen Netzwerke und Strukturen sollten daher in jeden Fall beibehalten und weiterentwickelt werden.

Portraitfoto-Rana-Qarieni
© KBSplus
Rana Qarieni – KBSplus (2021)

Rana Qarieni, wurde in Köln geboren und wuchs in Flerzheim, einem kleinen Ort bei Bonn, auf. Seit 2005 lebt sie in Berlin und hat an der Humboldt-Universität zu Berlin den Studiengang Agrarökonomik mit einem Master abgeschlossen und bereits hier fundiertes Fachwissen aus den Bereichen der europäischen Agrar- und Förderpolitik erworben

Seit wann sind Sie bei der KBSplus? Was prägt Ihre Arbeit? Was bedeutet Ihre aktuelle Position als Ansprechpartnerin für den ELER für Sie und Ihre Arbeit?

Nach meinem Studium war ich in diversen Unternehmen im Bereich Projektmanagement tätig und bin seit Mitte 2018 bei der KBSplus Ansprechpartnerin für den ELER.

Prägend in meiner Arbeit als Ansprechpartnerin für den ELER ist der intensive Kontakt zu den Wirtschafts-, Sozial und Umweltpartnern, die Mitglieder im Gemeinsamen Begleitausschuss sind sowie den relevanten lokalen Akteuren, die die ländliche Entwicklung in Brandenburg vorantreiben. Sie zu unterstützen und zu begleiten, ihre Rolle und Aufgaben in der EU-Förderpolitik wahrzunehmen bzw. zu erfüllen, ist Kern meiner Arbeit. Dazu gehört auch zu wissen, was sie bewegt und wo sie Probleme sehen. Wir sammeln und bündeln ihre Ideen und Anregungen, damit die EU-Fonds im Land Brandenburg bestmöglich eingesetzt werden.

Und damit das gelingen kann, ist natürlich der regelmäßige Kontakt und Austausch zur Verwaltungsbehörde des ELER und den Fachreferaten des Ministeriums unabdingbare Voraussetzung.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme oder Hemmnisse?

Die KBSplus ist für mich ein lernendes Projekt. Immer wieder gilt es auf neue Herausforderungen und Veränderungen (das jüngste Beispiel ist wohl die Pandemie) innovativ und flexibel zu reagieren. Das ist für mich eine besondere Motivation.

Es ist wichtig, die Komplexität der EU-Förderung plausibel und in einer zielgruppengerechten, verständlichen Sprache darzulegen. Die Vielzahl von Regelungen und Verordnungen ist gerade für die Akteure, die nicht hauptberuflich mit der Thematik betraut sind, schwer zu fassen. Natürlich sind bei der Vielfalt von handelnden Akteuren auch die Interessen nicht immer deckungsgleich. Wir versuchen hier, Gemeinsamkeiten zu finden, z.B. durch Positionspapiere der Partner zu Themen der EU-Förderung.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Im Rahmen unserer durchgeführten Veranstaltungen in den letzten Jahren wurden zahlreiche eindrucksvolle ELER-geförderte Projekte im Land Brandenburg vorgestellt, die ebenso Denkanstöße für zukünftige inspirierende Projektideen geben können (https://berlin-brandenburg.dgb.de/beratung/kbs-plus/veranstaltungen). Für mich ist es beeindruckend zu sehen, wie solche kreativen und gelungenen Projekte mit Hilfe von bereitgestellten ELER-Mitteln entstanden sind.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich wünsche mir die Teilnahme der Partner an der Umsetzung der Programme und bei der Vorbereitung der Programme für die kommende Förderperiode weiterhin erfolgreich begleiten zu können. Erfolgreich sind wir dann, wenn die Partner und die Verwaltungsbehörden sich durch uns gut unterstützt fühlen und das europäische Partnerschaftsprinzip in Brandenburg gelebt wird. Brandenburg ist bei der Umsetzung des Partnerschaftsprinzips in vielen Punkten vorbildlich, die vorhandenen Netzwerke und Strukturen sollten daher in jeden Fall beibehalten und weiterentwickelt werden.


Michael-Stober-Portait
© Landgut Stober

Michael Stober – Landgut Stober (2020)

Michael Stober, gebürtig in Baden-Württemberg, kam schon 1977 nach Berlin und wollte eigentlich bald weiter ins Ausland. Doch er blieb und begann Mitte der 80er mit der Sanierung von Altbauten, zunächst in Westberlin, später in ganz Berlin. Ende der 90er war ihm dann die Herausforderung abhandengekommen. Er suchte einen Herrensitz an der Ostseeküste, wurde schließlich in Brandenburg fündig, kaufte 2000 das Landgut der früheren Industriellenfamilie Borsig bei Nauen und zog auch gleich dorthin. Immerhin: es gab einen See, also fast wie Ostseeküste.

Was ist Ihr Ausbildungsberuf / was haben Sie studiert?

Nach abgebrochenem Philosophiestudium, arbeitete ich als Bronzegiesser, Möbelrestaurator, Akustikschreiner, Musiker, Hausverwalter und Mediator. Na ja, so richtig gelernt habe ich witzigerweise Fotograf an der wunderbaren Lette-Schule in Berlin. Jetzt bin ich halt Europas nachhaltigster Hotelier, so zumindest eine der letzten Auszeichnungen des Landgut Stober.

Seit wann sind Sie mit dem Landgut Stober am Markt? Was prägt Ihre Arbeit?

Nach dem Erwerb gründete ich eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung des Landgutes. Das befand sich damals noch kurz vor der Abrisskante der Erdscheibe. Es war eine Aufgabe, vor der mir alle meine Bekannten und Geschäftsfreunde abgeraten hatten: das war dann die Herausforderung, es ihnen zu beweisen, dass es doch geht. Auch wenn es deutlich länger dauerte, als ich erwartet hatte.

Mir war es wichtig, ein Nutzungskonzept zu finden, das die Geschichte des Landgutes und der Umgebung aufnimmt und sich in den Ort einfügt. Und natürlich sind Nachhaltigkeit, Transparenz und Gemeinwohl meine Anker.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Ich sehe mich und meine Tätigkeit in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext und habe natürlich auch hierbei eine Vision: Wenn beispielsweise alle Unternehmer und Unternehmen nur 10 Prozent ihres Gewinns an gemeinnützige Institutionen, Stiftungen etc. abgeben würden, hätten wir sicher eine vollkommen andere Gesellschaft, eine liebevollere, gerechtere und damit bessere. Und es gibt ja solche Unternehmer/innen, wie z.B. Susanne Klatten, die 100 Millionen Euro für genau diese Zwecke zur Verfügung stellt.

Meine Frau und ich haben diese Vision sogar umgedreht, bei uns landen nur 10 Prozent unseres Gewinnes. 20 Prozent fließen an die Mitarbeiter in Form von höheren Löhnen oder Sozialleistungen, 20 Prozent gehen an gemeinnützige Menschen, humanitäre Hilfe oder Unternehmen, 40 Prozent werden direkt ins Unternehmen reinvestiert und 10 Prozent gehen an die Bank zur vorfristigen Ablösung von Langfristdarlehen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit, Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Schön war es zu erleben, wie die örtliche und regionale Bevölkerung von anfangs erheblicher Skepsis „was will denn der Wessi bei uns?“, „der will doch bloss Kohle abgreifen“ sich hin zu einer verständnisvollen und unterstützenden Haltung entwickelt hat. Das war aber ein langer Weg.

Schön war es, als ich dieses Jahr auf Anhieb in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde.

Ich habe schon viele Dinge getan in meinem Leben, u.a. ein paar tausend Wohneinheiten in Berlin und Süddeutschland saniert, die letzten 1000 einvernehmlich und ohne Gerichtsverhandlung. Aber das Landgut ist schon das Beste, was ich erschaffen habe.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Mehr Gemeinwohlorientierung, mehr Transparenz und Offenlegung – was gleichzeitig mehr Ehrlichkeit bedeutet. Natürlich mehr sozialen Ausgleich, mehr soziale Gerechtigkeit. Die Zeiten, in denen sich Einzelne zu Lasten aller die Taschen vollstopfen, haben keine Zukunft, sondern gehören in die Vergangenheit gebeamt. Daran müssen alle mitarbeiten, dann schaffen wir das.

Michael-Stober-Portait
© Landgut Stober

Michael Stober – Landgut Stober (2020)

Michael Stober, gebürtig in Baden-Württemberg, kam schon 1977 nach Berlin und wollte eigentlich bald weiter ins Ausland. Doch er blieb und begann Mitte der 80er mit der Sanierung von Altbauten, zunächst in Westberlin, später in ganz Berlin. Ende der 90er war ihm dann die Herausforderung abhandengekommen. Er suchte einen Herrensitz an der Ostseeküste, wurde schließlich in Brandenburg fündig, kaufte 2000 das Landgut der früheren Industriellenfamilie Borsig bei Nauen und zog auch gleich dorthin. Immerhin: es gab einen See, also fast wie Ostseeküste.

Was ist Ihr Ausbildungsberuf / was haben Sie studiert?

Nach abgebrochenem Philosophiestudium, arbeitete ich als Bronzegiesser, Möbelrestaurator, Akustikschreiner, Musiker, Hausverwalter und Mediator. Na ja, so richtig gelernt habe ich witzigerweise Fotograf an der wunderbaren Lette-Schule in Berlin. Jetzt bin ich halt Europas nachhaltigster Hotelier, so zumindest eine der letzten Auszeichnungen des Landgut Stober.

Seit wann sind Sie mit dem Landgut Stober am Markt? Was prägt Ihre Arbeit?

Nach dem Erwerb gründete ich eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung des Landgutes. Das befand sich damals noch kurz vor der Abrisskante der Erdscheibe. Es war eine Aufgabe, vor der mir alle meine Bekannten und Geschäftsfreunde abgeraten hatten: das war dann die Herausforderung, es ihnen zu beweisen, dass es doch geht. Auch wenn es deutlich länger dauerte, als ich erwartet hatte.

Mir war es wichtig, ein Nutzungskonzept zu finden, das die Geschichte des Landgutes und der Umgebung aufnimmt und sich in den Ort einfügt. Und natürlich sind Nachhaltigkeit, Transparenz und Gemeinwohl meine Anker.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Ich sehe mich und meine Tätigkeit in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext und habe natürlich auch hierbei eine Vision: Wenn beispielsweise alle Unternehmer und Unternehmen nur 10 Prozent ihres Gewinns an gemeinnützige Institutionen, Stiftungen etc. abgeben würden, hätten wir sicher eine vollkommen andere Gesellschaft, eine liebevollere, gerechtere und damit bessere. Und es gibt ja solche Unternehmer/innen, wie z.B. Susanne Klatten, die 100 Millionen Euro für genau diese Zwecke zur Verfügung stellt.

Meine Frau und ich haben diese Vision sogar umgedreht, bei uns landen nur 10 Prozent unseres Gewinnes. 20 Prozent fließen an die Mitarbeiter in Form von höheren Löhnen oder Sozialleistungen, 20 Prozent gehen an gemeinnützige Menschen, humanitäre Hilfe oder Unternehmen, 40 Prozent werden direkt ins Unternehmen reinvestiert und 10 Prozent gehen an die Bank zur vorfristigen Ablösung von Langfristdarlehen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit, Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Schön war es zu erleben, wie die örtliche und regionale Bevölkerung von anfangs erheblicher Skepsis „was will denn der Wessi bei uns?“, „der will doch bloss Kohle abgreifen“ sich hin zu einer verständnisvollen und unterstützenden Haltung entwickelt hat. Das war aber ein langer Weg.

Schön war es, als ich dieses Jahr auf Anhieb in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde.

Ich habe schon viele Dinge getan in meinem Leben, u.a. ein paar tausend Wohneinheiten in Berlin und Süddeutschland saniert, die letzten 1000 einvernehmlich und ohne Gerichtsverhandlung. Aber das Landgut ist schon das Beste, was ich erschaffen habe.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Mehr Gemeinwohlorientierung, mehr Transparenz und Offenlegung – was gleichzeitig mehr Ehrlichkeit bedeutet. Natürlich mehr sozialen Ausgleich, mehr soziale Gerechtigkeit. Die Zeiten, in denen sich Einzelne zu Lasten aller die Taschen vollstopfen, haben keine Zukunft, sondern gehören in die Vergangenheit gebeamt. Daran müssen alle mitarbeiten, dann schaffen wir das.

M-Stober-Fotos
Copyright: Landgut Stober
M-Stober-Fotos
Copyright: Landgut Stober

Foto Enno-Rosenthal
© Privat

(2020) Enno Rosenthal, gebürtiger Neuruppiner, besuchte die Polytechnische Oberschule, ist gelernter Forstfacharbeiter mit Praxis als Waldarbeiter. Nach Armeezeit, Forststudium und Stationen in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, ist er seit 1985 wieder zu Hause im Ruppiner Land. Enno Rosenthal ist Vorsitzender des Waldbauernverbandes Brandenburg e.V. und leitet die FBG Neuruppin.

Seit wann sind Sie im Bereich Forstbetriebsgemeinschaften involviert und was prägt Ihre Arbeit?

Nach Versammlungen der Waldeigentümer in zwölf Gemeinden um Neuruppin 1990/91 wurde die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Buchenhaus w.V. gegründet, gefolgt von der Gründung einer Dienstleistungs GmbH für Wald und Landschaftspflege als Tochtergesellschaft der FBG 1993. Ende der 90er Jahre kam es dann zur Gründung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Brandenburg (FVB) mit mehreren FBGn zum Zweck gemeinsamer Holzvermarktung.
In dieser Zeit war ich aktiv im Vorstand des Waldbesitzerverbands Brandenburg (WBV), später im daraus hervorgegangenen Waldbauernverband, als politische Interessenvertretung für Kleinprivatwaldbesitzer und Zusammenschlüsse, weil diese im WBV nicht ausreichend abgebildet wurden. Wir begannen mit Informationen und Schulungen der Kleinwaldeigentümer. Schließlich konnte 2008 die Waldbauernschule Brandenburg als ELER Projekt etabliert und der Förderverein Waldbauernschule Brandenburg e.V. gegründet werden.
Für meine Arbeit gilt, den Menschen und dem Walde neben meiner Familie ganz und gar verpflichtet zu sein. Beruf ist für mich Berufung, mein persönliches Glück.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Am meisten motivieren mich die Menschen, wenn sie mir vertrauen und wir gemeinsam so richtig zufrieden und erfolgreich sind. Der Zusammenhalt für den Wald und persönlich, das gibt mir große Freude und Kraft. Natürlich erfreuen mich auch geschaffene Waldbilder in der Natur, wo Ökonomie und Ökologie zu einer harmonischen Einheit sich durch meine lenkende Hand entwickeln.

Wo mit Menschen gearbeitet wird, da gibt es Ärger und Enttäuschungen, das gehört dazu. Die größten Hemmnisse sind für uns, und damit meine ich die Mehrheit der selbstverwalteten von der Landesforstverwaltung personell unabhängigen Forstbetriebsgemeinschaften, struktureller Natur. Denn noch immer werden wir als lästige und entbehrliche Konkurrenz empfunden. Das liegt aus meiner Sicht an der historisch gewachsenen Einstellung der Hoheitsförsterinnen und -förster, die sich als alleinige Wirtschafter, besonders im kleinstrukturierten Privatwald sehen.

Erschwerend kommt eine unscharfe Aufgabenstellung durch die meisten Bundesländer hinzu, weil die Erbringung von Wirtschaftsaufgaben neben der Beratung und Forstaufsicht noch immer Offizialaufgaben sind. In einem Dienstbezirk kann es aber nur einen Herrscher geben. Solange die Forststruktur im Hoheitsbereich nicht ausschließlich auf Forstaufsicht und fachliche Beratung beschränkt wird und sich das Leitbild der Beamten zum neutralen Berater wandelt, wird es strukturell bedingt keine nachhaltige Entwicklung selbstständiger Zusammenschlüsse im Kleinprivatwald geben. Landesförster und Geschäftsführer von FBGn und FWVn müssen subjektiv und objektiv an einem Strang ziehen. D.h.: für alle die wollen, ist die FBG in jeder Hinsicht die beste Lösung, wenn sie professionell arbeitet.

Was gehört Ihrer Einschätzung nach zu den dringlichsten Aufgaben im (Kleinst)Privatwald?

Wir stehen aktuell, wie seit 30 Jahren vor der Herausforderung, endlich für oben beschriebene Strukturen in der Landesforstverwaltung zu sorgen und die FBGn zu Dienstleistungszentren in den ländlichen Räumen zu entwickeln. Das ist in Bayern oder Österreich gut gelungen und wurde anderswo erfolgreich abgewehrt. Wir sind gespannt, wie politisch entschieden wird.
Jedenfalls ist das für mich die Voraussetzung, für die einzig mögliche nachhaltige Lösung der aufgestauten Probleme. Das könnte dann auch zu einer grundlegenden Änderung gesetzlicher Grundlagen führen, damit verschiedene andere Probleme grundsätzlich gelöst werden können, hierzu zählen etwa Naturschutz, Waldschutz, Gewässerschutz und Jagdrecht.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

In der zukünftigen ELER Periode erhoffe ich, dass diese überhaupt stattfinden kann, weil es nicht gut steht um die gemeinsame europäische Politik. Besonders unsere Bundesregierung muss sich entscheiden, welchen Beitrag inhaltlicher und finanzieller Natur unser Land für ein geeintes Europa zu leisten gewillt ist. Die umfassende Bewältigung der aktuellen Krise bietet Chancen, offen und teils brutal zu Tage getretene Defizite der EU progressiv zu überwinden.

In einer neuen ELER Periode wünsche ich mir, entgegen den hoffentlich gegenstandslos gewordenen Entwürfen, eine stärkere Verzahnung oder gar Zusammenfassung der ESI Fonds und deren Anwendung auf regionaler Ebene unter Anwendung von bottom up.

Für den Bereich ländliche Entwicklung erwarte ich direktere und zielgerichtete Unterstützung für wirtschaftliche, soziale und umweltgerechte integrierte Aktivitäten, wobei der Schwerpunkt der Unterstützung bei ideellen Leistungen liegen sollte. Zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze durch den europaweiten Schutz der wichtigsten natürlichen Ressourcen: Luft, Wasser, Boden, Wälder und Artenvielfalt sowie dem soziokulturellen Bereich in den strukturschwachen ländlichen Regionen.
Konkret bedeutet das für den Forstsektor: Schutz der Wälder, Direkthilfen zur Organisation der 15 Millionen Kleinwaldeigentümer und -eigentümerinnen in Europa, Unterstützung von Information und Bildung für aktive Landbevölkerung, Unterstützung von staatlichen und privaten Beratungsstrukturen und deren mögliche Kommunalisierung. Unterstützung nachhaltig wirtschaftender Forstbetriebe aller Eigentumsformen und Größenklassen auf Grundlage der Einhaltung überprüfbarer sozialer und ökologischer Standards inklusive der Einrichtung von nutzungsfreien Naturwaldreserven. Schließlich noch die Förderung lokaler und überregionaler Branchen sowie übergreifender Verarbeitungs- und Vermarktungsnetzwerke und Wertschöpfungsketten und nicht zuletzt innovative Start-Ups und diversifizierte Kleinstunternehmen.

Foto Enno-Rosenthal
© Privat

(2020) Enno Rosenthal, gebürtiger Neuruppiner, besuchte die Polytechnische Oberschule, ist gelernter Forstfacharbeiter mit Praxis als Waldarbeiter. Nach Armeezeit, Forststudium und Stationen in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, ist er seit 1985 wieder zu Hause im Ruppiner Land. Enno Rosenthal ist Vorsitzender des Waldbauernverbandes Brandenburg e.V. und leitet die FBG Neuruppin.

Seit wann sind Sie im Bereich Forstbetriebsgemeinschaften involviert und was prägt Ihre Arbeit?

Nach Versammlungen der Waldeigentümer in zwölf Gemeinden um Neuruppin 1990/91 wurde die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Buchenhaus w.V. gegründet, gefolgt von der Gründung einer Dienstleistungs GmbH für Wald und Landschaftspflege als Tochtergesellschaft der FBG 1993. Ende der 90er Jahre kam es dann zur Gründung der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Brandenburg (FVB) mit mehreren FBGn zum Zweck gemeinsamer Holzvermarktung.
In dieser Zeit war ich aktiv im Vorstand des Waldbesitzerverbands Brandenburg (WBV), später im daraus hervorgegangenen Waldbauernverband, als politische Interessenvertretung für Kleinprivatwaldbesitzer und Zusammenschlüsse, weil diese im WBV nicht ausreichend abgebildet wurden. Wir begannen mit Informationen und Schulungen der Kleinwaldeigentümer. Schließlich konnte 2008 die Waldbauernschule Brandenburg als ELER Projekt etabliert und der Förderverein Waldbauernschule Brandenburg e.V. gegründet werden.
Für meine Arbeit gilt, den Menschen und dem Walde neben meiner Familie ganz und gar verpflichtet zu sein. Beruf ist für mich Berufung, mein persönliches Glück.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Am meisten motivieren mich die Menschen, wenn sie mir vertrauen und wir gemeinsam so richtig zufrieden und erfolgreich sind. Der Zusammenhalt für den Wald und persönlich, das gibt mir große Freude und Kraft. Natürlich erfreuen mich auch geschaffene Waldbilder in der Natur, wo Ökonomie und Ökologie zu einer harmonischen Einheit sich durch meine lenkende Hand entwickeln.

Wo mit Menschen gearbeitet wird, da gibt es Ärger und Enttäuschungen, das gehört dazu. Die größten Hemmnisse sind für uns, und damit meine ich die Mehrheit der selbstverwalteten von der Landesforstverwaltung personell unabhängigen Forstbetriebsgemeinschaften, struktureller Natur. Denn noch immer werden wir als lästige und entbehrliche Konkurrenz empfunden. Das liegt aus meiner Sicht an der historisch gewachsenen Einstellung der Hoheitsförsterinnen und -förster, die sich als alleinige Wirtschafter, besonders im kleinstrukturierten Privatwald sehen.

Erschwerend kommt eine unscharfe Aufgabenstellung durch die meisten Bundesländer hinzu, weil die Erbringung von Wirtschaftsaufgaben neben der Beratung und Forstaufsicht noch immer Offizialaufgaben sind. In einem Dienstbezirk kann es aber nur einen Herrscher geben. Solange die Forststruktur im Hoheitsbereich nicht ausschließlich auf Forstaufsicht und fachliche Beratung beschränkt wird und sich das Leitbild der Beamten zum neutralen Berater wandelt, wird es strukturell bedingt keine nachhaltige Entwicklung selbstständiger Zusammenschlüsse im Kleinprivatwald geben. Landesförster und Geschäftsführer von FBGn und FWVn müssen subjektiv und objektiv an einem Strang ziehen. D.h.: für alle die wollen, ist die FBG in jeder Hinsicht die beste Lösung, wenn sie professionell arbeitet.

Was gehört Ihrer Einschätzung nach zu den dringlichsten Aufgaben im (Kleinst)Privatwald?

Wir stehen aktuell, wie seit 30 Jahren vor der Herausforderung, endlich für oben beschriebene Strukturen in der Landesforstverwaltung zu sorgen und die FBGn zu Dienstleistungszentren in den ländlichen Räumen zu entwickeln. Das ist in Bayern oder Österreich gut gelungen und wurde anderswo erfolgreich abgewehrt. Wir sind gespannt, wie politisch entschieden wird.
Jedenfalls ist das für mich die Voraussetzung, für die einzig mögliche nachhaltige Lösung der aufgestauten Probleme. Das könnte dann auch zu einer grundlegenden Änderung gesetzlicher Grundlagen führen, damit verschiedene andere Probleme grundsätzlich gelöst werden können, hierzu zählen etwa Naturschutz, Waldschutz, Gewässerschutz und Jagdrecht.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

In der zukünftigen ELER Periode erhoffe ich, dass diese überhaupt stattfinden kann, weil es nicht gut steht um die gemeinsame europäische Politik. Besonders unsere Bundesregierung muss sich entscheiden, welchen Beitrag inhaltlicher und finanzieller Natur unser Land für ein geeintes Europa zu leisten gewillt ist. Die umfassende Bewältigung der aktuellen Krise bietet Chancen, offen und teils brutal zu Tage getretene Defizite der EU progressiv zu überwinden.

In einer neuen ELER Periode wünsche ich mir, entgegen den hoffentlich gegenstandslos gewordenen Entwürfen, eine stärkere Verzahnung oder gar Zusammenfassung der ESI Fonds und deren Anwendung auf regionaler Ebene unter Anwendung von bottom up.

Für den Bereich ländliche Entwicklung erwarte ich direktere und zielgerichtete Unterstützung für wirtschaftliche, soziale und umweltgerechte integrierte Aktivitäten, wobei der Schwerpunkt der Unterstützung bei ideellen Leistungen liegen sollte. Zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze durch den europaweiten Schutz der wichtigsten natürlichen Ressourcen: Luft, Wasser, Boden, Wälder und Artenvielfalt sowie dem soziokulturellen Bereich in den strukturschwachen ländlichen Regionen.
Konkret bedeutet das für den Forstsektor: Schutz der Wälder, Direkthilfen zur Organisation der 15 Millionen Kleinwaldeigentümer und -eigentümerinnen in Europa, Unterstützung von Information und Bildung für aktive Landbevölkerung, Unterstützung von staatlichen und privaten Beratungsstrukturen und deren mögliche Kommunalisierung. Unterstützung nachhaltig wirtschaftender Forstbetriebe aller Eigentumsformen und Größenklassen auf Grundlage der Einhaltung überprüfbarer sozialer und ökologischer Standards inklusive der Einrichtung von nutzungsfreien Naturwaldreserven. Schließlich noch die Förderung lokaler und überregionaler Branchen sowie übergreifender Verarbeitungs- und Vermarktungsnetzwerke und Wertschöpfungsketten und nicht zuletzt innovative Start-Ups und diversifizierte Kleinstunternehmen.

Minister Axel Vogel
© Volker Tanner
Axel Vogel,
Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (2019)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser dieses ELER-Newsletters,
eine funktionierende Demokratie ist die Voraussetzung, um gesellschaftlichen Wandel nicht nur durch Wahlen in die Parlamente zu tragen, sondern diesen Wandel auch in eine Neuausrichtung der Regierungspolitik münden zu lassen. Eine solche Neuausrichtung der Landespolitik haben die Landtagswahlen am 1. September herbeigeführt.

Ob Fridays for Future, regionale und überregionale Initiativen zur Agrarwende, zum Tierschutz oder gegen das Insektensterben, aber auch die ganz anders ausgerichteten Initiativen gegen Windenergieanlagen oder die aktuellen Bauerndemonstrationen zeigen, dass in den vergangenen Jahren auch in Brandenburg einiges in Bewegung gekommen ist. Diese Entwicklungen laufen parallel und nicht widerspruchsfrei ab.

Wir haben nicht mehr viel Zeit, der heraufziehenden Klimakatastrophe, den Verlusten der biologischen Vielfalt und der Übernutzung der natürlichen Ressourcen zu begegnen. Genauso brauchen wir Konzepte gegen die sich beschleunigenden Konzentrationsprozesse in der Landwirtschaft. Wir wollen Antworten finden auf die vielen offenen Fragen und Forderungen der Menschen zu Entwicklungschancen und gesellschaftlicher Teilhabe im ländlichen Raum.


Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
„Vieles muss sich ändern, damit manches so bleiben kann wie es ist“, war ein Wahlspruch der frühen Ökologiebewegung. Wir dürfen uns von düsteren Zukunftsaussichten nicht überwältigen lassen, sondern müssen die Probleme an der Wurzel packen - und genau mit diesem Anspruch hat die Koalition aus Sozialdemokraten, Christdemokraten und Bündnisgrünen zusammengefunden, um auf Basis einer umfassenden Koalitionsvereinbarung der Entwicklung im Land eine neue Richtung vorzugeben. Ganz Brandenburg soll eine „Gewinnerregion des 21. Jahrhunderts“ werden, in allen Regionen und nicht nur im Berliner Umland.

Aufkeimende Probleme wird man häufig dann am besten in den Griff bekommen und lösen können, wenn Andersmeinende und vor allem die direkt Betroffenen frühzeitig und fair in den Diskussionsprozess kooperativ mit eingebunden werden.  

Stilbildend für einen solchen neuen Geist der Kooperation waren dabei für mich die Koalitionsverhandlungen im Politikfeld Agrar und Umwelt, das in kontroversen Sitzungen teils bis in die frühen Morgenstunden verhandelt wurde. Hier traten Landnutzungsexperten aus der betrieblichen Praxis und aus der Verwaltung, Wissenschaftler und ehrenamtliche Natur- und Umweltschützer aus allen drei Koalitionsparteien zusammen, um ein gemeinsames Regierungsprogramm auszuarbeiten. Trotz sehr verschiedener Ausgangsbasis konnten am Ende alle in der Verhandlungsgruppe Mitwirkenden das erzielte Ergebnis für eine Neuausrichtung der Brandenburger Agrar- und Umweltpolitik mit gutem Gefühl an die Hauptverhandlungsgruppe weiterreichen.

Agrar- und Umweltpolitik sind zwei Seiten einer Medaille, die nicht nur auf Landesebene zusammengehören. Der mühselige Fortgang bei der Umsetzung der Vorgaben der europäischen Düngeverordnung oder auch bei der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zeigt, wie ungünstig es ist, wenn ELER-Kompetenzen - wie beim Bund - geteilt sind.

Nach unserer Landesverfassung darf kein Landesteil benachteiligt werden. Diesen Anspruch einzulösen, erfordert viel Kraft und vor allem engagierte Akteure vor Ort, die die vom Land bereitgestellten Förderinstrumente auch sinnvoll nutzen können.

Dabei geht es natürlich um Geld, wesentlich auch um die Frage, wie viele Mittel wir in Zukunft im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) noch zur Verfügung haben werden. Es geht aber auch um andere Schwerpunktsetzungen in der Ersten und in der Zweiten Säule.

Zukünftig werden die Mittel der Ersten Säule stärker als in der Vergangenheit in ihrer Lenkungswirkung für den Umwelt- und Klimaschutz, aber auch für eine Agrarstruktur mit breiter Eigentumsstreuung genutzt werden müssen. Die in der Zweiten Säule bereits angelegten Maßnahmen der ländlichen Entwicklung sowie im Umwelt- und Klimaschutz müssen zudem auch weiterentwickelt werden.

Ohne Zweifel: Seit 1991, als Brandenburg erstmals von europäischen Fördermitteln profitieren konnte, ist mit deren Einsatz unglaublich viel Positives erreicht worden. Wenn wir im kommenden Jahr den 30. Jahrestag der Wiedergründung des Landes feiern, dann gibt es daher vieles, worauf wir gemeinsam mit der EU stolz sein können.

Und auch wenn für die meisten Menschen im Lande „ELER“ nur ein wenig fassbarer Begriff ist: Die Ergebnisse des Förderprogramms kann man - wenigstens in Teilen - sehen und anfassen: Dank der ELER-Mittel wurden Wege gebaut, Gebäude saniert oder neu errichtet, die ländliche Infrastruktur verbessert, Existenzgründer unterstützt, extensive Landnutzungen finanziert, wasserbauliche Maßnahmen umgesetzt oder auch der Umweltschutz oder der Waldschutz gestärkt. Weniger sichtbar sind die Unterstützung von Dorfvereinen, Initiativen, Kulturveranstaltungen oder von Angeboten der Aus- und Weiterbildung.

Nicht immer gleich sichtbar sind dagegen viele Probleme, die den Menschen auf dem Land auf den Nägeln brennen. Denn leider ist es beim ELER wie so oft im Leben: Ist ein Projekt fertiggestellt, wartet schon das nächste an der nächsten Ecke auf Verwirklichung.

Die ELER-Förderprogramme der Ländlichen Entwicklung sind hier das beste Angebot, um orts- und bürgernah Hilfe zur Selbsthilfe bereitzustellen. Die Arbeit in den regionalen LEADER-Gruppen hat sich bewährt, und in ihnen lebt ein wenig der Geist der Runden Tische der Nachwendezeit fort, ein Geist, dem mein Team und ich uns besonders verpflichtet fühlen.

Darauf wollen wir aufbauen, wenn es in den kommenden Monaten in die heiße Phase der Neuausrichtung der neuen EU-Förderperiode ab 2021 geht.

Gerade der bisherige ELER zeigt, dass wir trotz vieler Vorgaben aus Brüssel als Land Möglichkeiten haben, eigene Akzente zu setzen. Diese Möglichkeiten beizubehalten und neu auszugestalten wird, bis zum tatsächlichen Start in die neue siebenjährige Förderperiode noch zu vielen Diskussionen in der EU, im Bund und auch in Brandenburg führen. Ländliche Entwicklung braucht viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter – oder anders ausgedrückt: Wir brauchen Ihr Engagement, Ihre Fachkompetenz und Ihre genaue Kenntnis der Verhältnisse vor Ort. Ich möchte Sie herzlich einladen, sich in den Prozess der Entscheidungsfindung mit einzubringen.

Ihr Axel Vogel



Axel Vogel im Portrait:
Axel Vogel, gebürtig in Bochum, wuchs ab dem 5. Lebensjahr in Oberbayern auf dem Lande auf. Der studierte Diplom-Kaufmann/Diplom-Ökonom engagierte sich schon früh in der Umweltbewegung und zählte 1980 zu den Gründungsmitgliedern der Partei Die Grünen.

Nach der Bundeswehr war er zunächst in der Geschäftsstelle des Landesverbands Bayern tätig, bevor er 1983 als sogenannter Nachrücker Mitglied der ersten grünen Bundestagsfraktion wurde. Durch die in dieser Fraktion beschlussgemäß durchgeführte Zweijahresrotation gehörte er über die Landesliste Bayern dem Bundestag von 1985 bis 1987 als Abgeordneter an.

Von 1988 bis 1991 war Vogel Bundesschatzmeister seiner Partei und kommissarischer Bundesgeschäftsführer, bevor er einem Angebot des damaligen Brandenburger Umweltministers Matthias Platzeck folgte.

Die historisch einmalige Chance, sich für den Erhalt der noch auf der letzten Sitzung der Volkskammer der DDR geschützten, intakten Naturlandschaften im Osten Deutschlands praktisch einsetzen zu können, führte ihn nach Brandenburg.

Axel Vogel wurde ab Oktober 1991 Stellvertreter von Prof. Michael Succow in der Leitung der „Projektgruppe Großschutzgebiete", dann bis März 1995 als Stellvertreter von Prof. Matthias Freude Abteilungsleiter in der Landesanstalt für Großschutzgebiete des Landes Brandenburg, die ihren Hauptsitz am Eberswalder Stadtsee hatte. Hier leitete er zeitweise auch den Aufbaustab für Brandenburgs einzigen Nationalpark und deutschlandweit einzigen Auennationalpark - den Nationalpark Unteres Odertal. Ab April 1995 war er zuerst kommissarischer und ab Oktober 1996 bis April 2004 Direktor der Landesanstalt für Großschutzgebiete. Mit der Umstrukturierung der staatlichen Umweltverwaltung im Land Brandenburg wurde Axel Vogel 2004 zunächst Abteilungsleiter Großschutzgebiete im Landesumweltamt Brandenburg und noch im selben Jahr Abteilungsleiter Ökologie, Naturschutz und Wasser im Landesumweltamt Brandenburg.

Mit seinem Wechsel nach Brandenburg und insbesondere nach Eberswalde, wo er auch seinen Lebensmittelpunkt und seinen Wahlkreis hat, blieb Axel Vogel politisch aktiv für die Bündnisgrünen. Von 2005 bis 2009 amtierte Vogel als einer von zwei gleichberechtigten Vorstandssprechern des Brandenburger Landesverbands von Bündnis 90/Die Grünen.

Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Haushalts-, Wirtschafts- und Umweltpolitik; neben der Entwicklung in den ländlichen Regionen des Landes stand dabei für ihn stets die Energiewende im Zentrum seines Interesses. So engagierte er sich unter anderem in den Jahren 2007/2008 als Vertrauensmann der Volksinitiative "Keine neue Tagebaue - Für eine zukunftsfähige Energiepolitik“.

2009 errang er über die Landesliste erstmals ein Mandat für die Grünen im Brandenburgischen Landtag. Axel Vogel wurde Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und übte Mandat und Funktion bis zur Regierungsbildung am 20. November 2019 aus. Zur Trennung von Amt und Mandat legt Axel Vogel nach der Ernennung zum Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg sein am 1. September 2019 erneut errungenes Landtagsmandat zum 31.12. nieder.

Minister Axel Vogel
© Volker Tanner
Axel Vogel,
Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (2019)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser dieses ELER-Newsletters,
eine funktionierende Demokratie ist die Voraussetzung, um gesellschaftlichen Wandel nicht nur durch Wahlen in die Parlamente zu tragen, sondern diesen Wandel auch in eine Neuausrichtung der Regierungspolitik münden zu lassen. Eine solche Neuausrichtung der Landespolitik haben die Landtagswahlen am 1. September herbeigeführt.

Ob Fridays for Future, regionale und überregionale Initiativen zur Agrarwende, zum Tierschutz oder gegen das Insektensterben, aber auch die ganz anders ausgerichteten Initiativen gegen Windenergieanlagen oder die aktuellen Bauerndemonstrationen zeigen, dass in den vergangenen Jahren auch in Brandenburg einiges in Bewegung gekommen ist. Diese Entwicklungen laufen parallel und nicht widerspruchsfrei ab.

Wir haben nicht mehr viel Zeit, der heraufziehenden Klimakatastrophe, den Verlusten der biologischen Vielfalt und der Übernutzung der natürlichen Ressourcen zu begegnen. Genauso brauchen wir Konzepte gegen die sich beschleunigenden Konzentrationsprozesse in der Landwirtschaft. Wir wollen Antworten finden auf die vielen offenen Fragen und Forderungen der Menschen zu Entwicklungschancen und gesellschaftlicher Teilhabe im ländlichen Raum.


Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
„Vieles muss sich ändern, damit manches so bleiben kann wie es ist“, war ein Wahlspruch der frühen Ökologiebewegung. Wir dürfen uns von düsteren Zukunftsaussichten nicht überwältigen lassen, sondern müssen die Probleme an der Wurzel packen - und genau mit diesem Anspruch hat die Koalition aus Sozialdemokraten, Christdemokraten und Bündnisgrünen zusammengefunden, um auf Basis einer umfassenden Koalitionsvereinbarung der Entwicklung im Land eine neue Richtung vorzugeben. Ganz Brandenburg soll eine „Gewinnerregion des 21. Jahrhunderts“ werden, in allen Regionen und nicht nur im Berliner Umland.

Aufkeimende Probleme wird man häufig dann am besten in den Griff bekommen und lösen können, wenn Andersmeinende und vor allem die direkt Betroffenen frühzeitig und fair in den Diskussionsprozess kooperativ mit eingebunden werden.  

Stilbildend für einen solchen neuen Geist der Kooperation waren dabei für mich die Koalitionsverhandlungen im Politikfeld Agrar und Umwelt, das in kontroversen Sitzungen teils bis in die frühen Morgenstunden verhandelt wurde. Hier traten Landnutzungsexperten aus der betrieblichen Praxis und aus der Verwaltung, Wissenschaftler und ehrenamtliche Natur- und Umweltschützer aus allen drei Koalitionsparteien zusammen, um ein gemeinsames Regierungsprogramm auszuarbeiten. Trotz sehr verschiedener Ausgangsbasis konnten am Ende alle in der Verhandlungsgruppe Mitwirkenden das erzielte Ergebnis für eine Neuausrichtung der Brandenburger Agrar- und Umweltpolitik mit gutem Gefühl an die Hauptverhandlungsgruppe weiterreichen.

Agrar- und Umweltpolitik sind zwei Seiten einer Medaille, die nicht nur auf Landesebene zusammengehören. Der mühselige Fortgang bei der Umsetzung der Vorgaben der europäischen Düngeverordnung oder auch bei der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zeigt, wie ungünstig es ist, wenn ELER-Kompetenzen - wie beim Bund - geteilt sind.

Nach unserer Landesverfassung darf kein Landesteil benachteiligt werden. Diesen Anspruch einzulösen, erfordert viel Kraft und vor allem engagierte Akteure vor Ort, die die vom Land bereitgestellten Förderinstrumente auch sinnvoll nutzen können.

Dabei geht es natürlich um Geld, wesentlich auch um die Frage, wie viele Mittel wir in Zukunft im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) noch zur Verfügung haben werden. Es geht aber auch um andere Schwerpunktsetzungen in der Ersten und in der Zweiten Säule.

Zukünftig werden die Mittel der Ersten Säule stärker als in der Vergangenheit in ihrer Lenkungswirkung für den Umwelt- und Klimaschutz, aber auch für eine Agrarstruktur mit breiter Eigentumsstreuung genutzt werden müssen. Die in der Zweiten Säule bereits angelegten Maßnahmen der ländlichen Entwicklung sowie im Umwelt- und Klimaschutz müssen zudem auch weiterentwickelt werden.

Ohne Zweifel: Seit 1991, als Brandenburg erstmals von europäischen Fördermitteln profitieren konnte, ist mit deren Einsatz unglaublich viel Positives erreicht worden. Wenn wir im kommenden Jahr den 30. Jahrestag der Wiedergründung des Landes feiern, dann gibt es daher vieles, worauf wir gemeinsam mit der EU stolz sein können.

Und auch wenn für die meisten Menschen im Lande „ELER“ nur ein wenig fassbarer Begriff ist: Die Ergebnisse des Förderprogramms kann man - wenigstens in Teilen - sehen und anfassen: Dank der ELER-Mittel wurden Wege gebaut, Gebäude saniert oder neu errichtet, die ländliche Infrastruktur verbessert, Existenzgründer unterstützt, extensive Landnutzungen finanziert, wasserbauliche Maßnahmen umgesetzt oder auch der Umweltschutz oder der Waldschutz gestärkt. Weniger sichtbar sind die Unterstützung von Dorfvereinen, Initiativen, Kulturveranstaltungen oder von Angeboten der Aus- und Weiterbildung.

Nicht immer gleich sichtbar sind dagegen viele Probleme, die den Menschen auf dem Land auf den Nägeln brennen. Denn leider ist es beim ELER wie so oft im Leben: Ist ein Projekt fertiggestellt, wartet schon das nächste an der nächsten Ecke auf Verwirklichung.

Die ELER-Förderprogramme der Ländlichen Entwicklung sind hier das beste Angebot, um orts- und bürgernah Hilfe zur Selbsthilfe bereitzustellen. Die Arbeit in den regionalen LEADER-Gruppen hat sich bewährt, und in ihnen lebt ein wenig der Geist der Runden Tische der Nachwendezeit fort, ein Geist, dem mein Team und ich uns besonders verpflichtet fühlen.

Darauf wollen wir aufbauen, wenn es in den kommenden Monaten in die heiße Phase der Neuausrichtung der neuen EU-Förderperiode ab 2021 geht.

Gerade der bisherige ELER zeigt, dass wir trotz vieler Vorgaben aus Brüssel als Land Möglichkeiten haben, eigene Akzente zu setzen. Diese Möglichkeiten beizubehalten und neu auszugestalten wird, bis zum tatsächlichen Start in die neue siebenjährige Förderperiode noch zu vielen Diskussionen in der EU, im Bund und auch in Brandenburg führen. Ländliche Entwicklung braucht viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter – oder anders ausgedrückt: Wir brauchen Ihr Engagement, Ihre Fachkompetenz und Ihre genaue Kenntnis der Verhältnisse vor Ort. Ich möchte Sie herzlich einladen, sich in den Prozess der Entscheidungsfindung mit einzubringen.

Ihr Axel Vogel



Axel Vogel im Portrait:
Axel Vogel, gebürtig in Bochum, wuchs ab dem 5. Lebensjahr in Oberbayern auf dem Lande auf. Der studierte Diplom-Kaufmann/Diplom-Ökonom engagierte sich schon früh in der Umweltbewegung und zählte 1980 zu den Gründungsmitgliedern der Partei Die Grünen.

Nach der Bundeswehr war er zunächst in der Geschäftsstelle des Landesverbands Bayern tätig, bevor er 1983 als sogenannter Nachrücker Mitglied der ersten grünen Bundestagsfraktion wurde. Durch die in dieser Fraktion beschlussgemäß durchgeführte Zweijahresrotation gehörte er über die Landesliste Bayern dem Bundestag von 1985 bis 1987 als Abgeordneter an.

Von 1988 bis 1991 war Vogel Bundesschatzmeister seiner Partei und kommissarischer Bundesgeschäftsführer, bevor er einem Angebot des damaligen Brandenburger Umweltministers Matthias Platzeck folgte.

Die historisch einmalige Chance, sich für den Erhalt der noch auf der letzten Sitzung der Volkskammer der DDR geschützten, intakten Naturlandschaften im Osten Deutschlands praktisch einsetzen zu können, führte ihn nach Brandenburg.

Axel Vogel wurde ab Oktober 1991 Stellvertreter von Prof. Michael Succow in der Leitung der „Projektgruppe Großschutzgebiete", dann bis März 1995 als Stellvertreter von Prof. Matthias Freude Abteilungsleiter in der Landesanstalt für Großschutzgebiete des Landes Brandenburg, die ihren Hauptsitz am Eberswalder Stadtsee hatte. Hier leitete er zeitweise auch den Aufbaustab für Brandenburgs einzigen Nationalpark und deutschlandweit einzigen Auennationalpark - den Nationalpark Unteres Odertal. Ab April 1995 war er zuerst kommissarischer und ab Oktober 1996 bis April 2004 Direktor der Landesanstalt für Großschutzgebiete. Mit der Umstrukturierung der staatlichen Umweltverwaltung im Land Brandenburg wurde Axel Vogel 2004 zunächst Abteilungsleiter Großschutzgebiete im Landesumweltamt Brandenburg und noch im selben Jahr Abteilungsleiter Ökologie, Naturschutz und Wasser im Landesumweltamt Brandenburg.

Mit seinem Wechsel nach Brandenburg und insbesondere nach Eberswalde, wo er auch seinen Lebensmittelpunkt und seinen Wahlkreis hat, blieb Axel Vogel politisch aktiv für die Bündnisgrünen. Von 2005 bis 2009 amtierte Vogel als einer von zwei gleichberechtigten Vorstandssprechern des Brandenburger Landesverbands von Bündnis 90/Die Grünen.

Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Haushalts-, Wirtschafts- und Umweltpolitik; neben der Entwicklung in den ländlichen Regionen des Landes stand dabei für ihn stets die Energiewende im Zentrum seines Interesses. So engagierte er sich unter anderem in den Jahren 2007/2008 als Vertrauensmann der Volksinitiative "Keine neue Tagebaue - Für eine zukunftsfähige Energiepolitik“.

2009 errang er über die Landesliste erstmals ein Mandat für die Grünen im Brandenburgischen Landtag. Axel Vogel wurde Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und übte Mandat und Funktion bis zur Regierungsbildung am 20. November 2019 aus. Zur Trennung von Amt und Mandat legt Axel Vogel nach der Ernennung zum Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg sein am 1. September 2019 erneut errungenes Landtagsmandat zum 31.12. nieder.


Portait_Heiko-Bansen_lag
© LAG Fläming-Havel
Regionalmanager Heiko Bansen
LAG Fläming-Havel (2019)

Heiko Bansen, gebürtiger Berliner, hat schon immer den Wald dem „Großstadt-Dschungel“ vorgezogen und ist heute im waldreichen Hohen Fläming zuhause. Nach seiner Ausbildung zum Forstwirt und dem  Abitur, studierte er an der heutigen Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde „Landschaftsnutzung und Naturschutz“. Noch vor seinem Diplom qualifizierte er sich studienbegleitend zum „Regionalberater“ und arbeitete in einem Forschungsprojekt zur Dorfentwicklung im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Seit wann sind Sie Regionalmanager? Was prägt Ihre Arbeit? Was bedeutet Ihre aktuelle Position als LAG-Sprecher für Sie und Ihre Arbeit?

Im Herbst 2002 konnte ich als Regionalmanager in der frisch entstandenen LEADER plus-Region „Fläming-Havel“ beginnen. Seitdem kann ich die aktiven Menschen hier bei ihren Projekten unterstützen. Dieser direkte Kontakt ist mir besonders wichtig. Dabei kann ich sowohl inhaltliche Impulse geben, als auch den Weg durch den Förderdschungel erklären.

Unter anderem diese praktischen Erfahrungen, auch von meinen KollegInnen aus den anderen Regionen, versuche ich als Sprecher der Regionalmanagements an Landespolitik und -verwaltung zu transportieren. Als Vertreter im gemeinsamen Begleitausschuss zur EU-Förderung in Brandenburg ermöglicht dies gleichzeitig auch einen bereichernden Blick über den ELER-Tellerrand. Ich danke für das Vertrauen aus den Regionen und die Bereitschaft meiner LAG, mir diese zusätzliche ehrenamtliche Aufgabe zu ermöglichen.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Die Begleitung eines Projektes von einer vielleicht noch vagen Idee bis hin zur erfolgreichen Umsetzung macht den Reiz der Arbeit im Regionalmanagement aus. Besonders schön ist es, wenn es gelingt, Menschen zum gegenseitigen Vorteil zu einander zu bringen. Wenn sich aus den Vorhaben Einzelner viele Bausteine für das gelungene Ganze in der Region ergibt. Auf dem Weg dahin gilt es leider auch mit vielen bürokratischen Hindernissen zu kämpfen. Diese finden sich leider sowohl in der Förderabwicklung als auch teilweise in für den ländlichen Raum nicht passenden Standards anderer Fachgebiete.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Es ist natürlich schwierig und vielleicht etwas ungerecht aus der Vielzahl von gelungenen Projekten eines herauszuheben. Für mich allerdings wird der Kunstwanderweg im Naturpark Hoher Fläming immer etwas Besonderes bleiben. Hier ist es uns gelungen, eine länger im Raum stehende Idee mit dem Schwung vieler zur gelungenen Umsetzung zu bringen. Davon profitieren unter anderem die anliegenden Gastgeber. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 2006 ist der heute als Qualitätsweg zertifizierte Kunstwanderweg das Rückgrat der Wanderregion. Als Verbindung der Bahnhöfe in Bad Belzig und Wiesenburg lädt er zum Wandern und Wundern ein.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich halte es für wichtig, dass sich die aktuell gesellschaftliche Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum verstetigt. Es ist dauerhaftes Engagement notwendig, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu erhalten und die Menschen nicht gezwungen werden, in die Stadt zu wandern. In diesem Sinne hoffe ich, dass auch nach 2021 ELER-Mittel in die ländliche Entwicklung fließen können und das Land Brandenburg weiterhin in vorbildlicher Weise die nationale Kofinanzierung für nicht öffentliche Projekte sicherstellt. Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, setze ich darauf, dass es uns gemeinsam gelingt, die Förderverfahren einfacher zu gestalten.

Weiter Informationen unter www.flaeming-havel.de

Portait_Heiko-Bansen_lag
© LAG Fläming-Havel
Regionalmanager Heiko Bansen
LAG Fläming-Havel (2019)

Heiko Bansen, gebürtiger Berliner, hat schon immer den Wald dem „Großstadt-Dschungel“ vorgezogen und ist heute im waldreichen Hohen Fläming zuhause. Nach seiner Ausbildung zum Forstwirt und dem  Abitur, studierte er an der heutigen Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde „Landschaftsnutzung und Naturschutz“. Noch vor seinem Diplom qualifizierte er sich studienbegleitend zum „Regionalberater“ und arbeitete in einem Forschungsprojekt zur Dorfentwicklung im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Seit wann sind Sie Regionalmanager? Was prägt Ihre Arbeit? Was bedeutet Ihre aktuelle Position als LAG-Sprecher für Sie und Ihre Arbeit?

Im Herbst 2002 konnte ich als Regionalmanager in der frisch entstandenen LEADER plus-Region „Fläming-Havel“ beginnen. Seitdem kann ich die aktiven Menschen hier bei ihren Projekten unterstützen. Dieser direkte Kontakt ist mir besonders wichtig. Dabei kann ich sowohl inhaltliche Impulse geben, als auch den Weg durch den Förderdschungel erklären.

Unter anderem diese praktischen Erfahrungen, auch von meinen KollegInnen aus den anderen Regionen, versuche ich als Sprecher der Regionalmanagements an Landespolitik und -verwaltung zu transportieren. Als Vertreter im gemeinsamen Begleitausschuss zur EU-Förderung in Brandenburg ermöglicht dies gleichzeitig auch einen bereichernden Blick über den ELER-Tellerrand. Ich danke für das Vertrauen aus den Regionen und die Bereitschaft meiner LAG, mir diese zusätzliche ehrenamtliche Aufgabe zu ermöglichen.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Die Begleitung eines Projektes von einer vielleicht noch vagen Idee bis hin zur erfolgreichen Umsetzung macht den Reiz der Arbeit im Regionalmanagement aus. Besonders schön ist es, wenn es gelingt, Menschen zum gegenseitigen Vorteil zu einander zu bringen. Wenn sich aus den Vorhaben Einzelner viele Bausteine für das gelungene Ganze in der Region ergibt. Auf dem Weg dahin gilt es leider auch mit vielen bürokratischen Hindernissen zu kämpfen. Diese finden sich leider sowohl in der Förderabwicklung als auch teilweise in für den ländlichen Raum nicht passenden Standards anderer Fachgebiete.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Es ist natürlich schwierig und vielleicht etwas ungerecht aus der Vielzahl von gelungenen Projekten eines herauszuheben. Für mich allerdings wird der Kunstwanderweg im Naturpark Hoher Fläming immer etwas Besonderes bleiben. Hier ist es uns gelungen, eine länger im Raum stehende Idee mit dem Schwung vieler zur gelungenen Umsetzung zu bringen. Davon profitieren unter anderem die anliegenden Gastgeber. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 2006 ist der heute als Qualitätsweg zertifizierte Kunstwanderweg das Rückgrat der Wanderregion. Als Verbindung der Bahnhöfe in Bad Belzig und Wiesenburg lädt er zum Wandern und Wundern ein.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich halte es für wichtig, dass sich die aktuell gesellschaftliche Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum verstetigt. Es ist dauerhaftes Engagement notwendig, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu erhalten und die Menschen nicht gezwungen werden, in die Stadt zu wandern. In diesem Sinne hoffe ich, dass auch nach 2021 ELER-Mittel in die ländliche Entwicklung fließen können und das Land Brandenburg weiterhin in vorbildlicher Weise die nationale Kofinanzierung für nicht öffentliche Projekte sicherstellt. Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, setze ich darauf, dass es uns gemeinsam gelingt, die Förderverfahren einfacher zu gestalten.

Weiter Informationen unter www.flaeming-havel.de


Portrait-Landrätin-Kornelia-Wehlan
Foto © Pressestelle TF

Kornelia Wehlan
Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming (2019)

Kornelia Wehlan, geboren und aufgewachsen in Luckenwalde, hat ihr ganzes Leben in der Region verbracht. Nach ihrer Ausbildung zur Agrotechnikerin / Mechanisatorin hat sie ein Studium zur Agraringenieurin absolviert und war als Abteilungsleiterin in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft tätig. Seit 1986 ist Kornelia Wehlan politisch tätig. Sie war von 1999 bis 2013 Abgeordnete im Landtag Brandenburg und hier vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt und Verkehr aktiv. Seit 2013 ist sie Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming.

Seit wann sind Sie Landrätin? Was prägt Ihre Arbeit?

Im September 2013 wurde ich zur Landrätin gewählt. Meine Arbeit ist geprägt von meinen Erfahrungen als Abgeordnete und meiner Herangehensweise an die Dinge. Sachorientierte Kommunalpolitik funktioniert nur, wenn man einander mit Achtung und Respekt begegnet und die Arbeit offen und transparent gestaltet wird. Deshalb setze ich auf eine Kultur des Dialogs – sowohl in der Verwaltung als auch in der Politik.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Motiviert werde ich in erster Linie von den Menschen, für deren Geschicke ich als Landrätin eine große Verantwortung trage. Damit meine ich nicht nur die Beschäftigten der Verwaltung, sondern die Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis. Deshalb ist es für mich ein großes Problem, dass sich unsere Gesellschaft im Moment immer weiter polarisiert und der Umgangston deutlich rauer wird. All das macht auch sachorientierte Verwaltungsarbeit immer schwerer.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Ich bin vor allem froh darüber, dass unser Landkreis eigenständig geblieben ist und die Kreisgebietsreform abgesagt wurde. Dafür haben wir uns engagiert eingesetzt und wurden von den Menschen der Region enorm unterstützt. Das hat mich bewegt, zeigt es doch, wie sehr man mit Teltow-Fläming verbunden ist. Und bürgernahes Verwaltungshandeln braucht bürgernahe Verwaltungsstrukturen.

DAS wichtigste ELER-Projekt lässt sich meines Erachtens nur schwer ausmachen – dafür ist die Vielfalt zu groß. Besonders beeindruckt bin ich von der Summe der Dinge, die u. a. dank der Bereitstellung von ELER-Mitteln rund um die Flaeming-Skate entstanden sind. Der ELER verbindet Land und Leute, indem er die landwirtschaftlichen Unternehmen und lokale Projekte unterstützt. Das ist ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung der ländlichen Räume in unserem Landkreis – auch an der Flaeming-Skate. Das wichtigste Tourismus-Projekt des Landkreises verbindet Land und Leute wiederum ganz praktisch – und zwar weit über Brandenburg hinaus.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich hoffe, dass wir – auch dank weiterer ELER-Förderung – die nachhaltige Stärkung unseres ländlichen Raumes vorantreiben können. Dankenswerterweise stehen unserem Landkreis insgesamt 18,4 Millionen Euro in der aktuellen Förderperiode zur Verfügung. Im Hinblick auf die neue und die vermutlich geringere Ausstattung mit finanziellen Mitteln im Agrarbereich müssen wir uns fragen, wie es mit der ländlichen Entwicklung weitergeht. Auch künftig brauchen die landwirtschaftlichen Unternehmen und die ländlichen Räume eine finanzielle Unterstützung. Neben der Förderung von Investitionen in der Landwirtschaft, in den Landschaftswasserhaushalt oder ähnliche Dinge muss auch weiterhin die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen honoriert werden. Dies betrifft neben einer extensiven oder ökologischen Produktionsweise vor allem auch die Produktion auf natürlich benachteiligten Standorten. Und der Mindestlohn gilt auch für die Landwirtschaft.

Weiter Informationen unter www.teltow-flaeming.de

Portrait-Landrätin-Kornelia-Wehlan
Foto © Pressestelle TF

Kornelia Wehlan
Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming (2019)

Kornelia Wehlan, geboren und aufgewachsen in Luckenwalde, hat ihr ganzes Leben in der Region verbracht. Nach ihrer Ausbildung zur Agrotechnikerin / Mechanisatorin hat sie ein Studium zur Agraringenieurin absolviert und war als Abteilungsleiterin in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft tätig. Seit 1986 ist Kornelia Wehlan politisch tätig. Sie war von 1999 bis 2013 Abgeordnete im Landtag Brandenburg und hier vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt und Verkehr aktiv. Seit 2013 ist sie Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming.

Seit wann sind Sie Landrätin? Was prägt Ihre Arbeit?

Im September 2013 wurde ich zur Landrätin gewählt. Meine Arbeit ist geprägt von meinen Erfahrungen als Abgeordnete und meiner Herangehensweise an die Dinge. Sachorientierte Kommunalpolitik funktioniert nur, wenn man einander mit Achtung und Respekt begegnet und die Arbeit offen und transparent gestaltet wird. Deshalb setze ich auf eine Kultur des Dialogs – sowohl in der Verwaltung als auch in der Politik.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Motiviert werde ich in erster Linie von den Menschen, für deren Geschicke ich als Landrätin eine große Verantwortung trage. Damit meine ich nicht nur die Beschäftigten der Verwaltung, sondern die Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis. Deshalb ist es für mich ein großes Problem, dass sich unsere Gesellschaft im Moment immer weiter polarisiert und der Umgangston deutlich rauer wird. All das macht auch sachorientierte Verwaltungsarbeit immer schwerer.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Ich bin vor allem froh darüber, dass unser Landkreis eigenständig geblieben ist und die Kreisgebietsreform abgesagt wurde. Dafür haben wir uns engagiert eingesetzt und wurden von den Menschen der Region enorm unterstützt. Das hat mich bewegt, zeigt es doch, wie sehr man mit Teltow-Fläming verbunden ist. Und bürgernahes Verwaltungshandeln braucht bürgernahe Verwaltungsstrukturen.

DAS wichtigste ELER-Projekt lässt sich meines Erachtens nur schwer ausmachen – dafür ist die Vielfalt zu groß. Besonders beeindruckt bin ich von der Summe der Dinge, die u. a. dank der Bereitstellung von ELER-Mitteln rund um die Flaeming-Skate entstanden sind. Der ELER verbindet Land und Leute, indem er die landwirtschaftlichen Unternehmen und lokale Projekte unterstützt. Das ist ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung der ländlichen Räume in unserem Landkreis – auch an der Flaeming-Skate. Das wichtigste Tourismus-Projekt des Landkreises verbindet Land und Leute wiederum ganz praktisch – und zwar weit über Brandenburg hinaus.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Was erwarten Sie von der neuen ELER-Förderperiode?

Ich hoffe, dass wir – auch dank weiterer ELER-Förderung – die nachhaltige Stärkung unseres ländlichen Raumes vorantreiben können. Dankenswerterweise stehen unserem Landkreis insgesamt 18,4 Millionen Euro in der aktuellen Förderperiode zur Verfügung. Im Hinblick auf die neue und die vermutlich geringere Ausstattung mit finanziellen Mitteln im Agrarbereich müssen wir uns fragen, wie es mit der ländlichen Entwicklung weitergeht. Auch künftig brauchen die landwirtschaftlichen Unternehmen und die ländlichen Räume eine finanzielle Unterstützung. Neben der Förderung von Investitionen in der Landwirtschaft, in den Landschaftswasserhaushalt oder ähnliche Dinge muss auch weiterhin die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen honoriert werden. Dies betrifft neben einer extensiven oder ökologischen Produktionsweise vor allem auch die Produktion auf natürlich benachteiligten Standorten. Und der Mindestlohn gilt auch für die Landwirtschaft.

Weiter Informationen unter www.teltow-flaeming.de


Portrait-Susanne Dorow
© LAG Storchenland Prignitz
Gut beraten im Storchenland Prignitz (2018)

Susanne Dorow, aufgewachsen in Wittenberge, hat in Potsdam Geographie und Umweltwissenschaften studiert und den Magisterstudiengang Nachhaltiges Tourismusmanagement an der HNEE absolviert. Bevor sie Regionalmanagerin für die LAG Storchenland Prignitz wurde, sammelte sie Erfahrungen am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), am ​​​​Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im Bereich der Honorierung ökologischer und kulturlandschaftlicher Leistungen und als  Netzwerkmanagerin beim Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.

Seit wann sind Sie Regionalmanagerin? Was prägt Ihre Arbeit?

Ich arbeite seit Februar 2015 als Regionalmanagerin für die LAG Storchenland Prignitz. Im November 2015 ist meine Kollegin Isabel Pech dazu gestoßen – ebenfalls als Regionalmanagerin. Eine gute Zusammenarbeit im Team ist bei uns sehr wichtig.

Das Regionalmanagement ist in erster Linie Ansprechpartner für alle Fragen rund um LEADER und die ländliche Entwicklung in der Prignitz. Wir unterstützen Projektträger bei organisatorischen, fachlichen und fördertechnischen Fragen während der Umsetzung. Auch die Information, Beratung und Aktivierung der Bevölkerung und die Identifizierung und Erschließung regionaler Entwicklungspotentiale sind wichtige Aufgabenfelder. Das Regionalmanagement ist für Geschäftsführung der LAG zuständig und übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit der LAG, die Vor- und Nachbereitung von Arbeitssitzungen der Gremien der LAG sowie das Finanz- und Fördermittelmanagement.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Größte Motivation für mich ist die nachhaltige Entwicklung meiner Heimatregion begleiten und unterstützen zu können. Die Arbeit ist ausgesprochen abwechslungsreich und bietet immer wieder neue Herausforderungen. Ein Großteil meiner Tätigkeit ist durch die Arbeit mit Menschen geprägt, sei es die Beratung von Projektträgern oder die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren oder Initiativen. Menschen unterstützen zu können, ihre Region zu entwickeln und mitzugestalten, ist eine große Motivation für mich. Es beeindruckt mich sehr, wie viele Menschen ehrenamtlich tätig sind und was sie alles leisten.

Der LEADER-Prozess ist stark durch Bürokratie und Vorgaben geprägt, was immer mehr Zeit beansprucht und den eigentlichen Aufgaben des Regionalmanagements weniger Raum ermöglicht.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

In diesem Jahr war unsere LEADER-Region Gastgeber für das jährliche Treffen von Vertretern aller Brandenburger LAGn und den Verantwortlichen für ländliche Entwicklung in den Landkreisen Brandenburgs und im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft. Dabei konnten sich die Teilnehmer ein Bild von den positiven Auswirkungen von LEADER in der Prignitz machen. Es war sehr schön zu erleben, wie gut die Fachbeiträge und Exkursionspunkte bei den Teilnehmern ankamen.

Es gibt so viele eindrucksvolle LEADER-Projekte in der Prignitz – da fällt es mir schwer, eines zu benennen. Alle Projekte beeinflussen die regionale Entwicklung zu einem zukunftsfähigen, lebenswerten Raum.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass der LEADER-Prozess auch zukünftig die Prignitz begleitet. Es bleibt weiterhin ein wichtiges Ziel, die Lebensqualität für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu verbessern und die Prignitz als lebenswerte Region weiter zu entwickeln.

Weiter Informationen unter www.leader-prignitz.eu

Portrait-Susanne Dorow
© LAG Storchenland Prignitz
Gut beraten im Storchenland Prignitz (2018)

Susanne Dorow, aufgewachsen in Wittenberge, hat in Potsdam Geographie und Umweltwissenschaften studiert und den Magisterstudiengang Nachhaltiges Tourismusmanagement an der HNEE absolviert. Bevor sie Regionalmanagerin für die LAG Storchenland Prignitz wurde, sammelte sie Erfahrungen am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), am ​​​​Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im Bereich der Honorierung ökologischer und kulturlandschaftlicher Leistungen und als  Netzwerkmanagerin beim Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern.

Seit wann sind Sie Regionalmanagerin? Was prägt Ihre Arbeit?

Ich arbeite seit Februar 2015 als Regionalmanagerin für die LAG Storchenland Prignitz. Im November 2015 ist meine Kollegin Isabel Pech dazu gestoßen – ebenfalls als Regionalmanagerin. Eine gute Zusammenarbeit im Team ist bei uns sehr wichtig.

Das Regionalmanagement ist in erster Linie Ansprechpartner für alle Fragen rund um LEADER und die ländliche Entwicklung in der Prignitz. Wir unterstützen Projektträger bei organisatorischen, fachlichen und fördertechnischen Fragen während der Umsetzung. Auch die Information, Beratung und Aktivierung der Bevölkerung und die Identifizierung und Erschließung regionaler Entwicklungspotentiale sind wichtige Aufgabenfelder. Das Regionalmanagement ist für Geschäftsführung der LAG zuständig und übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit der LAG, die Vor- und Nachbereitung von Arbeitssitzungen der Gremien der LAG sowie das Finanz- und Fördermittelmanagement.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Größte Motivation für mich ist die nachhaltige Entwicklung meiner Heimatregion begleiten und unterstützen zu können. Die Arbeit ist ausgesprochen abwechslungsreich und bietet immer wieder neue Herausforderungen. Ein Großteil meiner Tätigkeit ist durch die Arbeit mit Menschen geprägt, sei es die Beratung von Projektträgern oder die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren oder Initiativen. Menschen unterstützen zu können, ihre Region zu entwickeln und mitzugestalten, ist eine große Motivation für mich. Es beeindruckt mich sehr, wie viele Menschen ehrenamtlich tätig sind und was sie alles leisten.

Der LEADER-Prozess ist stark durch Bürokratie und Vorgaben geprägt, was immer mehr Zeit beansprucht und den eigentlichen Aufgaben des Regionalmanagements weniger Raum ermöglicht.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

In diesem Jahr war unsere LEADER-Region Gastgeber für das jährliche Treffen von Vertretern aller Brandenburger LAGn und den Verantwortlichen für ländliche Entwicklung in den Landkreisen Brandenburgs und im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft. Dabei konnten sich die Teilnehmer ein Bild von den positiven Auswirkungen von LEADER in der Prignitz machen. Es war sehr schön zu erleben, wie gut die Fachbeiträge und Exkursionspunkte bei den Teilnehmern ankamen.

Es gibt so viele eindrucksvolle LEADER-Projekte in der Prignitz – da fällt es mir schwer, eines zu benennen. Alle Projekte beeinflussen die regionale Entwicklung zu einem zukunftsfähigen, lebenswerten Raum.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass der LEADER-Prozess auch zukünftig die Prignitz begleitet. Es bleibt weiterhin ein wichtiges Ziel, die Lebensqualität für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu verbessern und die Prignitz als lebenswerte Region weiter zu entwickeln.

Weiter Informationen unter www.leader-prignitz.eu


Foto © Schmerzker Brauhaus GmbH

(2018) Michael Götte ist gebürtiger Schmerzker und Maschinenbauingenieur. Er leitet den Photovoltaikfachbetrieb Solar-Tec GmbH/Solartester im Bereich Beratung, Prüfung, Service und Gutachten für Solaranlagen und führt seit jüngstem auch noch die Pension „Alter Speicher“ in Schmerzke. Frank Westphal stammt aus Brandenburger an der Havel und ist vor acht Jahren nach Schmerzke gezogen. Als studierter Diplom-Sozialpädagoge, führt er heute eine Firma für Outdoor-Holzartikel und einen Versandhandel. Zusammen haben die beiden die Schmerzker Hebenbräu GmbH gegründet. Jens Beiler ist Gastronom und Brauer. Der gelernte Grafiker – von ihm stammt auch das Brauhaus-Logo – führt seit Jahren das Restaurant „Zickengang“ in Golzow, 15 Minuten entfernt von Schmerzke.

Wie sind Sie darauf gekommen, eine Brauerei zu gründen und wie viel Zeit verging von der Idee bis zum ersten selbstgebrauten Bier?

M. Götte/F. Westphal: In einer Herrensaunarunde wurde die Idee geboren, ein eigenes Bier brauen zu wollen. Das war im Jahr Mitte 2016. Mit Jens Beiler, dem dritten im Bunde, kannten wir schon lange einen ausgewiesenen Gastronomen, der immer schon gerne brauen wollte. Eine erste Recherche zeigte: Es gab kein regionales Bier, keine regionale Marke. Dann ging alles sehr schnell, das alte Feuerwehrhaus – ideal als Brauhaus – würde in Kürze leer stehen und mit LEADER könnte man Fördermittel für den Umbau und die Produktionsanlage erhalten. Der Förderantrag wurde schließlich bewilligt , Eigenkapital stand bereit. Wir haben sofort losgelegt. Im Juni 2017 befanden sich noch die Feuerwehrfahrzeuge in den Räumen, kurz danach wurde das neue Gerätehaus der Feuerwehr bezogen. Wir pachteten das alte Feuerwehrhaus, es folgte ein sehr ambitionierter Umbau – schließlich musste der Brauraum auch entsprechende Hygieneauflagen erfüllen und vom Gesundheitsamt abgenommen werden – und im Oktober 2017 haben wir bereits das erste selbstgebraute Bier getrunken.

Seit wann sind Sie mit dem Thema Bier brauen befasst? Wieviel Bier produzieren Sie und wie füllen Sie ab?

M. Götte/F. Westphal: Tatsächlich befassen wir uns erst seit Mitte 2016 mit dem Brauen, intensiv dann seit Anfang 2017. Wir besuchten kleine Brauereien im Allgäu und haben uns im engen Austausch mit den Fachleuten aus Süddeutschland intensiv in die Kunst des Bierbrauens eingearbeitet. Jens Beiler, unser Braumeister, hat dort quasi alles gelernt – der Informationsaustausch war sehr entspannt, man steht ja auch als regionaler Anbieter nicht im Wettbewerb miteinander. Mit Jens haben wir einen genialen Braumeister, der zweimal wöchentlich begeistert braut. Dabei entstehen pro Monat je nach Nachfrage bislang 2.500 bis 4.000 Liter Hebenbräu. Unser Bier ist komplett „handgemacht“. Wir haben mal nachgezählt: eine Flasche Hebenbräu wird neun Mal in die Hand genommen, bis sie befüllt und gelabelt ist, am Ende der Kronenkorken drauf sitzt und sie in den Verkauf gehen kann! Fässer werden direkt aus den Tanks abgefüllt.

Wer sind Ihre Abnehmer? Wie läuft der Vertrieb und wo bekommt man Hebenbräu?

M. Götte/F. Westphal: Es gibt einen Flaschenverkauf über den benachbarten, örtlichen Konsum, ausgewählte Gastronomen werden mit Faßware beliefert und auf Veranstaltungen im Dorf wird Hebenbräu ausgeschenkt. Auch der Shop „Brandenburg to go“ am Hauptbahnhof, der diverse regionale Produkte vertreibt, verkauft unser Flaschenbier. Im Mai 2018 haben wir noch das „Büro Hebenbräu“ Am Molkenmarkt in Brandenburg an der Havel eröffnet. In dieser Gastronomie zwischen Bar und Café fließt klarerweise auch unser süffiger Gerstensaft, aber es gibt auch kleine Gerichte, guten Kaffee und immer wieder Live-Musik.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit bzw. was war ihr schönstes Erlebnis bisher und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

M. Götte/F. Westphal: Probleme gab es eigentlich keine. Im Gegenteil: Gleich zu Beginn war das Bier sehr nah an dem Geschmack, den wir wollten. Fast eine Punktlandung. Das hat uns total motiviert. Und zwei Monate später hatten wir zu 100% unser Wunschbier: es ist relativ leicht und süffig und wird sehr gut angenommen. Jens Beiler hat einen phantastischen Job gemacht! Toll ist auch, dass aus den Braurückständen, dem Treber, in der örtlichen Bäckerei jetzt auch ein Treberbrot gebacken und gut angenommen wird!

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis bei diesem Projekt?

M. Götte/F. Westphal: Ganz sicher, unser erstes Glas selbstgebrautes Bier! Aber auch im September das erste Hebenbräuer Brauereifest, welches wir in Kooperation mit den ansässigen Vereinen, den Landfrauen und der Feuerwehr organisiert hatten. Hier konnte sich Brauer und Gastronom Jens Beiler rund 1.000 Gästen vorstellen – die eine Hälfte kam aus Schmerzke, die andere von außerhalb. Unser Bier floss in Strömen, die Landfrauen verkauften Kuchen, die Feuerwehr Grillgut – die Stimmung war bestens, ein voller Erfolg!

Wo kommt eigentlich der Name Hebenbräu her?

M. Götte/F. Westphal: Etwa 400 oder 500 Meter entfernt vom Brauhaus erstreckt sich mitten im Naturschutzgebiet auf rund 35 Hektar das Gebiet „Heben“ – unser Namensgeber!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft für „Hebenbräu“?

M. Götte/F. Westphal: Wir wollen den bisherigen Weg konsequent weiter gehen und setzen dabei vor allem auch auf die weitere Stärkung des Gemeindelebens und zahlreiche Kooperationen im Ort. Für weitere künstlerische und kulinarische Veranstaltungen wird 2019 das an die Brauerei angrenzende Bürgerhaus umgebaut und optimiert – es steht auch jetzt schon für die örtlichen Vereinen und andere Nutzern offen. Und schließlich wollen wir unsere Marke weiter bekannt machen und wünschen uns, dass man stolz auf die Brauerei ist und wir unser Publikum weiter begeistern können.

Weiter Informationen unter www.hebenbräu.de

Foto © Schmerzker Brauhaus GmbH

(2018) Michael Götte ist gebürtiger Schmerzker und Maschinenbauingenieur. Er leitet den Photovoltaikfachbetrieb Solar-Tec GmbH/Solartester im Bereich Beratung, Prüfung, Service und Gutachten für Solaranlagen und führt seit jüngstem auch noch die Pension „Alter Speicher“ in Schmerzke. Frank Westphal stammt aus Brandenburger an der Havel und ist vor acht Jahren nach Schmerzke gezogen. Als studierter Diplom-Sozialpädagoge, führt er heute eine Firma für Outdoor-Holzartikel und einen Versandhandel. Zusammen haben die beiden die Schmerzker Hebenbräu GmbH gegründet. Jens Beiler ist Gastronom und Brauer. Der gelernte Grafiker – von ihm stammt auch das Brauhaus-Logo – führt seit Jahren das Restaurant „Zickengang“ in Golzow, 15 Minuten entfernt von Schmerzke.

Wie sind Sie darauf gekommen, eine Brauerei zu gründen und wie viel Zeit verging von der Idee bis zum ersten selbstgebrauten Bier?

M. Götte/F. Westphal: In einer Herrensaunarunde wurde die Idee geboren, ein eigenes Bier brauen zu wollen. Das war im Jahr Mitte 2016. Mit Jens Beiler, dem dritten im Bunde, kannten wir schon lange einen ausgewiesenen Gastronomen, der immer schon gerne brauen wollte. Eine erste Recherche zeigte: Es gab kein regionales Bier, keine regionale Marke. Dann ging alles sehr schnell, das alte Feuerwehrhaus – ideal als Brauhaus – würde in Kürze leer stehen und mit LEADER könnte man Fördermittel für den Umbau und die Produktionsanlage erhalten. Der Förderantrag wurde schließlich bewilligt , Eigenkapital stand bereit. Wir haben sofort losgelegt. Im Juni 2017 befanden sich noch die Feuerwehrfahrzeuge in den Räumen, kurz danach wurde das neue Gerätehaus der Feuerwehr bezogen. Wir pachteten das alte Feuerwehrhaus, es folgte ein sehr ambitionierter Umbau – schließlich musste der Brauraum auch entsprechende Hygieneauflagen erfüllen und vom Gesundheitsamt abgenommen werden – und im Oktober 2017 haben wir bereits das erste selbstgebraute Bier getrunken.

Seit wann sind Sie mit dem Thema Bier brauen befasst? Wieviel Bier produzieren Sie und wie füllen Sie ab?

M. Götte/F. Westphal: Tatsächlich befassen wir uns erst seit Mitte 2016 mit dem Brauen, intensiv dann seit Anfang 2017. Wir besuchten kleine Brauereien im Allgäu und haben uns im engen Austausch mit den Fachleuten aus Süddeutschland intensiv in die Kunst des Bierbrauens eingearbeitet. Jens Beiler, unser Braumeister, hat dort quasi alles gelernt – der Informationsaustausch war sehr entspannt, man steht ja auch als regionaler Anbieter nicht im Wettbewerb miteinander. Mit Jens haben wir einen genialen Braumeister, der zweimal wöchentlich begeistert braut. Dabei entstehen pro Monat je nach Nachfrage bislang 2.500 bis 4.000 Liter Hebenbräu. Unser Bier ist komplett „handgemacht“. Wir haben mal nachgezählt: eine Flasche Hebenbräu wird neun Mal in die Hand genommen, bis sie befüllt und gelabelt ist, am Ende der Kronenkorken drauf sitzt und sie in den Verkauf gehen kann! Fässer werden direkt aus den Tanks abgefüllt.

Wer sind Ihre Abnehmer? Wie läuft der Vertrieb und wo bekommt man Hebenbräu?

M. Götte/F. Westphal: Es gibt einen Flaschenverkauf über den benachbarten, örtlichen Konsum, ausgewählte Gastronomen werden mit Faßware beliefert und auf Veranstaltungen im Dorf wird Hebenbräu ausgeschenkt. Auch der Shop „Brandenburg to go“ am Hauptbahnhof, der diverse regionale Produkte vertreibt, verkauft unser Flaschenbier. Im Mai 2018 haben wir noch das „Büro Hebenbräu“ Am Molkenmarkt in Brandenburg an der Havel eröffnet. In dieser Gastronomie zwischen Bar und Café fließt klarerweise auch unser süffiger Gerstensaft, aber es gibt auch kleine Gerichte, guten Kaffee und immer wieder Live-Musik.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit bzw. was war ihr schönstes Erlebnis bisher und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

M. Götte/F. Westphal: Probleme gab es eigentlich keine. Im Gegenteil: Gleich zu Beginn war das Bier sehr nah an dem Geschmack, den wir wollten. Fast eine Punktlandung. Das hat uns total motiviert. Und zwei Monate später hatten wir zu 100% unser Wunschbier: es ist relativ leicht und süffig und wird sehr gut angenommen. Jens Beiler hat einen phantastischen Job gemacht! Toll ist auch, dass aus den Braurückständen, dem Treber, in der örtlichen Bäckerei jetzt auch ein Treberbrot gebacken und gut angenommen wird!

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis bei diesem Projekt?

M. Götte/F. Westphal: Ganz sicher, unser erstes Glas selbstgebrautes Bier! Aber auch im September das erste Hebenbräuer Brauereifest, welches wir in Kooperation mit den ansässigen Vereinen, den Landfrauen und der Feuerwehr organisiert hatten. Hier konnte sich Brauer und Gastronom Jens Beiler rund 1.000 Gästen vorstellen – die eine Hälfte kam aus Schmerzke, die andere von außerhalb. Unser Bier floss in Strömen, die Landfrauen verkauften Kuchen, die Feuerwehr Grillgut – die Stimmung war bestens, ein voller Erfolg!

Wo kommt eigentlich der Name Hebenbräu her?

M. Götte/F. Westphal: Etwa 400 oder 500 Meter entfernt vom Brauhaus erstreckt sich mitten im Naturschutzgebiet auf rund 35 Hektar das Gebiet „Heben“ – unser Namensgeber!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft für „Hebenbräu“?

M. Götte/F. Westphal: Wir wollen den bisherigen Weg konsequent weiter gehen und setzen dabei vor allem auch auf die weitere Stärkung des Gemeindelebens und zahlreiche Kooperationen im Ort. Für weitere künstlerische und kulinarische Veranstaltungen wird 2019 das an die Brauerei angrenzende Bürgerhaus umgebaut und optimiert – es steht auch jetzt schon für die örtlichen Vereinen und andere Nutzern offen. Und schließlich wollen wir unsere Marke weiter bekannt machen und wünschen uns, dass man stolz auf die Brauerei ist und wir unser Publikum weiter begeistern können.

Weiter Informationen unter www.hebenbräu.de


Portrait-Christina-Graetz
© NaGoLa RE
Dipl.-Biol. Christina Grätz, Geschäftsführerin der NagolaRe GmbH (2017)

Christina Grätz ist in der Niederlausitz geboren und dort auch aufgewachsen. Sie studierte an der Humboldt-Universität Berlin Biologie – eine ideale Basis für ihre heutige Tätigkeit als Geschäftsführerin von NagolaRe im Lausitzer Braunkohlerevier. Der Erhalt wie die Wiederherstellung der naturräumlichen Identität ihrer vom Bergbau beeinflußten Heimat war ihr von Jugend an ein besonderes Anliegen und führte 2011 zur Gründung der Nagola Re GmbH. Neben den üblichen Geschäftsführertätigkeiten, beteiligt sie sich an den Geländearbeiten, wie zum Beispiel Vegetationserfassungen, Ameisenumsiedlungen oder Realisierung von Renaturierungen.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Mich motiviert besonders, dass all unsere Tätigkeiten direkt mit praktischem Naturschutz im Zusammenhang stehen und wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass die Biodiversität unserer Brandenburger Heimat erhalten wird.

Probleme gab es bei der Finanzierung des Wachstums unseres Unternehmens in den ersten Jahren. Besonders am Anfang benötigt ein innovatives Unternehmen Kapital für das Wachstum. Leider gilt man in dieser Zeit als Existenzgründer und es ist nicht einfach, von Banken Kredite zu bekommen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Unser eindruckvollstes Projekt ist die naturnahe Begrünung der Renaturierungsflächen im Tagebau Jänschwalde. Für mich als vom Bergbau Betroffene ist dieses Projekt so wichtig, weil ich mich aktiv in die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft einbringen kann und somit ein Stück neue Heimat nicht nur für Flora und Fauna, sondern auch für uns Menschen mit neu gestalten kann.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Für unser Unternehmen wünsche ich mir natürlich das erfolgreiche Weiterbestehen. Darüber hinaus bewegt mich die globale Situation mit Flüchtlingsströmen und Regierungschefs, die man nicht ins 20. Jahrhundert einordnen würde. Deshalb wünsche ich für die Zukunft, dass wir die Ungerechtigkeiten auf der Welt überwinden und jeder Mensch auf der Erde irgendwann in Würde, ohne Hunger und Krieg leben kann.

www.nagolare.de

Portrait-Christina-Graetz
© NaGoLa RE
Dipl.-Biol. Christina Grätz, Geschäftsführerin der NagolaRe GmbH (2017)

Christina Grätz ist in der Niederlausitz geboren und dort auch aufgewachsen. Sie studierte an der Humboldt-Universität Berlin Biologie – eine ideale Basis für ihre heutige Tätigkeit als Geschäftsführerin von NagolaRe im Lausitzer Braunkohlerevier. Der Erhalt wie die Wiederherstellung der naturräumlichen Identität ihrer vom Bergbau beeinflußten Heimat war ihr von Jugend an ein besonderes Anliegen und führte 2011 zur Gründung der Nagola Re GmbH. Neben den üblichen Geschäftsführertätigkeiten, beteiligt sie sich an den Geländearbeiten, wie zum Beispiel Vegetationserfassungen, Ameisenumsiedlungen oder Realisierung von Renaturierungen.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Mich motiviert besonders, dass all unsere Tätigkeiten direkt mit praktischem Naturschutz im Zusammenhang stehen und wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass die Biodiversität unserer Brandenburger Heimat erhalten wird.

Probleme gab es bei der Finanzierung des Wachstums unseres Unternehmens in den ersten Jahren. Besonders am Anfang benötigt ein innovatives Unternehmen Kapital für das Wachstum. Leider gilt man in dieser Zeit als Existenzgründer und es ist nicht einfach, von Banken Kredite zu bekommen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Unser eindruckvollstes Projekt ist die naturnahe Begrünung der Renaturierungsflächen im Tagebau Jänschwalde. Für mich als vom Bergbau Betroffene ist dieses Projekt so wichtig, weil ich mich aktiv in die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft einbringen kann und somit ein Stück neue Heimat nicht nur für Flora und Fauna, sondern auch für uns Menschen mit neu gestalten kann.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Für unser Unternehmen wünsche ich mir natürlich das erfolgreiche Weiterbestehen. Darüber hinaus bewegt mich die globale Situation mit Flüchtlingsströmen und Regierungschefs, die man nicht ins 20. Jahrhundert einordnen würde. Deshalb wünsche ich für die Zukunft, dass wir die Ungerechtigkeiten auf der Welt überwinden und jeder Mensch auf der Erde irgendwann in Würde, ohne Hunger und Krieg leben kann.

www.nagolare.de


Portrait-Stehle-a
Die Schülergenossenschaft der Europaschule Storkow (2017)

Die Schülergenossenschaft der Europaschule Storkow, Landkreis Oder-Spree, besteht seit September 2015. Mittlerweile arbeiten knapp 35 Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Bereichen der Genossenschaft. Diese bestehen vor allem aus einer Werkstatt, wo u. a. Ladestationen für E-Bikes hergestellt werden, aber auch aus einer Catering-Abteilung und dem Schülerclub.

Der Schülerclub ist ein Freizeitbereich, in dem sich die Jugendlichen in den Pausen oder wenn Unterricht ausfällt aufhalten und beschäftigen können. Dort verkaufen Schülerteams Sandwiches, Süßigkeiten und Getränke. Die Catering-Abteilung stellt kleine Buffets her. Sie hat zum Beispiel die Eröffnung der neuen Mehrzweckhalle „Softlinearena“ mit einem Buffet ausgestattet und versorgt Blutspender nach der Spende mit einem vielseitigen Imbiss.

Im Mittelpunkt steht der Bau von Ladestationen für E-Bikes:
Ladestelen und -bänke.

Die meiste Arbeit steckt die Schülergenossenschaft in die Werkstatt und dort in den Bau der Ladestationen. Partner und Auftraggeber ist die Firma „Business auf Rädern“, die u. a.Moibilitätskonzepte auf Basis von Fahrrädern entwickeln und auch Räder vertreiben. Für den touristischen Bereich wurde, unter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler, eine Ladestele und eine Ladebank entwickelt. An diesen können E-Bike Radler ihre „erschöpften“ Akkus aufladen. Meistens stehen die Ladestationen an touristisch interessanten Stellen: z. B. am Jagdschloss Groß Schönebeck in der Schorfheide oder an der Schleuse in Eichhorst. Die zu allererst hergestellte Ladestele steht vor der Kirche in Markgrafpieske und ist der Ausgangspunkt aller weiteren Entwicklungen.

Bisher hat die Schülergenossenschaft neun Ladestelen und drei Bänke gebaut. Die Herstellung ist ein längerer Prozess, jedes Teil ist ein Unikat, da die Kunden ganz unterschiedliche Wünsche haben. Und die Schülerinnen und Schüler entwickeln diese immer weiter. Jetzt soll eine Bank mit Rückenlehne gebaut werden. Einerseits soll sie natürlich stabil sein und den Vorschriften für solches „Stadtmobiliar“ entsprechen. Andererseits soll das Grunddesign erhalten bleiben, der Wiedererkennungseffekt ist sehr wichtig.

Übereinstimmend sagt das Team: „Klar, dass nicht immer alles glatt läuft und wir wissen, dass unsere Genossenschaft noch so manche Baustelle abzuarbeiten hat, um rund zu laufen. Aber der Anfang ist gemacht und wir denken, dass unsere Produkte im Großen und Ganzen okay sind. Das sagen zumindest die Kunden☺.“

Am Ende des Schuljahres wird dann der „Gewinn“ verteilt. Jeder, der mitgearbeitet hat, kann Gutscheine in unterschiedlicher Höhe erhalten. Weiterhin erhält die Klasse derer, die mitgearbeitet haben, etwas für die Klassenkasse. Natürlich wissen die Schülerinnen und Schüler als Firma um ihre soziale Verantwortung. Deshalb geht ein Drittel des Gewinns grundsätzlich an den Förderverein der Europaschule Storkow.

Mehr unter www.schule-storkow.de

Portrait-Stehle-a
Die Schülergenossenschaft der Europaschule Storkow (2017)

Die Schülergenossenschaft der Europaschule Storkow, Landkreis Oder-Spree, besteht seit September 2015. Mittlerweile arbeiten knapp 35 Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Bereichen der Genossenschaft. Diese bestehen vor allem aus einer Werkstatt, wo u. a. Ladestationen für E-Bikes hergestellt werden, aber auch aus einer Catering-Abteilung und dem Schülerclub.

Der Schülerclub ist ein Freizeitbereich, in dem sich die Jugendlichen in den Pausen oder wenn Unterricht ausfällt aufhalten und beschäftigen können. Dort verkaufen Schülerteams Sandwiches, Süßigkeiten und Getränke. Die Catering-Abteilung stellt kleine Buffets her. Sie hat zum Beispiel die Eröffnung der neuen Mehrzweckhalle „Softlinearena“ mit einem Buffet ausgestattet und versorgt Blutspender nach der Spende mit einem vielseitigen Imbiss.

Im Mittelpunkt steht der Bau von Ladestationen für E-Bikes:
Ladestelen und -bänke.

Die meiste Arbeit steckt die Schülergenossenschaft in die Werkstatt und dort in den Bau der Ladestationen. Partner und Auftraggeber ist die Firma „Business auf Rädern“, die u. a.Moibilitätskonzepte auf Basis von Fahrrädern entwickeln und auch Räder vertreiben. Für den touristischen Bereich wurde, unter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler, eine Ladestele und eine Ladebank entwickelt. An diesen können E-Bike Radler ihre „erschöpften“ Akkus aufladen. Meistens stehen die Ladestationen an touristisch interessanten Stellen: z. B. am Jagdschloss Groß Schönebeck in der Schorfheide oder an der Schleuse in Eichhorst. Die zu allererst hergestellte Ladestele steht vor der Kirche in Markgrafpieske und ist der Ausgangspunkt aller weiteren Entwicklungen.

Bisher hat die Schülergenossenschaft neun Ladestelen und drei Bänke gebaut. Die Herstellung ist ein längerer Prozess, jedes Teil ist ein Unikat, da die Kunden ganz unterschiedliche Wünsche haben. Und die Schülerinnen und Schüler entwickeln diese immer weiter. Jetzt soll eine Bank mit Rückenlehne gebaut werden. Einerseits soll sie natürlich stabil sein und den Vorschriften für solches „Stadtmobiliar“ entsprechen. Andererseits soll das Grunddesign erhalten bleiben, der Wiedererkennungseffekt ist sehr wichtig.

Übereinstimmend sagt das Team: „Klar, dass nicht immer alles glatt läuft und wir wissen, dass unsere Genossenschaft noch so manche Baustelle abzuarbeiten hat, um rund zu laufen. Aber der Anfang ist gemacht und wir denken, dass unsere Produkte im Großen und Ganzen okay sind. Das sagen zumindest die Kunden☺.“

Am Ende des Schuljahres wird dann der „Gewinn“ verteilt. Jeder, der mitgearbeitet hat, kann Gutscheine in unterschiedlicher Höhe erhalten. Weiterhin erhält die Klasse derer, die mitgearbeitet haben, etwas für die Klassenkasse. Natürlich wissen die Schülerinnen und Schüler als Firma um ihre soziale Verantwortung. Deshalb geht ein Drittel des Gewinns grundsätzlich an den Förderverein der Europaschule Storkow.

Mehr unter www.schule-storkow.de


Portrait-Henrik-Wendorff
Foto © LBV
Henrik Wendorff
Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V. (2017)

Henrik Wendorff ist gebürtiger Brandenburger und wohnt im Oderbruch in Lietzen, ein Dorf mit 650 Einwohnern. Er ist gelernter Agrotechniker, hat dann Agrarwirtschaft studiert und darf sich Diplomagraringenieur nennen und betreibt auf 900 Hektar einen Mehrfamilienbetrieb nach den Regeln des ökologischen Landbaus.

Seit wann sind Sie Präsident? Was prägt Ihre Arbeit?

Seit März 2016 bin ich Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg. Die Arbeit ist geprägt von vielen Themen und Aufgaben. Zuallererst gilt es, die Landwirtschaft in Brandenburg zu stärken und die Vielfalt der Betriebe, die wir haben, zu erhalten. Wichtig ist, dass wir als Landwirtschaft nur gemeinsam mit der Gesellschaft etwas erreichen können. Insofern sehe ich mich auch als Netzwerker im ländlichen Raum, der für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum aktiv ist.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme / Hemmnisse?

Motivation ist das Vertrauen der Landwirte und die tägliche Freude an dem Beruf Landwirt - für mich einer der schönsten Berufe. Dass wir in Brandenburg moderne Landwirtschaft mit Düngung und Pflanzenschutz und Umweltschutz zusammenbringen und gleichzeitig Arbeitsplätze in der ländlichen Region halten, ist ein gutes Gefühl. Ein großes Problem ist die Zunahme der Bürokratie. Die EU-Fonds und Programme bieten viele gute Möglichkeiten. Leider höre ich in den vergangenen Jahren immer häufiger, dass die Chancen nicht genutzt werden, weil die Verfahren zu kompliziert und bürokratisch sind. Hier muss dringend gehandelt werden.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Mitzuerleben, wie die Betriebe bei den Agrarumweltmaßnahmen mitmachen. Mit der Grünlandextensivierung werden Gewässer- und Klima geschützt sowie die Biodiversität gefördert. Gleichzeitig ist aber durch die Weidetierhaltung noch Wertschöpfung möglich. Ein spezielles Problem in meinem Heimatkreis Märkisch Oderland ist der Hochwasserschutz und damit zusammenhängend das Bibermanagement. Wir versuchen hier, die Biberpopulation zu steuern und so die neuen und alten Deiche und Hochwasserschutzanlagen vor Biberschäden zu bewahren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Gesundheit, eine ehrliche offene Streitkultur und objektiv berichtende Medien, sowie natürlich eine vielfältige Landwirtschaft und lebendige Dörfer, die auch weiter durch die EU Bund und Land unterstützt werden. Für die Zukunft wünsche ich mir „Mehr Miteinander und weniger Gegeneinander“.

Aus aktuellem Anlass – evtl. ein Wort zur Grünen Woche?

Viel Spaß, aufschlussreiche Gespräche, gute Kondition und… guten Hunger!

Sie erreichen Henrik Wendorff unter: info@lbv-brandenburg.de

Portrait-Henrik-Wendorff
Foto © LBV
Henrik Wendorff
Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V. (2017)

Henrik Wendorff ist gebürtiger Brandenburger und wohnt im Oderbruch in Lietzen, ein Dorf mit 650 Einwohnern. Er ist gelernter Agrotechniker, hat dann Agrarwirtschaft studiert und darf sich Diplomagraringenieur nennen und betreibt auf 900 Hektar einen Mehrfamilienbetrieb nach den Regeln des ökologischen Landbaus.

Seit wann sind Sie Präsident? Was prägt Ihre Arbeit?

Seit März 2016 bin ich Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg. Die Arbeit ist geprägt von vielen Themen und Aufgaben. Zuallererst gilt es, die Landwirtschaft in Brandenburg zu stärken und die Vielfalt der Betriebe, die wir haben, zu erhalten. Wichtig ist, dass wir als Landwirtschaft nur gemeinsam mit der Gesellschaft etwas erreichen können. Insofern sehe ich mich auch als Netzwerker im ländlichen Raum, der für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum aktiv ist.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme / Hemmnisse?

Motivation ist das Vertrauen der Landwirte und die tägliche Freude an dem Beruf Landwirt - für mich einer der schönsten Berufe. Dass wir in Brandenburg moderne Landwirtschaft mit Düngung und Pflanzenschutz und Umweltschutz zusammenbringen und gleichzeitig Arbeitsplätze in der ländlichen Region halten, ist ein gutes Gefühl. Ein großes Problem ist die Zunahme der Bürokratie. Die EU-Fonds und Programme bieten viele gute Möglichkeiten. Leider höre ich in den vergangenen Jahren immer häufiger, dass die Chancen nicht genutzt werden, weil die Verfahren zu kompliziert und bürokratisch sind. Hier muss dringend gehandelt werden.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Mitzuerleben, wie die Betriebe bei den Agrarumweltmaßnahmen mitmachen. Mit der Grünlandextensivierung werden Gewässer- und Klima geschützt sowie die Biodiversität gefördert. Gleichzeitig ist aber durch die Weidetierhaltung noch Wertschöpfung möglich. Ein spezielles Problem in meinem Heimatkreis Märkisch Oderland ist der Hochwasserschutz und damit zusammenhängend das Bibermanagement. Wir versuchen hier, die Biberpopulation zu steuern und so die neuen und alten Deiche und Hochwasserschutzanlagen vor Biberschäden zu bewahren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Gesundheit, eine ehrliche offene Streitkultur und objektiv berichtende Medien, sowie natürlich eine vielfältige Landwirtschaft und lebendige Dörfer, die auch weiter durch die EU Bund und Land unterstützt werden. Für die Zukunft wünsche ich mir „Mehr Miteinander und weniger Gegeneinander“.

Aus aktuellem Anlass – evtl. ein Wort zur Grünen Woche?

Viel Spaß, aufschlussreiche Gespräche, gute Kondition und… guten Hunger!

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Portrait-Kolodziej-Lenk
© LAG Havelland
Marcus Kolodziej und Josephine Lenk
Regionalmanager der LAG Havelland e.V. (2016)

Marcus Kolodziej ist an einer Ausbuchtung der Havel, am Tegeler See in Berlin, groß geworden und hat Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin und Stadtplanung an der TU Hamburg-Harburg studiert. Zusätzlich hat er sich durch eine Fachfortbildung am EIPOS-Institut in Dresden zum Regionalmanager weiterqualifiziert. Josephine Lenk ist im Grenzraum Nord-Berlin/Barnim aufgewachsen und hat einen Bachelorabschluss in Umweltwissenschaften an der Universität Lüneburg und einen Masterabschluss in Regionalentwicklung und Naturschutz an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde erworben. Sowohl Berlin als auch Brandenburg mit seiner ursprünglichen Natur, den märkischen Dörfern und den eigenwilligen, aber herzlichen Menschen sind ihre Heimat. Sie hat aber zeitweise auch in Hessen und Niedersachsen gelebt und gearbeitet.

Seit wann sind Sie Regionalmanager? Was prägt Ihre Arbeit?

MK: Seit April 2015. Prägte zu Beginn vor allem die Projektberatung und der Kontaktaufbau zur Lokalen Aktionsgruppe Havelland e.V. (LAG), insbesondere zum Vorstand, die Arbeit, so sind mittlerweile auch Kooperationen und Vernetzungen sowie Förderantragsberatung und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit als wichtige Aufgaben dazugekommen. Wichtig ist uns dabei eine klare Arbeitsteilung und dennoch gute Zusammenarbeit im Team.

JL: Ich arbeite seit 2012 in dem Beruf. Zunächst war ich in einer LEADER-Region in Hessen tätig, dort habe ich auch Dorfentwicklungs-Prozesse begleitet. Seit Anfang 2016 bin ich zum Regionalmanagement in der Region Havelland dazugekommen. Die Arbeit mit unterschiedlichsten Menschen in der Region, an verschiedenen Themen und Ideen für den ländlichen Raum sowie Aufgaben im Team macht unsere Arbeit sehr vielfältig – das ist manchmal herausfordernd, macht aber vor allem Spaß! Vom kleinen örtlichen Projekt bis zur regionalen Maßnahme haben wir dabei stets die langfristigen Entwicklungsziele und Potenziale des ländlichen Raumes im Havelland vor Augen und versuchen gute Entwicklungsansätze aufzugreifen, zu unterstützen und zu bündeln.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

MK: Seit Beginn meines Studiums war ich besonders interessiert an allen Formen der Beteiligung und Kommunikation in der Planung sowie an planerischen Strategien und Strategieentwicklung. Beim Regionalmanagement wird auf beide Felder zurückgegriffen. Dies macht die Arbeit für mich gleichermaßen interessant und spannend. Die Menschen dabei zu unterstützen, die Region als Gesamtheit zu sehen und zu gestalten – dies halte ich für die größte Herausforderung.

JL: Mich motiviert die Begeisterung der Menschen für Ihre Ideen und das Herzblut, das Sie auf so vielfältige Weise vor Ort einbringen. Wenn Menschen erkennen, dass Sie selbst die Lebensqualität in ihren Wohnorten und der Region mitgestalten können, Ideen entwickeln und diese gemeinsam engagiert umsetzen und stolz auf die Wirkung sind – das sind tolle Prozesse, die wir als Regionalmanagement und als LAG gerne unterstützen! Bestes Beispiel dafür ist die Vorsitzende unserer LAG, die selbst ein Projekt in ihrem Ort auf die Beine gestellt hat.

Eine Herausforderung ist die zunehmende Bürokratie und Formalisierung im LEADER-Programm, die dynamische Entwicklungsprozesse und die regionale Selbstbestimmung erschweren – also das, was das LEADER-Programm ursprünglich ausmachte.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

MK: Zum einen, die immer bessere Zusammenarbeit mit dem LAG-Vorstand und insbesondere mit der Vorsitzenden. Zum anderen, die qualitative Weiterentwicklung von Projekten im Zeitverlauf - von Vorhaben mit reiner Hüllensanierung zu guten, inhaltlich durchdachten Projekten mit letztlich  erfolgreicher Teilnahme an einem Ordnungstermin -, dies sind die bisher schönsten und eindrucksvollsten Erlebnisse gewesen. Ein einzelnes Projekt kann ich jedoch nicht hervorheben. Dafür ist die Förderperiode noch zu jung.

JL: Die zahlreichen LEADER-Projekte in der Region, ob Infrastrukturmaßnahmen der Kommunen oder Vorhaben von Vereinen, Unternehmen und Privatpersonen, sind wichtig für die Region. Ebenso die aktive Arbeit der Akteure bei unseren Strategie-Treffen zu strategischen Fragen der Regionalentwicklung. Tolle Ergebnisse und Beteiligung bringt auch das Projekt „Vernetzung im Tourismus: regionale Produkte“, bei dem wir aktuell mit der LAG Fläming-Havel, Erzeugern, touristischen Anbietern und Tourismus- und Landwirtschafts-Organisationen zusammenarbeiten. Ein tolles Erlebnis war auch ein Workshop für neue Projektträger, den wir im September angeboten haben. Viele Beteiligte, gute Projektbeispiele aus der Region und der Austausch der Teilnehmer untereinander waren ein Erfolg.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

MK: Gute und zukunftsfähige Einzel- und Kooperationsprojekte, starke Vernetzung und Zusammenarbeit und das Havelland als eine gemeinsame Region in den Köpfen der Menschen – das wünsche ich mir für die Zukunft!

JL: Ich hoffe, dass wir es gemeinsam mit der LAG, den wichtigen Partnerorganisationen in der Region und darüber hinaus mit den Kommunen und natürlich den Bewohnern im Havelland schaffen, die regionalen Stärken und besonderen Potenziale (Tourismus, Gemeinschaft und Daseinsvorsorge sowie ländliche Wirtschaft) zu nutzen. Dies mit dem Ziel die Lebendigkeit und Lebensqualität bis in die Dörfer zurückzubringen und damit das Havelland lebenswert und zukunftsfähig zu halten.

Sie erreichen die beiden Regionalmanager unter:


marcus.kolodziej@lag-havelland.de
josephine.lenk@lag-havelland.de

Portrait-Kolodziej-Lenk
© LAG Havelland
Marcus Kolodziej und Josephine Lenk
Regionalmanager der LAG Havelland e.V. (2016)

Marcus Kolodziej ist an einer Ausbuchtung der Havel, am Tegeler See in Berlin, groß geworden und hat Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin und Stadtplanung an der TU Hamburg-Harburg studiert. Zusätzlich hat er sich durch eine Fachfortbildung am EIPOS-Institut in Dresden zum Regionalmanager weiterqualifiziert. Josephine Lenk ist im Grenzraum Nord-Berlin/Barnim aufgewachsen und hat einen Bachelorabschluss in Umweltwissenschaften an der Universität Lüneburg und einen Masterabschluss in Regionalentwicklung und Naturschutz an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde erworben. Sowohl Berlin als auch Brandenburg mit seiner ursprünglichen Natur, den märkischen Dörfern und den eigenwilligen, aber herzlichen Menschen sind ihre Heimat. Sie hat aber zeitweise auch in Hessen und Niedersachsen gelebt und gearbeitet.

Seit wann sind Sie Regionalmanager? Was prägt Ihre Arbeit?

MK: Seit April 2015. Prägte zu Beginn vor allem die Projektberatung und der Kontaktaufbau zur Lokalen Aktionsgruppe Havelland e.V. (LAG), insbesondere zum Vorstand, die Arbeit, so sind mittlerweile auch Kooperationen und Vernetzungen sowie Förderantragsberatung und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit als wichtige Aufgaben dazugekommen. Wichtig ist uns dabei eine klare Arbeitsteilung und dennoch gute Zusammenarbeit im Team.

JL: Ich arbeite seit 2012 in dem Beruf. Zunächst war ich in einer LEADER-Region in Hessen tätig, dort habe ich auch Dorfentwicklungs-Prozesse begleitet. Seit Anfang 2016 bin ich zum Regionalmanagement in der Region Havelland dazugekommen. Die Arbeit mit unterschiedlichsten Menschen in der Region, an verschiedenen Themen und Ideen für den ländlichen Raum sowie Aufgaben im Team macht unsere Arbeit sehr vielfältig – das ist manchmal herausfordernd, macht aber vor allem Spaß! Vom kleinen örtlichen Projekt bis zur regionalen Maßnahme haben wir dabei stets die langfristigen Entwicklungsziele und Potenziale des ländlichen Raumes im Havelland vor Augen und versuchen gute Entwicklungsansätze aufzugreifen, zu unterstützen und zu bündeln.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

MK: Seit Beginn meines Studiums war ich besonders interessiert an allen Formen der Beteiligung und Kommunikation in der Planung sowie an planerischen Strategien und Strategieentwicklung. Beim Regionalmanagement wird auf beide Felder zurückgegriffen. Dies macht die Arbeit für mich gleichermaßen interessant und spannend. Die Menschen dabei zu unterstützen, die Region als Gesamtheit zu sehen und zu gestalten – dies halte ich für die größte Herausforderung.

JL: Mich motiviert die Begeisterung der Menschen für Ihre Ideen und das Herzblut, das Sie auf so vielfältige Weise vor Ort einbringen. Wenn Menschen erkennen, dass Sie selbst die Lebensqualität in ihren Wohnorten und der Region mitgestalten können, Ideen entwickeln und diese gemeinsam engagiert umsetzen und stolz auf die Wirkung sind – das sind tolle Prozesse, die wir als Regionalmanagement und als LAG gerne unterstützen! Bestes Beispiel dafür ist die Vorsitzende unserer LAG, die selbst ein Projekt in ihrem Ort auf die Beine gestellt hat.

Eine Herausforderung ist die zunehmende Bürokratie und Formalisierung im LEADER-Programm, die dynamische Entwicklungsprozesse und die regionale Selbstbestimmung erschweren – also das, was das LEADER-Programm ursprünglich ausmachte.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

MK: Zum einen, die immer bessere Zusammenarbeit mit dem LAG-Vorstand und insbesondere mit der Vorsitzenden. Zum anderen, die qualitative Weiterentwicklung von Projekten im Zeitverlauf - von Vorhaben mit reiner Hüllensanierung zu guten, inhaltlich durchdachten Projekten mit letztlich  erfolgreicher Teilnahme an einem Ordnungstermin -, dies sind die bisher schönsten und eindrucksvollsten Erlebnisse gewesen. Ein einzelnes Projekt kann ich jedoch nicht hervorheben. Dafür ist die Förderperiode noch zu jung.

JL: Die zahlreichen LEADER-Projekte in der Region, ob Infrastrukturmaßnahmen der Kommunen oder Vorhaben von Vereinen, Unternehmen und Privatpersonen, sind wichtig für die Region. Ebenso die aktive Arbeit der Akteure bei unseren Strategie-Treffen zu strategischen Fragen der Regionalentwicklung. Tolle Ergebnisse und Beteiligung bringt auch das Projekt „Vernetzung im Tourismus: regionale Produkte“, bei dem wir aktuell mit der LAG Fläming-Havel, Erzeugern, touristischen Anbietern und Tourismus- und Landwirtschafts-Organisationen zusammenarbeiten. Ein tolles Erlebnis war auch ein Workshop für neue Projektträger, den wir im September angeboten haben. Viele Beteiligte, gute Projektbeispiele aus der Region und der Austausch der Teilnehmer untereinander waren ein Erfolg.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

MK: Gute und zukunftsfähige Einzel- und Kooperationsprojekte, starke Vernetzung und Zusammenarbeit und das Havelland als eine gemeinsame Region in den Köpfen der Menschen – das wünsche ich mir für die Zukunft!

JL: Ich hoffe, dass wir es gemeinsam mit der LAG, den wichtigen Partnerorganisationen in der Region und darüber hinaus mit den Kommunen und natürlich den Bewohnern im Havelland schaffen, die regionalen Stärken und besonderen Potenziale (Tourismus, Gemeinschaft und Daseinsvorsorge sowie ländliche Wirtschaft) zu nutzen. Dies mit dem Ziel die Lebendigkeit und Lebensqualität bis in die Dörfer zurückzubringen und damit das Havelland lebenswert und zukunftsfähig zu halten.

Sie erreichen die beiden Regionalmanager unter:


marcus.kolodziej@lag-havelland.de
josephine.lenk@lag-havelland.de


Portrait-dietmar-schulze-landrat
© Privat
Dietmar Schulze
Landrat des Landkreises Uckermark (2016)

Dietmar Schulze ist seit Juni 2010 Landrat des Landkreises Uckermark. Geboren in Bahrendorf, Sachsen-Anhalt, ist seine Heimat aber seit nunmehr 35 Jahren die Uckermark. Als gelernter Landwirt, studierte er von 1974 bis 1978 Agrarwissenschaften bevor er verschiedene Positionen in der Verwaltung inne hatte. Die Kreisverwaltung und die Aufgaben, die ihn schließlich als Landrat erwarteten, waren ihm nicht neu, denn bis zu seiner Ernennung als Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg im Jahr 2000, war er bereits in leitenden Funktionen in der Kreisverwaltung tätig.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Geprägt ist meine Arbeit aus einer gesunden Mischung zwischen Bürgernähe und Verwaltungstätigkeit. Ich bin aber kein klassischer Schreibtischarbeiter. Mich zieht es raus in die Orte, zu den Unternehmern, Vereinen und zu den Menschen. Ich möchte selbst sehen und hören, wo der Schuh drückt, was gut und was weniger gut klappt. Es sind die Menschen in der Uckermark, ihre Interessen und Bedürfnisse, die mich motivieren. Das größte Problem sehe ich in der immer stärker ausufernden Bürokratie, die so manche Entscheidungen und Vorhaben verzögert, verteuert oder gar verhindert.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit/Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Am 13. Mai 2013 konnte ich aus der Hand des damaligen Bundesumweltministers Peter Altmaier die Auszeichnung als Siegerregion im Bundeswettbewerb „Nachhaltige Tourismusregionen 2012/2013“ entgegen nehmen. Damit hatte sich die Uckermark gegen 33 weitere Regionen aus 12 Bundesländern behauptet. Das war schon ein ganz besonderes Erlebnis.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Eine friedliche Gesellschaft, die von Gemeinsinn, Zusammenhalt und Verständnis füreinander geprägt ist.

Sie erreichen Dietmar Schulze unter: landkreis@uckermark.de

Portrait-dietmar-schulze-landrat
© Privat
Dietmar Schulze
Landrat des Landkreises Uckermark (2016)

Dietmar Schulze ist seit Juni 2010 Landrat des Landkreises Uckermark. Geboren in Bahrendorf, Sachsen-Anhalt, ist seine Heimat aber seit nunmehr 35 Jahren die Uckermark. Als gelernter Landwirt, studierte er von 1974 bis 1978 Agrarwissenschaften bevor er verschiedene Positionen in der Verwaltung inne hatte. Die Kreisverwaltung und die Aufgaben, die ihn schließlich als Landrat erwarteten, waren ihm nicht neu, denn bis zu seiner Ernennung als Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg im Jahr 2000, war er bereits in leitenden Funktionen in der Kreisverwaltung tätig.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Geprägt ist meine Arbeit aus einer gesunden Mischung zwischen Bürgernähe und Verwaltungstätigkeit. Ich bin aber kein klassischer Schreibtischarbeiter. Mich zieht es raus in die Orte, zu den Unternehmern, Vereinen und zu den Menschen. Ich möchte selbst sehen und hören, wo der Schuh drückt, was gut und was weniger gut klappt. Es sind die Menschen in der Uckermark, ihre Interessen und Bedürfnisse, die mich motivieren. Das größte Problem sehe ich in der immer stärker ausufernden Bürokratie, die so manche Entscheidungen und Vorhaben verzögert, verteuert oder gar verhindert.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit/Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Am 13. Mai 2013 konnte ich aus der Hand des damaligen Bundesumweltministers Peter Altmaier die Auszeichnung als Siegerregion im Bundeswettbewerb „Nachhaltige Tourismusregionen 2012/2013“ entgegen nehmen. Damit hatte sich die Uckermark gegen 33 weitere Regionen aus 12 Bundesländern behauptet. Das war schon ein ganz besonderes Erlebnis.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Eine friedliche Gesellschaft, die von Gemeinsinn, Zusammenhalt und Verständnis füreinander geprägt ist.

Sie erreichen Dietmar Schulze unter: landkreis@uckermark.de


Portrait-Michael-Franke
© Privat
Michael Franke,
Regionalmanager der LAG Energieregion im Lausitzer Seenland e.V. (2016)

Michael Franke ist in Groß-Lübbenau aufgewachsen – bis das halbe Dorf dem Braunkohlebagger zum Opfer fiel –  und lebt seit 1987 in Calau. Er hat an der BTU Cottbus studiert und sein Studium 2002 als Diplom-Ingenieur für Stadt- und Regionalplanung abgeschlossen. Schon seit 2005 war als Assistent des Regionalmanagements tätig und leitet  seit 2013 als Manager die LEADER-Region. Lesen Sie mehr zu seiner Arbeit vor Ort:

Was prägt Ihre Arbeit?

Ich sehe das Regionalmanagement in erster Linie als Kontaktadresse und Vermittler, um Mittel zur Projektförderung aufzuspüren und bei deren Beantragung mitzuhelfen.

Eine breite Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Kontakte und gut funktionierende Netzwerke sind dabei sehr wichtig.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Die Chance auf Mitgestaltung der eigenen Heimatregion, die direkten Gedankenaustausche mit Ministerien, Behörden, Kommunalvertretern und auch Antragstellern – den eigentlichen Initiatoren. Erfolgreich können wir nur sein, weil wir ein gemeinsames Ziel haben – für unsere Region lebens- und liebenswerte ländliche Räume zu gestalten.

Als größtes Hemmnis im LEADER-Prozess betrachte ich die immer größer werdenden bürokratischen Vorgaben welche natürlich zu Lasten der eigentlichen Aufgaben der Managements erfüllt werden müssen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit/Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Die Überdachung des „Amphitheaters“ in Großkoschen war schon ein außergewöhnliches Projekt. Um den Veranstaltungsort unabhängig vom Wetter bespielen zu können, wurde eine Dachkonstruktion über Bühne und Zuschauerbereiche gespannt, die Akteure und Besucher vor Sonne und Regen schützt. Die eindrucksvolle architektonische Gestaltung legte einen zusätzlichen Focus auf den Spielort.

www.energieregion-seenland.de/projekte

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Es ist für die Förderperiode 2014-2020 sehr wichtig, Partnerschaften zwischen den Städten und dem ländlichen Raum zu entwickeln und die positiven Ergebnisse des regionalen Wachstumskern Westlausitz zu nutzen, um für den ländlichen Raum und für die Förderregion unter Berücksichtigung der geringer werdenden Fördermittel und der demografischen Entwicklung innovative Lösungen/Projekte auf den Weg zu bringen.

Wir leben in einer interessanten Region, wir dürfen die Entwicklung nicht verschlafen. Wir sind mitverantwortlich für die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes und dürfen keinesfalls den ländlichen Raum vernachlässigen. Hauptaufgabe ist, die Lebensqualität für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu sichern, die Abwanderung zu minimieren und den Bekanntheitsgrad der Region zu erhöhen.

Sie erreichen Michael Franke unter: Franke@wequa.de

Portrait-Michael-Franke
© Privat
Michael Franke,
Regionalmanager der LAG Energieregion im Lausitzer Seenland e.V. (2016)

Michael Franke ist in Groß-Lübbenau aufgewachsen – bis das halbe Dorf dem Braunkohlebagger zum Opfer fiel –  und lebt seit 1987 in Calau. Er hat an der BTU Cottbus studiert und sein Studium 2002 als Diplom-Ingenieur für Stadt- und Regionalplanung abgeschlossen. Schon seit 2005 war als Assistent des Regionalmanagements tätig und leitet  seit 2013 als Manager die LEADER-Region. Lesen Sie mehr zu seiner Arbeit vor Ort:

Was prägt Ihre Arbeit?

Ich sehe das Regionalmanagement in erster Linie als Kontaktadresse und Vermittler, um Mittel zur Projektförderung aufzuspüren und bei deren Beantragung mitzuhelfen.

Eine breite Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Kontakte und gut funktionierende Netzwerke sind dabei sehr wichtig.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme/Hemmnisse?

Die Chance auf Mitgestaltung der eigenen Heimatregion, die direkten Gedankenaustausche mit Ministerien, Behörden, Kommunalvertretern und auch Antragstellern – den eigentlichen Initiatoren. Erfolgreich können wir nur sein, weil wir ein gemeinsames Ziel haben – für unsere Region lebens- und liebenswerte ländliche Räume zu gestalten.

Als größtes Hemmnis im LEADER-Prozess betrachte ich die immer größer werdenden bürokratischen Vorgaben welche natürlich zu Lasten der eigentlichen Aufgaben der Managements erfüllt werden müssen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit/Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Die Überdachung des „Amphitheaters“ in Großkoschen war schon ein außergewöhnliches Projekt. Um den Veranstaltungsort unabhängig vom Wetter bespielen zu können, wurde eine Dachkonstruktion über Bühne und Zuschauerbereiche gespannt, die Akteure und Besucher vor Sonne und Regen schützt. Die eindrucksvolle architektonische Gestaltung legte einen zusätzlichen Focus auf den Spielort.

www.energieregion-seenland.de/projekte

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Es ist für die Förderperiode 2014-2020 sehr wichtig, Partnerschaften zwischen den Städten und dem ländlichen Raum zu entwickeln und die positiven Ergebnisse des regionalen Wachstumskern Westlausitz zu nutzen, um für den ländlichen Raum und für die Förderregion unter Berücksichtigung der geringer werdenden Fördermittel und der demografischen Entwicklung innovative Lösungen/Projekte auf den Weg zu bringen.

Wir leben in einer interessanten Region, wir dürfen die Entwicklung nicht verschlafen. Wir sind mitverantwortlich für die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes und dürfen keinesfalls den ländlichen Raum vernachlässigen. Hauptaufgabe ist, die Lebensqualität für die Bevölkerung im ländlichen Raum zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu sichern, die Abwanderung zu minimieren und den Bekanntheitsgrad der Region zu erhöhen.

Sie erreichen Michael Franke unter: Franke@wequa.de


Portrait-Foto-Susanne-Melior_Quelle-SPD
Foto © SPD
Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete aus Brandenburg (2015)

Susanne Melior ist Mitglied des Europäischen Parlaments und arbeitet dort im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem Lebensmittelsicherheit, Pflanzenschutz, Tiergesundheit und Chemikalien. Außerdem ist sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI). Susanne Melior wurde 1958 in Havelberg geboren und ist quasi gebürtige Prignitzerin; mittlerweile lebt sie in Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie hat Mikrobiologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald studiert und danach einige Jahre in diesem Bereich gearbeitet.

Seit wann sind Sie im Europäischen Parlament tätig? Was prägt Ihre Arbeit?

Im Jahr 2014 wurde ich ins Europäische Parlament gewählt. Seitdem ist meine Arbeit vom Pendeln zwischen zwei Welten geprägt: dem Europaparlament in Brüssel bzw. Straßburg und meinem Wahlkreis hier in Brandenburg. Gerade in der internationalen Arbeit im Parlament in Brüssel ist es für mich ganz wichtig, mich an jedem Wochenende neu zu erden und meine Heimat nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Themen, mit denen ich mich parlamentarisch befasse, sind sehr vielfältig und interessant. Sie reichen von den großen Fragen der Klimapolitik, über Gesundheit und Lebensmittel bis zu Tierarzneimitteln und Käseproduktion.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen?

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher ist für mich der größte Ansporn. In der sozialdemokratischen Fraktion ist das unsere Richtschnur für alle Entscheidungen. Jeden Tag stellen sich neue Fragen, deren Antworten zum Teil bis auf unsere Teller reichen. Wir könnten dabei noch schneller vorankommen, wenn es nicht die vielen nationalen Interessen gäbe. Die EU-Mitgliedstaaten sollten lernen, mehr über den eigenen Tellerrand zu schauen und den gemeinsamen Markt auch wirklich als großes Ganzes zu sehen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Eines der eindrucksvollsten Erlebnisse bisher war mein Besuch bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit im September dieses Jahres in Parma. Für mich war besonders beeindruckend zu sehen, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedenen Mitgliedstaaten der EU zusammenarbeiten und gemeinsam nach bestem Wissen und Gewissen die Risiken von Lebens- und Futtermitteln bewerten. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir vor allem, dass wir es gemeinsam schaffen, die Europäische Union als großartiges Miteinander zu sehen und zu leben. Und ich wünsche mir mehr Aufgabenübertragung auf die EU und weniger nationalstaatliches Denken und Handeln. Außerdem ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass unsere hohen europäischen Standards im Umweltschutz und bei der Lebensmittelsicherheit in den Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen mit den USA nicht unter die Räder kommen.

Sie erreichen Susanne Melior unter www.susanne-melior.de

Portrait-Foto-Susanne-Melior_Quelle-SPD
Foto © SPD
Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete aus Brandenburg (2015)

Susanne Melior ist Mitglied des Europäischen Parlaments und arbeitet dort im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem Lebensmittelsicherheit, Pflanzenschutz, Tiergesundheit und Chemikalien. Außerdem ist sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI). Susanne Melior wurde 1958 in Havelberg geboren und ist quasi gebürtige Prignitzerin; mittlerweile lebt sie in Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie hat Mikrobiologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald studiert und danach einige Jahre in diesem Bereich gearbeitet.

Seit wann sind Sie im Europäischen Parlament tätig? Was prägt Ihre Arbeit?

Im Jahr 2014 wurde ich ins Europäische Parlament gewählt. Seitdem ist meine Arbeit vom Pendeln zwischen zwei Welten geprägt: dem Europaparlament in Brüssel bzw. Straßburg und meinem Wahlkreis hier in Brandenburg. Gerade in der internationalen Arbeit im Parlament in Brüssel ist es für mich ganz wichtig, mich an jedem Wochenende neu zu erden und meine Heimat nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Themen, mit denen ich mich parlamentarisch befasse, sind sehr vielfältig und interessant. Sie reichen von den großen Fragen der Klimapolitik, über Gesundheit und Lebensmittel bis zu Tierarzneimitteln und Käseproduktion.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen?

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher ist für mich der größte Ansporn. In der sozialdemokratischen Fraktion ist das unsere Richtschnur für alle Entscheidungen. Jeden Tag stellen sich neue Fragen, deren Antworten zum Teil bis auf unsere Teller reichen. Wir könnten dabei noch schneller vorankommen, wenn es nicht die vielen nationalen Interessen gäbe. Die EU-Mitgliedstaaten sollten lernen, mehr über den eigenen Tellerrand zu schauen und den gemeinsamen Markt auch wirklich als großes Ganzes zu sehen.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Eines der eindrucksvollsten Erlebnisse bisher war mein Besuch bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit im September dieses Jahres in Parma. Für mich war besonders beeindruckend zu sehen, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedenen Mitgliedstaaten der EU zusammenarbeiten und gemeinsam nach bestem Wissen und Gewissen die Risiken von Lebens- und Futtermitteln bewerten. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir vor allem, dass wir es gemeinsam schaffen, die Europäische Union als großartiges Miteinander zu sehen und zu leben. Und ich wünsche mir mehr Aufgabenübertragung auf die EU und weniger nationalstaatliches Denken und Handeln. Außerdem ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass unsere hohen europäischen Standards im Umweltschutz und bei der Lebensmittelsicherheit in den Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen mit den USA nicht unter die Räder kommen.

Sie erreichen Susanne Melior unter www.susanne-melior.de


Portrait-Julia-Goerlitz
© Christine Kalb
Julia Görlitz, KBSplus – Ansprechpartnerin für den ELER

Seit Jahresbeginn ist Julia Görlitz im neuen Team der Kontakt- und Beratungsstelle – kurz: KBSplus – Ansprechpartnerin für den ELER. Die KBSplus (http://kbsplus.dgb.de) unterstützt die am ELER interessierten Partner – auch über den Gemeinsamen Begleitausschusses hinaus – in Brandenburg fondsübergreifend bei ihrer wichtigen Aufgabe, die Durchführung der Europäischen Förderprogramme im Land zu begleiten und zu prüfen. Julia Görlitz ist in Königs Wusterhausen, Landkreis Dahme-Spreewald, geboren und aufgewachsen und hat an der Humboldt-Universität zu Berlin im Studiengang Physische Geographie einen Abschluss als Master of Science (M. Sc.) erworben. Ihre ersten Berührungspunkte mit dem ELER ergaben sich 2012 während ihrer Arbeit für den Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V.

Was prägt Ihre Arbeit?

Das Spannendste an meiner Arbeit ist der intensive Kontakt zu der ganzen Bandbreite an Akteuren, die die ländliche Entwicklung in Brandenburg vorantreiben. In erster Linie sind das die Partner im Gemeinsamen Begleitausschuss. Aber auch der Kontakt zu den Fondsverwaltungen und den Fachreferaten der Ministerien ist wichtig. Sich den unterschiedlichsten Anforderungen und Bedürfnissen der Partner anzunehmen und gemeinsam Strategien zu entwerfen, macht meine Arbeit besonders abwechslungsreich.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen besondere Herausforderungen?

Am meisten motiviert mich, täglich dazuzulernen und mein Wissen teilen zu können. Auch Herausforderungen wirken motivierend. Ich freue mich immer, wenn aus einseitiger Kommunikation eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entsteht.

Die größte Herausforderung besteht darin, die enorme Komplexität der EU-Förderung plausibel darzulegen. Oftmals ist es ein Mangel an Hintergrundwissen, der zu ungerechtfertigten Vorhaltungen führt. Eine Atmosphäre aus Vorwürfen und Rechtfertigungen tut keiner Beziehung gut.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Zu erleben, wie gut sich das KBSplus-Team seit Januar eingespielt hat und Anerkennung seitens der Partner erfährt, beeindruckt und erfreut mich gleichermaßen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir ein stabiles Netzwerk aller Akteure in Brandenburg, ein konstruktives und lösungsorientiertes Miteinander und eine positive Einstellung mit dem Blick auf Chancen und Potentiale. Sie erreichen Julia Görlitz unter: Julia.Goerlitz@dgb.de

Portrait-Julia-Goerlitz
© Christine Kalb
Julia Görlitz, KBSplus – Ansprechpartnerin für den ELER

Seit Jahresbeginn ist Julia Görlitz im neuen Team der Kontakt- und Beratungsstelle – kurz: KBSplus – Ansprechpartnerin für den ELER. Die KBSplus (http://kbsplus.dgb.de) unterstützt die am ELER interessierten Partner – auch über den Gemeinsamen Begleitausschusses hinaus – in Brandenburg fondsübergreifend bei ihrer wichtigen Aufgabe, die Durchführung der Europäischen Förderprogramme im Land zu begleiten und zu prüfen. Julia Görlitz ist in Königs Wusterhausen, Landkreis Dahme-Spreewald, geboren und aufgewachsen und hat an der Humboldt-Universität zu Berlin im Studiengang Physische Geographie einen Abschluss als Master of Science (M. Sc.) erworben. Ihre ersten Berührungspunkte mit dem ELER ergaben sich 2012 während ihrer Arbeit für den Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V.

Was prägt Ihre Arbeit?

Das Spannendste an meiner Arbeit ist der intensive Kontakt zu der ganzen Bandbreite an Akteuren, die die ländliche Entwicklung in Brandenburg vorantreiben. In erster Linie sind das die Partner im Gemeinsamen Begleitausschuss. Aber auch der Kontakt zu den Fondsverwaltungen und den Fachreferaten der Ministerien ist wichtig. Sich den unterschiedlichsten Anforderungen und Bedürfnissen der Partner anzunehmen und gemeinsam Strategien zu entwerfen, macht meine Arbeit besonders abwechslungsreich.

Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen besondere Herausforderungen?

Am meisten motiviert mich, täglich dazuzulernen und mein Wissen teilen zu können. Auch Herausforderungen wirken motivierend. Ich freue mich immer, wenn aus einseitiger Kommunikation eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entsteht.

Die größte Herausforderung besteht darin, die enorme Komplexität der EU-Förderung plausibel darzulegen. Oftmals ist es ein Mangel an Hintergrundwissen, der zu ungerechtfertigten Vorhaltungen führt. Eine Atmosphäre aus Vorwürfen und Rechtfertigungen tut keiner Beziehung gut.

Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?

Zu erleben, wie gut sich das KBSplus-Team seit Januar eingespielt hat und Anerkennung seitens der Partner erfährt, beeindruckt und erfreut mich gleichermaßen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir ein stabiles Netzwerk aller Akteure in Brandenburg, ein konstruktives und lösungsorientiertes Miteinander und eine positive Einstellung mit dem Blick auf Chancen und Potentiale. Sie erreichen Julia Görlitz unter: Julia.Goerlitz@dgb.de


Portrait-Andreas-Schmidt.jpg
© LAG Oderland
Andreas Schmidt, Regionalmanager der LAG Oderland e.V.

Andreas Schmidt ist in Sachsen-Anhalt aufgewachsen, hat Pflanzenproduktion an der landwirtschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert und als Diplomagraringenieur abgeschlossen. Seit 1990 lebt und arbeitet er im Oderland; bereits seit 2001 mit voller Kraft für die LEADER-Region Oderland. Lesen Sie mehr zu seiner Arbeit vor Ort:

Was prägt Ihre Arbeit?

  • Die Vielschichtigkeit und große Bandbreite der Projekte
  • Kontakt mit Menschen, sprich Akteuren, die etwas bewegen, verändern oder entwickeln wollen, die voller Ideen und Tatendrang sind
  • Viele Kontakte und ein wahnsinnig großer Wissensschatz, wenn man den Menschen genau zuhört. Das ist eine Quelle des ewigen Lernens. Dafür bin ich dankbar und schöpfe die Kraft für meine Arbeit
  • Jedes Projekt, ob klein oder groß verdient die gleiche Aufmerksamkeit und Hingabe
  • Ich bin da! Für alle Fragen und Probleme rund um die ländliche Entwicklung und versuche helfend einzugreifen oder zu vermitteln
  • Prägend ist aber auch der Umgang mit Behörden und der damit verbundenen Bürokratie; Um die Reibung so gering wie möglich zu halten, pflege ich eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, LELF und MLUL
Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme oder Hemmnisse?
  • Erfolg und Anerkennung motivieren am meisten, oftmals aber auch ein Sieg oder Vorwärtskommen im Räderwerk der Bürokratie und des Beamtentums
  • Probleme und Hemmnisse waren, die in der letzten Förderperiode zu oft geänderte Richtlinie, was eine verlässliche Planung sehr erschwerte. Die jetzige Richtlinie ist nur für 12 Monate gültig und entspricht in einzelnen Punkten nicht dem Bedarf vor Ort. Zudem ist unsere Bewilligungsbehörde personell leider unterbesetzt, was oft zu sehr langen Arbeitszeiten führt. Auch die einheitlichen EU-Verfahrensregelungen sind für deutsches Verhältnisse oder für unser deutsches Verständnis oftmals nicht nachvollziehbar
Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?
  • Bei über 500 von mir betreuten Projekten kann ich das wirklich nicht sagen, oftmals sind es die kleinen Dinge, die erst spärlich starten und dann zum großen Erfolg werden.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
  • Allgemein: Frieden, Gesundheit
  • Für die Arbeit: Toleranz, Verständnis, konstruktives Arbeiten und Streiten und vor allem Augenmaß bei der Fällung von Entscheidungen

Sie erreichen Andreas Schmidt unter: a.schmidt@lag-oderland.de

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© LAG Oderland
Andreas Schmidt, Regionalmanager der LAG Oderland e.V.

Andreas Schmidt ist in Sachsen-Anhalt aufgewachsen, hat Pflanzenproduktion an der landwirtschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert und als Diplomagraringenieur abgeschlossen. Seit 1990 lebt und arbeitet er im Oderland; bereits seit 2001 mit voller Kraft für die LEADER-Region Oderland. Lesen Sie mehr zu seiner Arbeit vor Ort:

Was prägt Ihre Arbeit?

  • Die Vielschichtigkeit und große Bandbreite der Projekte
  • Kontakt mit Menschen, sprich Akteuren, die etwas bewegen, verändern oder entwickeln wollen, die voller Ideen und Tatendrang sind
  • Viele Kontakte und ein wahnsinnig großer Wissensschatz, wenn man den Menschen genau zuhört. Das ist eine Quelle des ewigen Lernens. Dafür bin ich dankbar und schöpfe die Kraft für meine Arbeit
  • Jedes Projekt, ob klein oder groß verdient die gleiche Aufmerksamkeit und Hingabe
  • Ich bin da! Für alle Fragen und Probleme rund um die ländliche Entwicklung und versuche helfend einzugreifen oder zu vermitteln
  • Prägend ist aber auch der Umgang mit Behörden und der damit verbundenen Bürokratie; Um die Reibung so gering wie möglich zu halten, pflege ich eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, LELF und MLUL
Was motiviert Sie besonders bei dieser Arbeit und wo bestehen aus Ihrer Sicht die größten Probleme oder Hemmnisse?
  • Erfolg und Anerkennung motivieren am meisten, oftmals aber auch ein Sieg oder Vorwärtskommen im Räderwerk der Bürokratie und des Beamtentums
  • Probleme und Hemmnisse waren, die in der letzten Förderperiode zu oft geänderte Richtlinie, was eine verlässliche Planung sehr erschwerte. Die jetzige Richtlinie ist nur für 12 Monate gültig und entspricht in einzelnen Punkten nicht dem Bedarf vor Ort. Zudem ist unsere Bewilligungsbehörde personell leider unterbesetzt, was oft zu sehr langen Arbeitszeiten führt. Auch die einheitlichen EU-Verfahrensregelungen sind für deutsches Verhältnisse oder für unser deutsches Verständnis oftmals nicht nachvollziehbar
Was war Ihr wichtigstes Erlebnis in dieser Zeit / Ihr eindrucksvollstes Projekt?
  • Bei über 500 von mir betreuten Projekten kann ich das wirklich nicht sagen, oftmals sind es die kleinen Dinge, die erst spärlich starten und dann zum großen Erfolg werden.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
  • Allgemein: Frieden, Gesundheit
  • Für die Arbeit: Toleranz, Verständnis, konstruktives Arbeiten und Streiten und vor allem Augenmaß bei der Fällung von Entscheidungen

Sie erreichen Andreas Schmidt unter: a.schmidt@lag-oderland.de